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„Spiel der Schande“: Farce in Portugal

„Spiel der Schande“: Farce in Portugal

In Portugal muss Benfica-Gegner Belenenses nach einem Corona-Ausbruch mit neun Spielern, darunter zwei Torhütern, antreten. Weigl und Seferovic treffen, nach 0:7 wird das Spiel abgebrochen.
Julian Weigl traf für Benfica gegen Belenenses
Julian Weigl traf für Benfica gegen Belenenses
© Imago
. SPORT1
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von SPORT1

„Das Spiel der Schande“ titelte die spanische Zeitung Marca treffend: In der portugiesischen Liga ist es zu einer Corona-Farce und unglaublichen Zuständen beim Gegner von Julian Weigl und Benfica Lissabon gekommen.

Belenenses SAD musste am Samstagabend mit nur neun Spielern in der Startelf zum Stadtderby gegen das Topteam antreten - darunter gleich zwei Torhüter.

17 Corona-Fälle bei Belenenses - Keeper muss im Feld spielen

Hintergrund des absurden Szenarios: Bei Belenenses gab es einen massiven Corona-Ausbruch: 17 Teammitglieder, darunter 14 Spieler und Cheftrainer Filipe Candido, sind infiziert. Ersatzkeeper Joao Monteiro musste als Feldspieler ran.

Trotzdem hatte das Team nicht um eine Verlegung der Partie gebeten. Präsident Rui Pedro Soares erklärte noch am Samstag auf einer digitalen Pressekonferenz, die Durchführung des Spiels liege alleine bei den Gesundheitsbehörden.

„Belenenses SAD hat weder bei Benfica, noch bei der Liga, noch bei den Gesundheitsbehörden um die Verschiebung des Spiels gebeten. Es gab keine Bitte, keine Ablehnung, keine Zustimmung. Da war nichts. Das ist nicht passiert und wird auch nicht passieren“, sagte der Klubboss.

Stattdessen verwies er darauf, dass am Nachmittag noch einmal Ergebnisse der PCR-Tests erwartet würden und Belenenses 38 Spieler gemeldet habe.

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Eigentor nach 56 Sekunden

Am Ende blieben davon allerdings nur neun für die Startelf übrig - und die mussten auf dem Platz leiden.

Schon nach 56 Sekunden hieß es 0:1. Eduardo Kau war bei einem Eigentor der Unglücksrabe.

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Weigl und Seferovic treffen - Spiel abgebrochen!

Wirklich besser wurde es aber auch danach nicht, denn Benfica zeigte wenig Gnade mit dem dezimierten Kellerkind.

Schon zur Halbzeit stand es 0:7. Neben Weigl, der in der 27. Minute das 3:0 für Benfica erzielte, traf auch der Ex-Frankfurter Haris Seferovic. Er schnürte sogar einen Doppelpack.

Der letzte Akt im absurden Schauspiel wurde dann nach der Halbzeit aufgeführt.

Belenenses kam mit nur noch sieben Spielern aufs Feld - genau so viele braucht es laut Regularien in Portugal mindestens für die Durchführung eines Spiels.

Direkt nach dem Wiederanpfiff sank dann ein weiterer Akteur scheinbar verletzt auf den Rasen - und damit musste der Schiedsrichter die Partie abbrechen. Die Fans skandieren: „Die Liga ist eine Schande!“

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Die Begegnung wird wohl mit 0:3 gewertet werden. Warum Belenenses nicht um eine Spielverlegung bat, blieb zunächst unklar. Der Klubchef habe zur Pause geweint, berichtete die Zeitung Record.

„Heute hat der Fußball sein Herz verloren“

Immerhin hatte seine Mannschaft zwei Ecken herausgeholt. „Dass wir heute spielen mussten ist eine Schande für uns alle“, erklärte Soares.

Rund um das Spiel hatten einige Belenenses-Spieler folgende Message via Social Media verbreitet: „Fußball hat nur ein Herz, wenn es ein fairer Wettkampf ist. Fußball hat nur ein Herz, wenn es wirklich sportlich zugeht. Fußball hat nur ein Herz, wenn er ein Beispiel für öffentliche Gesundheit ist. Heute hat der Fußball sein Herz verloren.“

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Whistleblower Rui Pinto - auch bekannt als „John“ aus den Football Leaks - reagierte schon vor der Partie mit Sarkasmus und nannte die Vorgänge „ein Beispiel für Integrität und sportliche Wahrheit“ in der portugiesischen Liga: „Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten.“

Pinto prangert seit Jahren die Verfehlungen im Fußball an, auch zu Portugals Top-Klubs gab es immer wieder Enthüllungen.

Südafrika-Variante von Corona bei Belenenses

Bei Abstiegskandidat Belenenses sind nach Vereinsangaben alle Spieler geimpft.

Auch weil beispielsweise Mittelfeldspieler Cafú Phete aus Südafrika bereits zum dritten Mal mit Corona infiziert ist, fürchtet man laut Diario de Noticias, dass der aktuelle Ausbruch von der neuen COVID-Variante Omicron herrührt.

Cafú Phete war am 18. November aus seiner Heimat nach Lissabon zurückgekehrt.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)