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Müller kritisiert DFB! Erfolge "auf Pump gekauft"

Müller übt deutliche Kritik am DFB

Thomas Müller glaubt, dass in den deutschen U-Mannschaften oft nicht die Spieler mit dem meisten Potenzial aufgestellt werden. Auch Jürgen Klopp schaltet sich in die Diskussion ein.
Kurz vor dem WM-Finale diskutieren Thomas Müller und der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp über die Zukunft des deutschen Fußballs. Dabei stellt Müller eine These zu Florian Wirtz auf.
Thomas Müller glaubt, dass in den deutschen U-Mannschaften oft nicht die Spieler mit dem meisten Potenzial aufgestellt werden. Auch Jürgen Klopp schaltet sich in die Diskussion ein.

Für Ex-Nationalspieler Thomas Müller sind Erfolge deutscher Nachwuchsmannschaften „auf Pump“ gekauft. Die EM-Finals mit der U19 oder U21 bilden laut Müller nicht die Realität ab.

„Mir kommt es so vor, dass die individuelle Entwicklung weniger wichtig ist als der mannschaftliche Erfolg“, meinte Müller bei MagentaTV wenige Stunden vor dem WM-Finale (ab 21 Uhr im LIVETICKER). So werde mehr Wert auf Taktik und Disziplin gelegt.

„Ich habe das Gefühl, wir erkaufen das mit Spielern, die älter sind und als Mannschaft gut funktionieren. Wir lassen nicht den Spieler spielen, in dem wir mehr Potenzial sehen“, ergänzte der 36-Jährige vor dem Duell zwischen Argentinien und Spanien in den USA.

Klopp: „Wir müssen Kinder zum Fußball bringen“

Neben Müller stand Jürgen Klopp, zukünftiger Bundestrainer, und versuchte, seine Sicht der Dinge mitzuteilen. Man müsse, sagte Klopp, den Fußball der Gegenwart und der Zukunft sehen.

Für die Zukunft gebe es nur einen Weg: „Wir müssen Kinder zum Sport und zum Fußball bringen“, sagte er, warnte darüber hinaus aber vor zu einfachen Schlüssen: „Wir kreieren hier nur Schlagzeilen, aber nichts davon trifft den Kern.“

In der Gegenwart, um die er sich bald kümmern wird, gelte es „einen Weg für das Talent zu finden, das wir haben, und das nicht so schlecht ist“, ergänzte Klopp: „Es ist Talent da, aber wir müssen eine Erwartungshaltung kreieren, mit der die Spieler umgehen können.“

Da stimmte Müller, Weltmeister von 2014, zu: „Das ist für mich ein entscheidendes Thema.“

Jürgen Klopp gilt als Nachfolger des gescheiterten Bundestrainers Julian Nagelsmann als Hoffnungsträger des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).