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"War mein bester Trainer": Holtbys Erinnerungen an Tuchel

„Tuchel war mein bester Trainer“

Im Sommer setzte Lewis Holtby einen Schlussstrich unter seine durchaus facettenreiche Spielerkarriere. Eine Menge schillernder Vereine und Trainer begleiteten ihn durch diese Zeit. Nun spricht er über sein Verhältnis zu Felix Magath und überrascht mit Aussagen zu Thomas Tuchel.
Der junge Lewis Holtby spielte in Mainz unter Thomas Tuchel
Der junge Lewis Holtby spielte in Mainz unter Thomas Tuchel
© IMAGO/DeFodi
Lars Hinzberg
Im Sommer setzte Lewis Holtby einen Schlussstrich unter seine durchaus facettenreiche Spielerkarriere. Eine Menge schillernder Vereine und Trainer begleiteten ihn durch diese Zeit. Nun spricht er über sein Verhältnis zu Felix Magath und überrascht mit Aussagen zu Thomas Tuchel.

Shootingstar bei Mainz 05, Premier League mit Tottenham Hotspur, Champions League mit dem FC Schalke, Abstieg mit dem HSV, Aufstieg mit Holstein Kiel. Die Karriere von Lewis Holtby gibt im Rückblick fast alle Höhen und Tiefen der Gefühlswelt wieder. Insgesamt 10 Vereine und 26 Cheftrainer erlebte der 36-Jährige, der in diesem Sommer seine Karriere beendete, in dieser Zeit. Zwei Exzentriker blieben ihm dabei ganz besonders in Erinnerung.

Wer aus der illustren Liste mit unter anderem Bruno Labbadia, Huub Stevens oder Ralf Rangnick sein bester Trainer war, wurde der ehemalige Mittelfeldspieler im kicker-Interview gefragt. „Thomas Tuchel. Ich denke, das darf ich sagen, ohne allen anderen zu nahe zu treten“, offenbarte er.

Holtby lobt Tuchels empathische Art

Unter dem heutigen England-Trainer erlebte Holtby 2010/11 einen rasanten Aufstieg in Mainz. Als Teil der „Bruchweg Boys“ erreichte er gemeinsam mit Ádám Szalai und André Schürrle die Europa League mit den 05ern und debütierte in dieser Zeit für die Nationalmannschaft. Auch ein Verdienst des Trainers, findet Holtby, der eine Eigenschaft Tuchels hervorhebt, für die der Coach sonst nicht unbedingt bekannt ist.

„Was er schon damals taktisch draufhatte, wie haarklein er unsere Gegner seziert hat, das war phänomenal. Aber genauso fand ich seine empathische Art. […] Tuchel wusste immer genau, wann er mir Zunder geben und wann er mich auch mal in den Arm nehmen oder einen Scherz machen musste. Damit hat er riesigen Einfluss auf meine Karriere genommen.“

Der Ruf eines genialen Taktikers eilt Tuchel schon länger voraus, genauso jedoch auch die Stimmen, die ihn als menschlich kompliziert und polarisierend bezeichnen. Davon zeugen unter anderem seine Amtszeiten beim BVB oder dem FC Bayern München.

Magath „wirkte immer so, als wolle er mir etwas Böses“

Der 52-Jährige ist jedoch nicht der einzige schillernde Name aus Holtbys Laufbahn. Seine ersten Schritte als Bundesliga-Profi beim FC Schalke 04 machte er unter niemand Geringerem als Felix Magath, ebenfalls nicht unbedingt bekannt für seine überbordende Herzlichkeit im Umgang mit seinen Spielern. Damit hatte auch Holtby zu kämpfen: „Da wirkte es irgendwie immer so, als wolle er mir etwas Böses. Immer Druck, das harte Training, und bei Gesprächen saß er dir gegenüber und hat ganz lange einfach nichts gesagt.“

Heute sieht Holtby, der nach seiner aktiven Laufbahn die Seiten wechseln und als Trainer weitermachen möchte, die Methoden Magaths etwas reflektierter. „Ich kann jetzt verstehen, was er damit bezwecken wollte. Bei vielen Spielern hat er genau damit einen Jetzt-erst-recht-Effekt und eine Leistungsexplosion ausgelöst. Ich war eben der Typ, der auch mal eine Umarmung gebraucht hätte.“

Als Youngster dennoch eine wichtige Erfahrung für ihn: „Ich hatte damals erstmal minus 40 Prozent Selbstvertrauen. Doch vielleicht war es auch wichtig für mich, mal richtig auf die Schnauze zu fallen. […] Magath ist für mich ein Top-Trainer und definitiv auch kein schlechter Mensch. Aber mit dem 18‑jährigen Lewis hat das einfach nicht gepasst.“

Doch auch später änderte sich dieses Verhältnis nicht signifikant. 2014 gab es zwischen beiden das unverhoffte Wiedersehen beim FC Fulham in der englischen Premier League. „Holtby ist ein sehr veranlagter Spieler, aber einfach kein Kämpfer“, setzte es auch damals schonungslose Kritik für den Spieler.