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"Es lief einfach": Olympia-Gold von 1976 jährt sich zum 50. Mal

„Es lief einfach“: Olympia-Gold von 1976 jährt sich zum 50. Mal

Gerd Kische erinnert sich im SID-Interview an den Olympiasieg von 1976.
Die DDR-Spieler feiern Trainer Buschner
Die DDR-Spieler feiern Trainer Buschner
© picture alliance/dpa/SID/Weihe/dpa
Gerd Kische erinnert sich im SID-Interview an den Olympiasieg von 1976.

Ein halbes Jahrhundert nach dem Olympiasieg der DDR-Fußballer von Montreal erinnert sich Gerd Kische immer noch gerne an seinen größten Erfolg. „Natürlich ist man stolz darauf, so eine Medaille erreicht zu haben. Aber dass ich täglich daran denke oder mich für etwas ganz Besonderes halte, das ist nicht der Fall“, sagte der frühere Nationalspieler im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Am Freitag jährt sich der Erfolg zum 50. Mal. Bereits im April trafen sich acht von 17 Spielern – vier sind schon gestorben – in Dierhagen bei Rostock und schwelgten in Erinnerungen.

Kische, Spieler und später Präsident von Hansa Rostock, hat vor allem eine Situation im Kopf. Nach dem 0:0 zum Auftakt gegen Brasilien habe Verbandschef Manfred Ewald die Mannschaft scharf kritisiert. „Ein Unentschieden gegen Brasilien war für ihn eine Katastrophe. Daran erkennt man, dass er vom Fußball entweder keine Ahnung hatte oder kein Verständnis dafür“, sagte Kische.

Doch Trainer Georg Buschner richtete die Mannschaft schnell wieder auf. „Schorsch hat die richtigen Schlüsse gezogen und gesagt: Wir machen unser Ding“, sagte Gerd Weber, mit 20 Jahren damals jüngster Spieler der Mannschaft.

Daran erinnert sich auch Kische. „Nach diesem ‚Zusammendonnern‘ durch Ewald kam vielleicht dieses ‚Jetzt erst recht‘. Danach wurde es immer besser, immer lockerer und immer erfolgreicher, und dann – wie sagt man so schön – lief es einfach.“ Auf das 0:0 gegen Brasilien folgten Siege gegen Spanien, Frankreich und das sozialistische Bruderland Sowjetunion, ehe im Endspiel die Krönung mit einem 3:1 gegen Polen gelang.

Auch wenn Kische bis heute stolz ist, hat der Olympiasieg sein Leben nicht grundlegend verändert. „Bei mir steht ja nicht ‚Olympiasieger Kische‘ an der Haustür“, sagte der inzwischen 74-Jährige.