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"Es liegt an der fehlenden Philosophie"

"Es liegt an der fehlenden Philosophie"

Philipp Lahm erklärt im frei erfundenen Interview, warum die Ehe mit Neu-Gattin Claudia international nicht konkurrenzfähig ist.
Philipp Lahm und Ehefrau Claudia: "Man sieht eine Handschrift"
Philipp Lahm und Ehefrau Claudia: "Man sieht eine Handschrift"
© Getty Images
Philipp Lahm erklärt im frei erfundenen Interview, warum die Ehe mit Neu-Gattin Claudia international nicht konkurrenzfähig ist.

München - Vorab eine Entschuldigung an die User:

Hoffmanns Erzählungen muss in der gewohnten Form in dieser Woche leider ausfallen.

Die nötige Zeit für die Kolumne fehlte dem Autor in den vergangenen Tagen, weil er in seinem neuen Zweitjob als Society-Reporter damit beschäftigt war, ein Interview mit dem frisch verheirateten WM-Kapitän Philipp Lahm zu führen - über sein junges Glück mit Neu-Ehefrau Claudia.

Leider haben es weder "Bunte" noch "Gala" veröffentlicht - mit der fadenscheinigen Begründung, dass es frei erfunden ist.

Das ist einerseits zwar richtig, andererseits aber doch nicht die ganze Wahrheit. Denn Philipp Lahms Antworten sind sehr wohl echt. Nötig war neben einigen dramaturgischen Detailanpassungen nur, sich dazu passende Fragen auszudenken...

Herr Lahm, Sie und Claudia sind nun seit Mittwoch verheiratet. Läuft die Ehe denn gut?

Lahm: Die Frage ist sicher nicht mit Ja oder Nein zu beantworten, das steht mir auch nicht zu.

Oh? das klingt nicht direkt euphorisch. Fast als würden Sie die Trauung schon bereuen.

Lahm: Bereuen mit Sicherheit nicht, weil ich immer noch der Meinung bin, dass hier etwas entstehen kann. Aber man muss die Lage natürlich kritisch analysieren.

Wenn Sie die Sache so kritisch sehen, warum haben Sie dann geheiratet und sind nicht einfach Lebenspartner geblieben?

Lahm: Die Rolle erfülle ich seit mehreren Jahren, die habe ich im Griff. Dann will man sich auch um mehr kümmern, mehr Verantwortung übernehmen. Das habe ich jetzt hier gemacht.

Schön und gut, aber wenn es in der Beziehung, so wie Sie das schildern nicht so gut läuft - warum sind Sie dann jetzt vor den Traualtar getreten?

Lahm: Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich Hoffnung, weil ich Struktur erkennen kann. Man sieht eine Handschrift. Trotzdem muss sich natürlich einiges ändern.

Mit Verlaub, das sind harte Worte für eine so junge Verbindung...

Lahm: Mir liegt diese Ehe am Herzen - deshalb spreche ich unsere Situation so offen an. Und ich denke, ich bin jetzt in einer Position, dass ich das so ansprechen kann. Wenn ich merke, es tut sich nichts, es verliert sich irgendwie, dann will ich eingreifen und unangenehme Wahrheiten ansprechen. Aber man muss eine Entwicklung erkennen können: Sehen, dass man konkurrenzfähig ist.

Konkurrenzfähig? Im Vergleich womit? Mit anderen Ehepaaren?

Lahm: Wenn man uns mit anderen Teams aus der Champions League vergleicht, dann sind diese eben auf sieben, acht Positionen strategisch erstklassig besetzt - und das fehlt uns.

Moment, Moment... Sie denken an Polygamie, an eine Multi-Ehe? Das ist hier in Deutschland aber kein akzeptiertes Modell.

Lahm: Aber international brauchst du eben mindestens acht Leute, die auf ihrer Position ausgebildet sind, Sicherheit haben und damit konkurrenzfähig sind. Ich sehe diese acht Leute bei uns nicht, und das liegt nicht an den Leuten, sondern an der fehlenden Philosophie über die letzten Jahre.

Mit anderen Worten: An Ihrer Ehe sind schon acht andere Personen beteiligt? Interessant... wie muss man sich das im Alltag vorstellen?

Lahm: Wir machen jetzt zum Beispiel ständig eine Analyse: Was haben wir gut gemacht, was nicht? Manche kommen damit nicht zurecht, dass sie vor der ganzen Mannschaft kritisiert werden: Warum hast du das gemacht? Warum hast du jene Entscheidung getroffen? Dabei finde ich das gut und ganz normal.

Sie gehen das anscheinend ganz ähnlich an wie im Sportlichen...

Lahm: Meine Art ist es, viele Gespräche zu führen. Es ist wichtig, dass man viele Dinge anspricht. Das ist der Stil, der zu mir am besten passt.

Und wie verhält sich Ihre Ehefrau in so einem Umfeld?

Lahm: Sie legt sehr viel Wert auf Disziplin, auf Genauigkeit, und sie ist sicher auch manchmal schwierig im Umgang für viele. Aber sie ist bestimmt kein Unmensch, sie verlangt keine Undinge von uns. Es braucht noch Zeit, aber ich bin der festen Überzeugung, dass sie eine gute Ehefrau ist. Sicher, sie ist eigen, aber sie ist auch eine Frau, die herzlich ist - auch wenn man das vielleicht nicht so mitkriegt. Wir führen ja einige Gespräche, und ich mag sie als Typ. Aber ich weiß auch, dass viele mit dieser Art nicht zurechtkommen.

Herr Lahm, ganz ehrlich: Wenn ich mir das anhöre, kann ich Ihnen nur raten, Ihre Eheringe baldmöglichst zurückzugeben.

Lahm: Freiwillig werde ich sie ganz sicher nicht abgeben. Aber das wird die Entscheidung des Bundestrainers sein.

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