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Legende des DDR-Fußballs unerwartet verstorben: "Wir sind fassungslos"

Legende des DDR-Fußballs gestorben

Der FC Erzgebirge Aue trauert um den früheren Top-Torjäger der Wismut-Ära: Harald Mothes ist unerwartet verstorben - wenige Wochen nach einer großen Würdigung.
Harald Mothes im Jahr 1985
Harald Mothes im Jahr 1985
© IMAGO / Rust
Conrad Fröhlich
Der FC Erzgebirge Aue trauert um den früheren Top-Torjäger der Wismut-Ära: Harald Mothes ist unerwartet verstorben - wenige Wochen nach einer großen Würdigung.

Große Trauer um eine Legende des Ost-Fußballs: Harald Mothes ist im Alter von 69 Jahren unerwartet verstorben. Das gab der FC Erzgebirge Aue am Samstagnachmittag bekannt.

Der Drittliga-Absteiger würdigte den einstigen Toptorjäger als einen „der besten Fußballer der Vereinsgeschichte, eine der prägendsten Figuren in 80 Jahren Wismut Aue“ und „eine der größten Persönlichkeiten“ seiner Historie. „Der FC Erzgebirge Aue ist fassungslos und ringt nach Worten“, heißt es in der Mitteilung.

Harald Mothes: Toptorjäger einer goldenen Ära des Klubs

Für den früheren FC Wismut Aue (bzw. noch früher: BSG Wismut Aue) absolvierte Mothes zu DDR-Zeiten 303 Punktspiele in der DDR-Oberliga und krönte sich mit 103 Treffern zum zweitbesten Torschützen in der Klubhistorie der Veilchen.

Über 15 Jahre hinweg (1975-1990, unterbrochen von eineinhalb Jahren Wehrdienst) stand der gelernte Schlosser für die Lila-Weißen auf dem Rasen und war dabei Teil der „goldenen Generation“ mit Holger Erler, Jürgen Escher, Volker Schmidt und Torhüter Jörg Weißflog. In den 80er Jahren qualifizierte Wismut Aue sich unter den Trainern Hans-Ulrich Thomale und Hans Speth zweimal für den UEFA-Pokal.

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Mit seinen Leistungen machte er auch den damaligen Trainer der DDR-Nationalelf, Bernd Stange, auf sich aufmerksam und absolvierte 1984 sein erstes und einziges Nationsspiel (2:1-Sieg gegen CSSR). Er war der erste Auer Nationalspieler seit zwei Jahrzehnten – konnte sich wegen der großen Konkurrenz im Sturm aber nicht dauerhaft durchsetzen.

In der Olympiamannschaft der DDR war er eine feste Größe, verpasste aber zweimal mit ihr den ersehnten Auftritt bei den Spielen – 1984 in Los Angeles wegen des politischen Boykotts der Ostblock-Staaten, 1988 in Seoul sportlich.

Erst vor wenigen Wochen groß gewürdigt

Mothes lebte nach der Wiedervereinigung in Bayern, spielte dort noch im Amateurbereich beim TSV Ampfing und war dort später Klubfunktionär.

Traurig: Erst im vergangenen Jahr war Mothes zurück in die erzgebirgische Heimat gezogen und wurde noch im März bei einem Festakt zum 80. Vereinsgeburtstag in die „Elf aller Zeiten“ berufen.

Der Klub spricht den Angehörigen sein Beileid aus und gelobt: Man werde „den Namen Harald Mothes immer in Ehren halten und dem großen Sportsmann gedenken“.

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