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Wie Kanté sich beinahe um den WM-Titel gebracht hätte

Frankreich? Kanté hatte andere Pläne

N’Golo Kanté prägte das französische Spiel in den letzten Jahren maßgeblich mit. Wie Ex-Teamkollege Jamie Vardy jetzt enthüllt, wollte der Mittelfeldspieler eigentlich gar nicht für die "Grande Nation" spielen.
Frankreich und England liefern sich im kleinen Finale der WM ein unfassbares Spektakel. England setzt sich am Ende nach einem wahren Torfestival mit 6:4 durch.
Lars Hinzberg
N’Golo Kanté prägte das französische Spiel in den letzten Jahren maßgeblich mit. Wie Ex-Teamkollege Jamie Vardy jetzt enthüllt, wollte der Mittelfeldspieler eigentlich gar nicht für die "Grande Nation" spielen.

N’Golo Kanté gilt für viele als Blaupause des „etwas anderen Profis“. Mini Cooper statt Ferrari, bescheidener Meistermacher in der Premier League und beim WM-Triumph mit den Franzosen musste man ihn fast zwingen, auch einmal mit dem Pokal zu jubeln. Wie sein damaliger Weggefährte von Leicester City Jamie Vardy berichtete, hätte sich Kanté zu Ehren seines Vaters sogar fast gegen das Star-Ensemble bei Les Bleus entschieden.

„Er wollte wegen seines Vaters für Mali spielen, aber Frankreich hatte ihn vor Mali angerufen“, erklärte der Engländer in seinem Podcast Jamie Vardy’s Having A Party. Kantés Eltern stammen beide aus Mali und wanderten später nach Frankreich aus. Der Mittelfeld-Lenker selbst wurde 1991 in Paris geboren und wäre somit für beide Nationen spielberechtigt gewesen. Sein Vater starb, als Kanté elf Jahre alt war.

Kanté wollte eigentlich für Mali spielen

Die Familie war wohl ein wichtiger Faktor, der den mittlerweile 35-Jährigen ernsthaft überlegen ließ. Zur Verwunderung seiner Mitspieler bei Leicester: „Wir waren alle auf dem Trainingsplatz und dachten uns: ‚Worüber denkst du eigentlich gerade nach?‘ Wir dachten: ‚Frankreich wird gewinnen. Geh zu Frankreich.‘ Aber so ist er einfach“, erzählte Vardy die Geschichte weiter.

Und er sollte dann auch gehen. 2016 debütierte der Sechser für die Équipe Tricolore und hatte direkt seinen Anteil an der Vize-Europameisterschaft im eigenen Land. 2018 folgte die Krönung mit dem WM-Pokal. Seit seinem Debüt verpasste er für Frankreich lediglich die WM 2022 verletzungsbedingt. In diesem Jahr blieb er in den USA, Kanada und Mexiko ohne Einsatzminute auf der Bank.