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Maurizio Gaudino über Debüt des Sohns bei FC Bayern München erfreut

Gianluca Gaudino macht Papa stolz

Für sein reifes Debüt im Auftaktspiel der Bayern gegen den VfL Wolfsburg erhält Gianluca Gaudino viel Lob. Vater Maurizio spricht bei SPORT1 über Stärken und Hobbys seines Sohnes.
Gianluca Gaudino
Gianluca Gaudino
© Getty Images
Für sein reifes Debüt im Auftaktspiel der Bayern gegen den VfL Wolfsburg erhält Gianluca Gaudino viel Lob. Vater Maurizio spricht bei SPORT1 über Stärken und Hobbys seines Sohnes.

Beim ersten Vergleich mit seinem prominenten Vater zog Gianluca Gaudino knapp den Kürzeren.

Bei seinem Bundesliga-Debüt am Freitag beim 2:1 gegen den VfL Wolfsburg war Gaudino Junior exakt 17 Jahre, 9 Monate und 11 Tage alt - und damit 13 Tage älter als sein Vater.

Die Premieren von Vater und Sohn hätten indes nicht unterschiedlicher ausfallen können. Maurizio Gaudino flog am 8. September 1984 im Dress von Waldhof Mannheim nach einer halben Stunde mit Rot vom Platz.

Gianluca dagegen veranlasste Mitspieler und Verantwortliche des FC Bayern München nach seinem beeindruckenden Debüt zu wahren Lobeshymnen.

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"Bodenständig, sehr ruhig, zielorientiert"

Selbst redete Gianluca Gaudino nach dem Spiel nicht. An den Journalisten in der Mixed-Zone der Allianz Arena wurde er vorbeigeführt.

Dafür sprach sein stolzer Vater bei SPORT1.

"Ich hoffe, das ist der Start in eine schöne Karriere für ihn", sagte der fünfmalige Nationalspieler im "Mobilat Doppelpack".

Dass sich sein Sohn von dem Trubel negativ beeinflussen lässt,oder gar abhebt, befürchtet er nicht: "Er arbeitet sehr professionell. Er ist bodenständig, sehr ruhig, zielorientiert. Und er weiß, was er will."

Abseits des Fußballplatzes sei sein Sohn aber ein ganz normaler Jugendlicher ohne Starallüren. Zum Training an die Säbener Straße fährt er mit Bus oder Bahn oder lässt sich von seinen Eltern bugsieren. In seiner Freizeit spiele er "viel Playstation, natürlich oft FIFA Soccer".

Bestwerte und Zauberpass

Auf dem realen Fußballplatz besticht Gianluca Gaudino, der seit 2004 beim FCB spielt, schon mit einer erstaunlichen Reife.

Die Leichtfüßigkeit und starke Technik scheint er von seinem Vater geerbt zu haben.

Sehenswert war gegen Wolfsburg sein Zuspiel in der 30. Minute auf Robert Lewandowski - zu dem Zeitpunkt hatte sein Vater 30 Jahre zuvor gerade Rot gesehen. 

Auch die statistischen Werte von Gianluca Gaudino können sich sehen lassen. 97 Prozent seiner Pässe kamen an, er lief zwölf Kilometer - beides waren am Freitag Bestwerte auf dem Platz. Außerdem hatte der Mittelfeldspieler die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit aller Spieler.

Auf Mannschaftsfoto nicht dabei

Vor zwei Monaten war Gaudinos Sprung in die erste Mannschaft noch nicht abzusehen.

Auf dem offiziellen Mannschaftsfoto ist er nicht dabei. Auch im neuen Jahrbuch des Rekordmeisters taucht sein Name noch nicht auf.

Doch seit Freitag ist er der 293. Bundesliga-Spieler in der Geschichte des FC Bayern. Und der viertjüngste. Nur David Alaba, Pierre Emile Hojbjerg und Toni Kroos waren bei ihrem Debüt jünger.

Philipp Lahm: "Große technische Fähigkeiten"

Die Entwicklung hatte sich in den vergangenen Wochen aber angedeutet. Schon während der USA-Reise hinterließ Gaudino einen starken Eindruck.

Auch beim 0:2 im Supercup bei Borussia Dortmund stand er in der Startelf.

"Man merkt, dass er die gesamte Vorbereitung mitmachen konnte", erklärte Philipp Lahm und fügte hinzu: "Er hat große technische Fähigkeiten. Er ist ein sehr, sehr guter Spieler."

Ein wahrlich weltmeisterliches Lob, dem sich die übrigen Superstars und Verantwortlichen der Bayern nahtlos anschlossen.

Weiter bei den Profis statt bei U19

"Es ist erstaunlich, dass ein 17-jähriger Junge in der ersten Mannschaft des FC Bayern steht und dann so eine Leistung abruft. Wir können stolz darauf sein, und er kann auch stolz darauf sein", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

"Er wird noch nicht in Kilogramm gewogen", meinte Sportvorstand Matthias Sammer zunächst mit einem Augenzwinkern, bevor er ins Schwärmen geriet: "Die Geschwindigkeit seiner Entwicklung ist unglaublich. Er hat etwas ganz Besonderes: Er kann richtig gut Fußball spielen."

Trainer Pep Guardiola will ihn weiter bei den Profis statt bei der U19 trainieren lassen und lobte unter anderem Gaudinos mentale Stärke: "Er ist sehr, sehr stabil in seinem Kopf."

Beste Voraussetzungen für eine große Karriere.