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DFB-Team? "Kann ich mich nicht mehr mit identifizieren"

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Wirtz? „Lebensmüde ist er nicht“

Nach vielen Jahren in der Bundesliga spielt Kerem Demirbay jetzt bei Galatasaray in der Türkei. Der Mittelfeldspieler berichtet, warum er Deutschland nicht vermisst und was er an Florian Wirtz bewundert.
Kerem Demirbay spielt inzwischen für Galatasaray
Kerem Demirbay spielt inzwischen für Galatasaray
© IMAGO/Seskim Photo
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Nach vielen Jahren in der Bundesliga spielt Kerem Demirbay jetzt bei Galatasaray in der Türkei. Der Mittelfeldspieler berichtet, warum er Deutschland nicht vermisst und was er an Florian Wirtz bewundert.

Kerem Demirbay war einst einer der Top-Spieler der Bundesliga. Insgesamt 184 Bundesligaspiele absolvierte der 31-Jährige, für den einst Bayer Leverkusen satte 32 Millionen an die TSG Hoffenheim überwies.

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Mittlerweile verdient Demirbay sein Geld in der Türkei. Seit dem Sommer 2023 schnürt er seine Schuhe für Galatasaray. In der Türkei fühlt er sich mittlerweile mehr zu Hause als in Deutschland und dass, obwohl er zuvor sein ganzes Leben in Deutschland gewohnt hatte und sogar zwei A-Länderspiele für das DFB-Team absolvierte.

„Bitte, das soll nicht falsch klingen. Ich bin in Deutschland groß geworden und dem Land sehr dankbar. Aber jetzt bin ich in der Türkei zu Hause und möchte hier nicht mehr weg. Sobald ich meinen Fuß auf türkische Erde setze, fühle ich mich zu Hause. Die Lebensqualität in Istanbul kannst du mit keiner deutschen Stadt vergleichen“, erklärte Demirbay im Interview mit Spox.

Kerem Demirbay spielt inzwischen für Galatasaray
Kerem Demirbay spielt inzwischen für Galatasaray

Trotz seiner Vergangenheit könne er sich deshalb auch keine Rückkehr in die Nationalmannschaft vorstellen: „Wenn mich der DFB heute für eine WM anfragen würde, würde ich mit großem Respekt sagen: Leute, ich fliege lieber mit meiner Familie in den Urlaub. Ich habe mit der deutschen Nationalmannschaft abgeschlossen und kann mich nicht mehr mit ihr identifizieren.“

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Demirbay: Deutsche Polizei behandelte mich wie Verbrecher

Klare Worte des ehemaligen A-Nationalspielers, der mit einem Beispiel aus seiner Zeit in Deutschland auch verdeutlicht, warum es ihm aktuell in der Türkei besser gefällt.

„Letztens hat es plötzlich am Zaun meines Anwesens gebrannt. Nach drei Minuten waren 35 Menschen da und haben geholfen“, erinnert sich Demirbay und berichtet gleichzeitig von einer ähnlichen Situation in Deutschland: „Als bei meinem Nachbarn in Düsseldorf einmal der Alarm losging, bin ich mit Latschen rausgerannt und wollte helfen. Gleichzeitig kam die Polizei an und hat mich behandelt, als wäre ich der Verbrecher.“

Das Beispiel würde klar die Unterschiede zwischen dem Zusammenleben in Deutschland und der Türkei verdeutlichen. In seiner aktuellen Heimat sein der Zusammenhalt einfach größer.

"Ich habe vier Jahre lang in Düsseldorf gewohnt und mein Nachbar hat mich nicht ein einziges Mal gegrüßt. Wenn ich „Guten Morgen“ gesagt habe, dann hat er mich angeschaut wie: Was willst du von mir, Alter? Ich will nicht verallgemeinern, aber viele Leute in Deutschland sind so kühl, so kalt. Das ist unglaublich. Hier in der Türkei sind alle viel herzlicher. Nach eineinhalb Jahren kenne ich jeden im Viertel", erzählt Demirbay.

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Wirtz? „Lebensmüde ist er auch wieder nicht“

Trotzdem bereue er seine Entscheidung, so lange in Deutschland geblieben zu sein und sich auch gegen die türkische und für die deutsche Nationalmannschaft entschieden zu haben, nicht. „Ich stehe hinter all meinen Entscheidungen. Aber natürlich habe ich mir gewünscht, öfter für Deutschland zu spielen.“

Im DFB-Team hätte er dann auch an der Seite seines ehemaligen Teamkollegen Florian Wirtz auf dem Platz stehen können. An die gemeinsame Zeit der beiden in Leverkusen erinnert sich Demirbay gerne zurück: „Erstmals wahrgenommen habe ich ihn bei einem Trainingsspiel A-Elf gegen B-Elf im Stadion. Da dachte ich nur: Ach du Scheiße, ist der gut!“

Besonders beeindrucken fand er das Selbstvertrauen, welches Wirtz schon in jungen Jahren auszeichnete.

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„Ich habe Flo gesagt: ‚Du bist so gut, du wirst irgendwann einer der besten Spieler der deutschen Nationalmannschaft sein.' Daraufhin hat er erwidert: ‚Das weiß ich.' Er ist brutal selbstbewusst und ihm ist alles rundherum scheißegal“, erinnert sich Demirbay und gerät ins Schwärmen: „Ihm ist es auch völlig egal, wie alt oder berühmt sein Gegenüber ist. Flo neigt seinen Kopf vor niemandem. Ich liebe solche Typen, die Eier in der Hose haben und dreckig sein können, wenn es darauf ankommt.“

Kerem Demirbay erinnert sich gerne an die Zeit mit Florian Wirtz
Kerem Demirbay erinnert sich gerne an die Zeit mit Florian Wirtz

Wirtz würde dabei auszeichnen, dass er jederzeit den Unterschied ausmachen könne, egal ob er vorher brillierte oder schwach spielte. Er würde das Vertrauen in die eigenen Qualitäten nie verlieren: „Ihm ist es auch völlig egal, wie alt oder berühmt sein Gegenüber ist. Flo neigt seinen Kopf vor niemandem. Ich liebe solche Typen, die Eier in der Hose haben und dreckig sein können, wenn es darauf ankommt.“

Gegen Demirbay, der in der Bundesliga auch als härterer Hund bekannt war, habe er sich so etwas im Training aber nicht getraut, wie er lachend verriet: „Nein, lebensmüde ist er auch wieder nicht.“