Die Drittliga-Partie zwischen 1860 München und Erzgebirge Aue ist wegen schlechter Sicht zwischenzeitlich unterbrochen worden.
3. Liga: Spiel von TSV 1860 München muss unterbrochen werden!
Nebel-Irrsinn bei 1860-Spiel
Dichte Nebelschwaden zogen beim 2:1 (1:1)-Sieg der Löwen am Dienstagabend über Giesings Höhen und hüllten das städtische Stadion an der Grünwalder Straße mehr und mehr ein.
Wenige Minuten nach dem Treffer von Sigurd Haugen (50.) zum 2:1 für die Löwen unterbrach Schiedsrichter Tom Bauer nach Rücksprache mit den Verantwortlichen die Begegnung.
Schiri: „Ich musste das Spiel kurz unterbrechen“
„Wir haben gemerkt, dass in der zweiten Halbzeit die Sicht immer schlechter wurde“, erklärte Bauer hinterher bei MagentaSport sein Vorgehen. „Wir müssen grundsätzlich von Torlinie zu Torlinie schauen und dann ist es schon mal ein guter Indikator, wenn die Jungs nicht mehr auf die andere Seite schauen können. Ich habe dann beide Spielführer mit ins Boot geholt.“
1860-Torhüter Thomas Dähne machte den Schiri dann darauf aufmerksam, dass er das andere Tor nicht mehr erkennen könne. „Ich bin dann selbst auf die Torlinie gegangen und das andere Tor war wirklich ganz, ganz schwierig zu erkennen. Dann musste ich letztendlich das Spiel kurz unterbrechen, um dem Nebel die Chance zu geben, rauszuziehen“, sagte Bauer.
Er müsse gemäß Regel unterbrechen, wenn er nicht mehr von Tor zu Tor blicken könne. „Das ist die klare Regel. Dann haben wir einen Richtwert von 30 Minuten. So lange kann ein Spiel unterbrochen sein.“
Die Zeitspanne sei dehnbar, wenn absehbar sei, dass es danach unmittelbar weitergehe, führte der Unparteiische weiter aus: „Das haben wir heute nicht gebraucht. Wir haben zwischendurch mit beiden Mannschaften immer wieder gesprochen. Dann ist es ganz gut rausgezogen, sodass wir dann in Absprache mit beiden Mannschaften weitermachen konnten. Dann haben wir es gut zu Ende gebracht.“
Aue-Profi übt Kritik: „Verstehe ich nicht ganz“
Den Austausch mit den Verantwortlichen bezeichnete Bauer als professionell. Zuvor hatte Aues Marcel Bär im TV-Interview leise Kritik anklingen lassen. „Es wurde ja danach nicht besser, als es abgebrochen wurde. Der Nebel ist ja nicht weggegangen. Deswegen verstehe ich es nicht ganz“, sagte Bär. „Das hat der Schiri so entschieden und wir haben zu Ende gespielt.“
Von Löwen-Abwehrspieler Raphael Schifferl gab es hingegen Zuspruch für die Entscheidung des Schiris: „Es war echt schon grenzwertig. Deswegen war es richtig, dass man kurz unterbricht. Es wäre schade gewesen, wenn wir es abgebrochen hätten. Wir haben super gespielt bis dahin. Wenn man es am Ende gewinnt, bin ich sehr froh, dass das Ganze durchgegangen ist.“
Nebel sorgt für Spielunterbrechung - Fans zünden Pyro
Kurz nach der Spielunterbrechung zündeten die Löwen-Fans in der Fankurve massiv Pyrotechnik, wodurch die Sicht zusätzlich beeinträchtigt wurde.
„Die Sechziger-Kurve versucht da ein wenig Licht in den Nebel zu bringen, aber Sorry, das ist nicht intelligent, das ist kontraproduktiv“, sagte Kommentator Oskar Heirler bei MagentaSport. „Ich weiß nicht, ob der Nebel so weniger wird.“
Für eine gute Viertelstunde ruhte der Ball. Nachdem sich der Nebel wieder etwas gelichtet hatte, konnte die Partie fortgesetzt werden.
In der Anfangsphase brachte Maximilian Wolfram (7.) die Gastgeber zunächst in Führung. Bär (12.) glich wenig später für Aue aus.