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Afrika-Cup: "Falscher" Lumumba als Superfan

Afrika-Cup: Superfan wird verhöhnt

Ein Anhänger der DR Kongo begeistert Millionen TV-Zuschauer und die Anhänger in den Stadien. Ein Algerier macht sich über ihn lustig.
Superfan Michel Kuka Mboladinga (r.)
Superfan Michel Kuka Mboladinga (r.)
© AFP/SID/SEBASTIEN BOZON
Ein Anhänger der DR Kongo begeistert Millionen TV-Zuschauer und die Anhänger in den Stadien. Ein Algerier macht sich über ihn lustig.

Die Demokratische Republik Kongo ist am Dienstag im Achtelfinale des Afrika-Cups ausgeschieden – doch ein Fan der „Leoparden“ wird den Anhängern und Millionen TV-Zuschauern in Erinnerung bleiben: Michel Kuka Mboladinga.

Der farbenfroh gekleidete Kongolese wurde zum Symbol des Turniers, weil er während der Spiele seiner Mannschaft als menschliche Statue an den Unabhängigkeitsführer Patrice Lumumba erinnerte.

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Kuka stand dabei über 90 oder 120 Minuten regungslos mit erhobenem rechten Arm und geöffneter Handfläche auf der Tribüne und blickte in den Himmel. Für insgesamt 438 Minuten bewegte er sich während des Turniers keinen Zentimeter.

Ärger um algerischen Jubel

Seine Pose erinnerte an eine Statue von Lumumba in der Hauptstadt Kinshasa. Der erste Premierminister des unabhängigen Kongo (heute DR) und einer der Vorkämpfer der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung war 1961 ermordet worden. Er wird bis heute als Symbolfigur verehrt.

Umso größer war die Verärgerung zahlreicher Fans, als sich der algerische Nationalspieler Mohammed Amoura nach dem späten Siegtreffer seines Teams gegen den Kongo offenbar über den nun berühmten Fan lustig machte.

Amoura baute sich auf dem Feld vor Mboladinga auf, ahmte dessen Geste nach und legte sich dann auf den Boden und tat so, als ob er schlafe. Im Netz verurteilten auch zahlreiche Fans aus Algerien die Aktion.

In Frankreich schrieb RMC Sport: „Amoura ‚trollt‘ Michel Kuka Mboladinga". In der Emotion ärgert er den berühmten Fan."

Am Ende kommen dem Superfan die Tränen

Mboladinga „Erbe“ wurde beim Turnier in Marokko von einer Delegation von mehreren hundert kongolesischen Fans begleitet. „Er sendet eine starke Botschaft, lokal und international. Die offene Hand ist ein Zeichen des Friedens - und wir brauchen Frieden in unserem Land“, sagte Jered Bitobo, Kommunikationschef der Fangruppe, der Nachrichtenagentur AFP.

Der Osten des Landes ist seit Jahrzehnten umkämpft, zuletzt hatte sich der tödliche Konflikt zugespitzt. Die Miliz Mouvement du 23-Mars (Bewegung des 23. März) kämpft dort seit November 2021 gegen die kongolesische Armee, sie wird von den Nachbarn Ruanda und Uganda unterstützt.

„Superfan“ Mboladinga trat erstmals vor einigen Jahren bei Spielen des Klubs AS Vita in Erscheinung. Mit seiner Unterstützung zog die DR Kongo in Marokko ins Achtelfinale ein, wo gegen Mitfavorit Algerien (0:1 n.V.) Endstation war. Als nun auch der Afrika-Cup zuende ging, kamen dem Mann die Tränen.