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Schwabl kritisiert TV-Verträge

Schwabl kritisiert TV-Verträge

Die SpVgg Unterhaching hat mit dem Börsengang eigene Wege beschritten. Für Präsident Manni Schwabl ist das eine Reaktion auf die Verteilung der TV-Gelder.
Sarpreet Singh trifft zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für den FC Bayern. Trotzdem reicht es gegen im Derby gegen unterhaching nicht zum Sieg,
. SPORT1
von SPORT1
05.09.2019 | 11:08 Uhr

Präsident Manni Schwabl von der SpVgg Unterhaching hat das finanzielle Gefälle im deutschen Profifußball angeprangert.

Für den Boss des Drittligisten, der im Sommer an die Börse ging, genießt daher in den kommenden Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga Priorität.

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"Die 3. Liga ist insgesamt sportlich total attraktiv. Wir fühlen uns da pudelwohl. Aber wirtschaftlich ist die Diskrepanz zur Zweiten Liga einfach eine Katastrophe. Deswegen müssten wir wirtschaftlich eigentlich raus, obwohl wir uns sportlich pudelwohl fühlen", sagte Schwabl in der Magenta Sport: Arena auf SPORT1.

Schwabl kritisiert Verteilung der TV-Gelder

Vor allem die Unterschiede bezüglich der Verteilung der TV-Gelder in den ersten drei Profiligen stieß Schwabl sauer auf. Während die Hachinger etwa eine Million Euro erhalten, kassieren die Zweitligisten im Schnitt 15 Millionen Euro. "Da brauche ich nicht studiert haben, dass das irgendwo nicht zusammenpasst", sagte Schwabl.

Der 53-Jährige appellierte: "Da sollten sich die Verbände, der DFB und die DFL, mal Gedanken machen. Nicht nur wir Vereine, aber wir sitzen natürlich auch mit im Boot. Wir haben unser Schicksal jetzt in die eigene Hand genommen. Wenn wir warten, bis DFL und DFB mal aufwachen, vergeht die Zeit und es passiert nichts." 

Schwabl: "Sind komplett auf dem Holzweg"

Schwabl schwebt ein Betrag von drei bis vier Millionen Euro an TV-Geldern vor. Zudem forderte er, dass sich die vor elf Jahren gegründete eingleisige 3. Liga wieder auf ihre Ursprünge besinnen würde:

"Die 3. Liga wurde im Jahr 2008 als Nachwuchsliga installiert, davon sehe ich aber weit und breit nichts. Wenn es wichtiger ist, dass 30- bis 35-jährige Spieler ihre Karriere in der 3. Liga ausklingen lassen und die Nachwuchsspieler aus Deutschland keine Plattform haben, dann stimmt etwas nicht. Da müssen wir uns alle mal Gedanken machen."

Wenn die 3. Liga kein Sprungbrett für die ersten beiden Ligen sei, "dann können wir sie ja gleich abmelden", meinte Schwabl. "Alle sagen immer, die Basis ist wichtig. In der Theorie ist sie wichtig, aber in der Praxis sehe ich davon nichts. Ich muss doch schauen, dass ich die eigenen Wurzeln stärke. So wie es momentan läuft, sind wir komplett auf dem Holzweg."