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Manchester City: Wird Raheem Sterling Guardiolas nächstes Opfer nach Sane?

Ist Sterling Guardiolas nächstes Opfer?

Manchester Citys Star Raheem Sterling hat aktuell keinen leichten Stand bei Coach Pep Guardiola. Der Coach macht eine Knallhart-Ansage. Doch ein Ausfall könnte Sterling in die Karten spielen.
Manchester City verliert in der Gruppenphase gegen PSG. Für Pep Guardiola eine Niederlage, die Fragen aufwirft. Denn die großen Spiele verliert er meistens.
Manchester Citys Star Raheem Sterling hat aktuell keinen leichten Stand bei Coach Pep Guardiola. Der Coach macht eine Knallhart-Ansage. Doch ein Ausfall könnte Sterling in die Karten spielen.

Nur zwei Mal von Beginn, nur einmal über die vollen 90 Minuten: Der Saisonstart von Raheem Sterling bei Manchester City war alles andere als zufriedenstellend für den Angreifer. Bisher konnte der 26-Jährige seine starken Leistungen während der Europameisterschaft nicht bestätigen. Schon in einer frühen Phase der Saison könnte der Engländer nun mit einem Wechsel liebäugeln.

Der Vertrag von Raheem Sterling bei Manchester City läuft noch bis 2023. Eine Vertragsverlängerung hat der englische Nationalspieler aktuell ausgeschlagen. Der Grund: Sterling will erst Planungssicherheit haben, wie und ob sein Coach Pep Guardiola weiter mit ihm plant. Und momentan ist das schwer zu beurteilen.

Zuletzt war Sterling nach dem Champions League Spiel gegen Paris St. Germain (0:2) bei den Fans in Ungnade gefallen. Das war lange Zeit anders. Seit seinem umstrittenen Wechsel 2015 vom FC Liverpool zu Manchester City, ist Sterling das Aushängeschild der Mannschaft und auf dem linken Flügel gesetzt.

Doch speziell seit der letzten Saison gehen die Leistungen des Flügelspielers steil bergab.

Raheem Sterling - Englands Hoffnung bei der EM

Das Sterling bei Manchester City nicht zum Zug kommt, dürfte für viele überraschend sein. Nachdem der Flügelspieler bei der EM meist von Beginn an gespielt hatte, und maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Three Lions in ihr erstes großes Finale seit 1966 eingezogen sind. Viele Hoffnungen lagen auf dem Flügelflitzer.

Auf dem Weg ins Finale steuerte er drei Tore und eine Vorlage bei und verbannte Spieler Jadon Sancho und seinen jetzigen Teamkollegen Jack Grealish auf der Bank. In Manchester haben die beiden allerdings eine andere Rollenverteilung. Jack Grealish kommt in der bisherigen Saison auf deutlich mehr Einsatzminuten als Sterling und genießt auch bei den Fans ein deutlich höheres Ansehen.

Nationaltrainer Gareth Southgate äußert sich am Rande des 5:0 Erfolgs gegen Andorra über Sterling: „Er weiß, was wir von ihm halten, er fühlt sich sehr wohl in unserer Umgebung. Es gibt einen unglaublichen Wettbewerb um die Plätze in der Startelf bei Manchester City und auch bei uns, aber für uns war er einfach ein Spieler, der in Spielen geliefert hat, und wir hatten volles Vertrauen in ihn. Ich denke, er bekommt nicht wirklich die Anerkennung, die er verdient. Er geht oft unter dem Radar und scheint sich fast ständig beweisen zu müssen.“

Sterling nur noch Nummer sieben bei Manchester City

Sterlings Problem: Nicht nur Grealish, der im Sommer für umgerechnet 118 Millionen den Weg von Aston Villa nach Manchester fand, hat aktuell die Nase vorn. Auch Ferran Torres, Riyad Mahrez und Phil Foden, sowie Bernardo Silva und auch Gabriel Jesus genießen zurzeit mehr Aufmerksamkeit als Raheem Sterling. Was auffällt: Pep Guardiola lässt Sterling in dieser Saison weniger auf dem Flügel als viel mehr im Sturm-Zentrum auflaufen.

Und auch dem fünfköpfigen Kapitänskader von City gehört Sterling nicht mehr an. Nicht nur eine sportliche Frage, sondern auch eine Frage der Wertschätzung?

Guardiola hat ihm kürzlich bei Gesprächen mit Sterling noch einmal versichert, dass er weiterhin als wichtiger Spieler angesehen wird. Der Katalane ist allerdings dafür bekannt, dass er knallhart nach Leistung aufstellt und seine Aufstellung auch Teil der Wertschätzung ist. Außerdem möchte er seinen Spielern auferlegen, nach Möglichkeit alle Positionen vorne besetzten zu können und diese auch ohne Leistungsabfall zu beherrschen.

Sterling, der für die englische Nationalmannschaft meist nur auf dem Flügel spielte, könnte in seinem Spiel aktuell zu eindimensional für Guardiola sein. Spieler wie Phil Foden oder Gabriel Jesus überzeugen auf den verschiedensten Positionen mit ihrer Anpassungsfähigkeit und guter Leistung.

Kommt nun dennoch die Wende? Immerhin fällt Ferran Torres mit einem Mittelfußbruch aus. „Torres wird für zwei bis drei Monate ausfallen“, verkündete Guardiola und sucht nun nach einem Ersatz für den Stürmer in seinem Kader.

Ist Sterling Guardiolas nächstes Opfer?

Die Situation um den englischen Flügelspieler erinnert stark an die von Leroy Sané in seiner Zeit bei Manchester City. Auch er hatte mit Pep zu kämpfen. Ebenfalls wurde er mit zu weniger Defensivarbeit und fehlender Tiefe im Spiel konfrontiert und kam immer weniger zum Einsatz. Damals waren es Spieler wie Sterling, die Sané den Rang abliefen. Heute könnte Sterling selbst an der Reihe sein.

Guardiola hatte sich bisher sich durchweg positiv über die Entwicklung seines Spielers geäußert: „Raheem hat als Stürmer gegen PSG wirklich gut gespielt. Er hat unglaubliche Räume für uns geschaffen. Ich würde sagen, Raheem kann auf der rechten Seite gut spielen, wie er es in der 100-Punkte-Saison getan hat, er hat auf der linken Seite unglaublich gut gespielt, als wir 98 Punkte geholt haben. Und als Stürmer hat er immer die Bewegungen, um sich vor dem Tor etwas Platz zu verschaffen.“

Bei der Vorstellung von Jack Grealish nahm Guardiola Sterling sogar als Vorzeigebeispiel: „Als ich hier angekommen bin, hat Raheem die Mentalität entwickelt immer ein Tor schießen zu wollen. In die Mitte zu ziehen und ein Tor schießen zu wollen. Dort ist er eine Maschine. Wenn Jack diese Mentalität auch übernehmen kann, dann kann er denselben Weg gehen, wie Raheem ihn gemacht hat.“

Guardiola wird deutlich: „Wenn das nicht der Fall ist, ... "

Der Weg war nur durch seine Einstellung möglich. „Am Ende des Tages bin ich nicht wirklich glücklich, wenn der Fußball für mich nicht ein gewisses Niveau hat. Wenn ich auf einem bestimmten Niveau glücklich sein will, muss ich Fußball spielen. Ich muss Tore schießen und Spaß an der Sache haben“, verriet der der Daily Mail. Bedeutet auch, dass er nicht bei den Skyblues bleiben will, falls sich seine Situation nicht ändert.

Dazu passt auch eine weitere Aussage aus dem Interview: „Als englischer Spieler kenne ich nur die Premier League und ich habe immer gedacht, dass ich vielleicht eines Tages gerne im Ausland spielen würde, um zu sehen, wie ich diese Herausforderung meistern würde.“ Er sprach auch davon, dass er gerne eine andere Kultur kennenlernen würde - wie beispielsweise die spanische.

Guardiola reagiert am Freitag mit deutlichen Worten: „Was ich von Raheem und allen anderen möchte, ist, dass sie zufrieden sind, hier zu sein und sich freuen, in diesem Verein zu sein“, stellte er klar und ergänzte: „Wenn das nicht der Fall ist, steht es ihnen frei, die beste Entscheidung für den Spieler und seine Familie zu treffen. Nicht nur Raheem, alle wollen jedes Spiel spielen, aber ich kann es ihnen nicht versprechen. Sie müssen sich in jedem Training verbessern, auf dem Platz stehen und versuchen, dort glücklich zu sein.

Heißt im Klartext: Sollte Sterling wirklich weg wollen, legt Guardiola ihm keine Steine in den Weg. Die Entwicklungen rund um das Thema Sterling beobachtet man in Barcelona derweil ganz genau. So wird von mehreren spanischen Medien berichtet, dass die Katalanen bereits im Sommer ihre Fühler nach dem Flügelspieler ausgestreckt haben sollen. Am Ende scheiterte es am fehlenden Geld von Barcelona.

Für den Winter hat man jetzt 20 Millionen für Transfers bereitgestellt. Diese sollen aufgrund der finanziell sehr angespannten Lage vorzugsweise in Leihen investiert werden. Sterling, der im Sommer ein Verkaufskandidat für Manchester City gewesen ist, soll auch hierbei eine Rolle spielen.

Derweil bringt eine ehemalige England-Legende einen anderen Verein ins Gespräch.

Nach der Übernahme eines saudi-arabischen Investment Fund empfiehlt Rio Ferdinand Newcastle United die Transfers von jungen englischen Spielern wie Jesse Lingard, Declan Rice und eben Raheem Sterling. Leisten könnten es sich die „Magpies“ definitiv, soll sich doch das Gesamtvermögen des Investment Funds rund um den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman auf über 400 Milliarden Euro belaufen.

Jedoch scheint es so, als ob es Sterling bei Pep nochmal versuchen will. Die Entwicklung rund um Sterling bleibt interessant. Besonders heiß wird die Geschichte im Winter.