Der Fußball-Weltverband FIFA hat nach massiver Kritik seine Investorenpläne aufgegeben. Das teilte Präsident Gianni Infantino in der Nacht zu Samstag in einem Statement mit. Zuvor hatten bereits die Kontinentalverbände UEFA, CONCACAF und AFC Widerstand gegen Infantinos Vorhaben, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen, angekündigt.
Nach massiver Kritik: FIFA gibt Investorenpläne auf
Nach massiver Kritik: FIFA gibt Investorenpläne auf
„Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen“, sagte Infantino: „Unser Ziel war es stets, und wird es auch immer bleiben, zu vereinen und zu verbessern. Daher wird dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt.“
Der Weltverband hatte am Dienstag mitgeteilt, dass dieser die Gründung der FIFA Forward Enterprise (FFE), einer Tochtergesellschaft, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln sollte, plane. Medienberichten zufolge hatte Infantino den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt, die Verbände sollten mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert werden. Eine einfache Mehrheit hätte ausgereicht, um das Vorhaben umzusetzen.
Am Donnerstag hatte dann zunächst die UEFA einen Boykott aller FIFA-Turniere angekündigt, sollte Infantino seinen Investorendeal durchdrücken. Dieser Gegenwehr schlossen sich CONCACAF, der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik, und die asiatische Fußball-Konföderation (AFC) an. Der Druck auf Infantino wuchs, am Freitag trat auch sein leitender Berater Carlos Cordeiro aus Protest zurück.
„Das Projekt ‚FIFA Forward Enterprise‘ sollte eine Grundlage für die weitere Stärkung unserer FIFA-Mitgliedsverbände und unseres Sports weltweit schaffen, insbesondere in jenen Ländern, in denen Unterstützung am dringendsten benötigt wird“, sagte Infantino: „Und darüber hinaus, wie wir von Anfang an betont haben, sollte dies nur dann geschehen, wenn eine Mehrheit der FIFA-Mitgliedsverbände dem zustimmt, stets im Rahmen eines Konsultationsprozesses mit ihnen, dem FIFA-Rat, den Konföderationen und weiteren Interessengruppen.“
Für die Zukunft sei es nun seine „Absicht, alle interessierten Parteien in den kommenden Tagen und Wochen im Geiste des gemeinsamen Interesses an unserem Sport wieder zusammenzubringen“, sagte Infantino, „mit dem Ziel, den Fußball überall weiter voranzubringen, insbesondere in jenen Ländern, die unsere Unterstützung am dringendsten benötigen.“
Nach dem Aus teilte die AFC mit, dass sie die Rücknahme des Vorschlags „begrüße“. Jede Initiative, die Auswirkungen auf den weltweiten Fußball haben könnte, solle „rechtzeitig, transparent und konstruktiv den Konföderationen, dem FIFA-Rat, den Mitgliedsverbänden und anderen Interessengruppen vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden“, hieß es in einem Statement.