Fußball>

Neue FIFA-Eskalation: Infantino aus eigenen Reihen attackiert!

Infantino aus eigenen Reihen attackiert

Der Widerstand gegen Gianni Infantino wächst weiter – und kommt nun sogar aus den eigenen Reihen. Kevin Lamour, Betriebsdirektor der FIFA, hat den Präsidenten des Weltverbandes scharf kritisiert.
FIFA-Präsident Gianni Infantino plant, kommerzielle Rechte an Investoren um Donald Trump zu verkaufen. Die UEFA und die CONCACAF wehren sich vehement und drohen sogar mit einem Boykott.
Der Widerstand gegen Gianni Infantino wächst weiter – und kommt nun sogar aus den eigenen Reihen. Kevin Lamour, Betriebsdirektor der FIFA, hat den Präsidenten des Weltverbandes scharf kritisiert.

Der Rückhalt für FIFA-Präsident Gianni Infantino bröckelt dahin. Nun hat sich auch sein jahrelanger Vertrauter Kevin Lamour, Betriebsdirektor der FIFA, geäußert.

Bei der Nachrichtenagentur AP warf der 44-Jährige seinem Boss mangelnde Transparenz im Zusammenhang mit den Plänen vor, Anteile an FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu veräußern.

„Nicht nur die Vizepräsidenten der FIFA, die Mitglieder des FIFA-Rates, die Konföderationen, die Verbände, die Spieler, die Ligen, die Vereine und die Fans wurden ignoriert. Auch die eigene Verwaltung der FIFA wurde getäuscht“, schrieb Lamour in seiner Stellungnahme. Sie alle hätten „etwas Besseres verdient als Verachtung und Einschüchterung“.

Schwere Vorwürfe gegen Infantino

Lamour arbeitete bereits während Infantinos Zeit bei der UEFA eng mit dem heutigen FIFA-Präsidenten zusammen und zählt zu dessen langjährigen Vertrauten. Umso bemerkenswerter fällt seine öffentliche Kritik aus.

„Unsere Aufgabe – die Aufgabe von hunderten leidenschaftlichen, engagierten und vorbildlichen FIFA-Mitarbeitern – ist es, dem Fußball zu dienen. Nicht aber, die persönlichen Interessen einer Person zu vertreten, die leider glaubt, sie verkörpere die FIFA, obwohl sie eigentlich in deren Dienst stehen sollte“, erklärte Lamour weiter.

Besonders schwer wiegt dabei sein Vorwurf, Infantino habe das Vorhaben ohne Rückhalt innerhalb der Organisation vorangetrieben. „Es ist das Projekt einer einzigen Person“, sagte Lamour.

Nun sei der Zeitpunkt gekommen, „an dem sich die politischen Entscheidungsträger im Fußball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen müssen.“

„Dann werde ich ruhig schlafen“

Dass seine Aussagen persönliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten, ist dem FIFA-Funktionär bewusst. Dennoch hält er an seiner Kritik fest.

„Wenn das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann soll es so sein. Ich werde diese Entscheidung verstehen und respektieren. Aber zumindest werde ich heute Nacht ruhig schlafen“, erklärte Lamour.

Bereits zuvor hatte Infantinos leitender Berater Carlos Cordeiro aus Protest gegen dessen Investorenpläne seinen Rücktritt verkündet. Zudem hatten die Kontinentalverbände UEFA, CONCACAF und AFC Widerstand angekündigt.