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Fußball: Im Podcast "Flutlicht an!" spricht Antje Hagel über Sexismus

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Fußball: Im Podcast "Flutlicht an!" spricht Antje Hagel über Sexismus

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Sexismus im Fußball ernst nehmen!

Sexismus im Fußball ernst nehmen!

Antje Hagel setzt sich mit ihrem Netzwerk F_in – Frauen im Fußball gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt ein. Im Podcast „Flutlicht an!“ spricht sie über Erfahrungen und Forderungen.
Antje Hagel setzt sich mit ihrem Netzwerk F_in – Frauen im Fußball gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt ein. Im Podcast „Flutlicht an!“ spricht sie über Erfahrungen und Forderungen.
Antje Hagel setzt sich mit ihrem Netzwerk F_in – Frauen im Fußball gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt ein. Im Podcast „Flutlicht an!“ spricht sie über Erfahrungen und Forderungen.
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Mara Pfeiffer
Mara Pfeiffer

+++ Contentwarnung: In diesem Text wird sexualisierte Gewalt im Fußball thematisiert. Bitte achtet beim Lesen auf euch. +++

Wenn Antje Hagel über die Anfänge von „F_in – Netzwerk Frauen im Fußball“ spricht, klingt das wie eine wunderschöne Liebesgeschichte.

Und der Eindruck ist ja auch nicht verkehrt, geht es doch um Beziehungen. Sie habe „abends im Bett gedacht, mit der Frau muss ich mich nochmal treffen“, erzählt Hagel über die Nachwirkungen ihrer ersten Begegnung mit der Journalistin Nicole Selmer auf einem Podium anlässlich der Ausstellung „Tatort Stadion“.

Etwa 20 Jahre ist dieses Zusammentreffen der beiden Fußball-Begeisterten her und aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft für den Fußball ist ein starkes Netzwerk gewachsen. Im Juni 2022 veranstaltete F_in zum ersten Mal nach zweijähriger Corona-Pause ein Netzwerktreffen, mit All-Gender-Angeboten an den ersten und einem FLINTA-Only-Programm an den folgenden Tagen. Toll sei das gewesen, sich so zu sehen, schwärmt Hagel, die aus der Frauenbewegung kommt und sagt, sich Raum zu nehmen im Fußball, heiße auch, Genderstereotype zu brechen.

Gemeinsam mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Vertreter*innen von „Unsere Kurve“, der „Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte“, „KickIn! – Beratungsstelle Inklusion im Fußball“ und der „Koordinationsstelle Fanprojekte“ gründeten Hagel und andere F_in-Mitstreiterinnen 2019 das „Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt“.

Es sei an der Zeit, so Hagel, dass auch der Fußball sich diesem Thema intensiv widme, es als Problem anerkenne.

Übergriffe im Stadion: „Wir können das nicht mehr aushalten“

„Wir können das nicht mehr aushalten“, so beschreibt die Kulturwissenschaftlerin das Gefühl als Reaktion auf Übergriffe im Stadion und dessen Umfeld, die öffentlich wurden.

Gerade die mutmaßliche Vergewaltigung in einem Sonderzug und der Umgang damit schockiert Fans, die sich fragen: Wie sicher ist unser Stadionerlebnis eigentlich? Es gehe darum, Bedarfe zu klären, Vereine zu sensibilisieren und Hilfsangebote zu schaffen, erläutert Hagel.

„Ich glaube, es muss allen klar sein, dass Sexismus und sexualisierte Gewalt im Fußball existiert. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass mehr Menschen diese Begriffe in den Mund nehmen und sich dafür nicht schämen“, erklärt sie leidenschaftlich.

Erstanlaufstellen im Stadion seien auch deswegen so wichtig, weil nicht jede betroffene Person zur Polizei gehen könne oder wolle. Hagel spricht diesbezüglich von der Gefahr der Re-Traumatisierung und betont: „Es gibt überhaupt keine Verpflichtung, Erfahrungen sexualisierter Gewalt anzuzeigen.“

Darum werden Stadien zu Orten sexualisierter Gewalt

Wieso Stadien zu Orten sexualisierte Gewalt würden, habe mehrere Gründe. Zum einen sei der Fußball diesbezüglich ein gesellschaftlicher Bereich wie jeder andere und die Problematik trete leider überall auf. Zum anderen fühlten sich grenzüberschreitende Personen in gewissen Situationen im Stadion sicher, weil die körperliche Nähe und das Verschwinden in der Masse einen gewissen Schutz davor bieten, entdeckt und identifiziert zu werden.

Hagel glaubt, die jüngere Generation könne besser benennen, wenn Grenzen überschritten werden. „Gleichzeitig gibt es einen Backlash, Phantasien von Männern, die glauben, sie müssten das immer neu ausprobieren.“

Sie ist hoffnungsvoll, dass sich etwas verändert, wenn betroffene Personen über ihre Erfahrungen sprechen, um zu verhindern, dass andere sie ebenfalls machen müssen. „Wir brauchen einerseits Leute, die zuhören und andererseits Leute, die wissen, wohin sie sich wenden können.“ Und genau da setzt das Netzwerk an.

Disclaimer: Die Autorin gehört dem Netzwerk F_in – Frauen im Fußball an.



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