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Kuntz wollte Team mitnehmen

Kuntz wollte Team mitnehmen

Antonio Di Salvo wird beim DFB als Nachfolger von Stefan Kuntz vorgestellt. Dabei kommt heraus, dass der neue Nationaltrainer der Türkei gerne sein komplettes Trainerteam mitnehmen wollte.
Stefan Kuntz wurde offiziell als neuer Nationaltrainer der Türkei vorgestellt. Nutzt er den Job als Sprungbrett?
Lukas von Hoyer
von Lukas von Hoyer
am 24. Sept

Der DFB hat sich für eine interne Lösung entschieden: Auf Stefan Kuntz folgt dessen vorheriger Co-Trainer Antonio Di Salvo im Amt des Coaches der deutschen U21-Nationalmannschaft.

„Es geht den Weg fortzuführen. Es gibt erstmal keinen Grund, etwas zu ändern. Wir waren sehr erfolgreich“, machte Di Salvo am Freitag bei seiner Vorstellungs-PK klar. Doch Kuntz hätte diesen Weg mit seinem Co-Trainer gerne in der Türkei fortgesetzt.

Bei der PK kam nämlich heraus, dass der neue Nationaltrainer der Türkei sein komplettes Trainerteam von der U21 mitnehmen wollte. „Wenn er sie nicht gefragt hätte, wäre er ja blöd gewesen. Sie haben erfolgreich gearbeitet und daher ist das auch legitim“, sagte Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter vom DFB.

Doch Kuntz kassierte wohl eine Absage nach der anderen. Von Daniel Niedzkowski (nach wie vor Co-Trainer), von Klaus Thomforde (nach wie vor Torwarttrainer) und von Di Salvo. „Ich bin froh, dass wir sie gehalten haben“, verriet Chatzialexiou.

Stefan Kuntz hat am Montag den Vertrag als neuer Nationaltrainer der Türkei unterschrieben. Der ehemalige U-21-Trainer des DFB blickt voller Tatendrang auf seine anstehende Aufgabe voraus.
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Kuntz als Türkei-Coach vorgestellt: Seine feurige Antrittsrede im Video

Di Salvo: „Haben uns in die Augen gesehen und das gleiche gedacht“

„Auch ein Dank an Stefan für die gute Zusammenarbeit in den nächsten fünf Jahren. Wir drücken ihm die Daumen, dass es in der Türkei genauso gut läuft“, schickte Di Salvo Grüße in die Türkei. Damit es auch bei der U21 genauso gut weiterläuft, will er viel fortführen, aber auch das ein oder andere verändern.

„Es geht darum, dass ich eine andere Art habe, was Ansprachen und kleine Ideen angeht. Wie ich mit der Mannschaft spreche, das wird sicherlich ein bisschen anders sein“, sagte der 42-Jährige: „Ich werde meine Geschichten erzählen und nicht Dinge, die Stefan erlebt hat. Es ist eine andere Wortwahl und ein anderer Humor.“

Auf SPORT1-Nachfrage hob der neue Cheftrainer aber vor allem die Ähnlichkeiten mit dem alten Cheftrainer hervor: „Ich bin Stefan sehr ähnlich und wir haben die gleiche Denkweise, was die Mannschaftsführung und die Spielidee betrifft. Wir haben uns oft in die Augen gesehen und das gleiche gedacht.“

Gerland gibt Posten als Scout für Di Salvo auf

Am 7. Oktober wird Di Salvo sein Debüt als Coach der U21 feiern. Dann geht es in der EM-Qualifikation gegen die U21 von Israel. Ausgerechnet in Paderborn, der Heimat des ehemaligen Fußball-Profis, der kurzzeitig auch beim FC Bayern unter Vertrag gestanden hatte.

„Das ist was ganz, ganz besonderes, das dieses Spiel ausgerechnet in meiner Geburtsstadt und meiner Heimatstadt stattfindet. Das ist eine schöne Anekdote und ich freue mich sehr darauf“, schwärmte Di Salvo.

Dann wird auch sein neuer Co-Trainer Hermann Gerland an seiner Seite stehen. Der „Tiger“ gab seinen Posten als Scout des DFB auf, um seinem früheren Weggefährten zur Seite zu stehen. „Den Herrmann kenne ich schon lange, bei Bayern hatten wir aber nur eine kurze Zeit. Der Kontakt ist aber nie gerissen, wir haben ihn ständig gehalten“, verriet Di Salvo. Nun wird die Zusammenarbeit wohl sehr eng sein.

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