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Debakel des Hamburger SV gegen den BVB: Markus Gisdol wird deutlich

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Debakel des Hamburger SV gegen den BVB: Markus Gisdol wird deutlich

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Hohn und Mitleid: HSV ruft Existenzkampf aus

Hohn und Mitleid: HSV ruft Existenzkampf aus

Der Hamburger SV zeigt sich gegen den BVB in desolater Verfassung. Die Fans verspotten ihr eigenes Team, selbst der Gegner hat Mitleid. Gisdol findet klare Worte.
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© Imago
Raphael Weber
Raphael Weber
Nico Seepe
Nico Seepe

Nach dem Hohn der eigenen Fans gab es für den Hamburger SV auch noch Mitleid vom Gegner.

"Das wünscht man keinem. Der HSV steckt tief in der Krise und dann liegt man zur Halbzeit mit drei Toren gegen den BVB hinten. Das ist bitter", meinte Dortmunds Andre Schürrle bei Sky: "Da tun einem die Spieler auch leid, weil sie sich schon reinhängen."

Auch wenn die Hamburger in der zweiten Hälfte gegen den BVB Schadensbegrenzung betrieben, am Ende stand dennoch eine insgesamt desolate Leistung und ein krachendes 2:5 gegen die Borussia. Und ein neuer Tiefpunkt in einer völlig verkorksten Saison - ausgerechnet am 80. Geburtstag von Vereinsikone Uwe Seeler.

Uwe Seeler
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Der Tabellenletzte ist schlecht wie nie, steht zum ersten Mal in der Vereinshistorie nach zehn Spielen mit nur zwei Pünktchen (4:23 Tore) da. Weniger Punkte nach zehn Spieltagen hatte nur der 1. FC Saarbrücken in der Saison 1963/64.

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Negativrekord für Gisdol

Entsprechend angefasst zeigte sich Trainer Markus Gisdol nach der Partie. Vor allem die indiskutable erste Hälfte verärgerte den Coach, "weil wir so viele individuelle Fehler gemacht haben, die uns das Genick gebrochen haben."

Auch Ex-HSV-Profi Marcell Jansen zeigte sich vom Auftritt entsetzt. "Es ist erschreckend, ernüchternd. Das Spiel zeigt, wie verunsichert die Mannschaft ist", sagte der Ex-Nationalspieler in der Halbzeitpause der Partie bei Sky.

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Kapitän Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, selbst der sonst so souveräne Rückhalt Rene Adler reihten Fehler an Fehler, servierten Dortmund die Tore am Fließband und brachten ihren Trainer weiter in die Bredouille.

Gisdols Bilanz bisher ist erschütternd: Auch nach fünf Bundesligaspielen ist der Ex-Hoffenheimer noch sieglos - Negativrekord. So lange musste noch kein HSV-Trainer nach seinem Dienstantritt auf einen Sieg warten.

HSV-Fans verhöhen eigenes Team

Bezeichnend für die Situation des HSV: Schon vor dem Anpfiff verhöhnten die eigenen Fans ihr Team. "Erste Liga, keiner weiß warum", war auf einem Banner im Volksparkstadion zu lesen - und es sollte nicht die letzte Spitze bleiben.

Nach Aubameyangs Hattrick skandierten die Zuschauer: "Außer Uwe könnt ihr alle gehen." Zur Halbzeit gab es ein gellendes Pfeifkonzert, das 0:4 durch Aubameyang feierte das HSV-Publikum hämisch mit La Ola.

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"Ich habe Verständnis für den Unmut", erklärte Gisdol dazu, "aber es hilft in unserer schweren Situation nichts, wenn die Mannschaft ausgepfiffen wird."

Klartext von Gidsol

Auf der Pressekonferenz nach der Partie beklagte er sich über die zu hohe Erwartungshaltung, mit der sein Team zu kämpfen habe.

"Das größte Problem für unser Team ist die Erwartungshaltung vor der Saison", sagte Gisdol: "Wir müssen auf die Realität schauen, und die bedeutet mit unserer Mannschaft nichts anderes als reiner Existenzkampf. Dessen muss sich jeder spätestens heute bewusst geworden sein. Die Träumereien müssen aufhören."

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Dafür forderte der Coach in seiner schonungslosen Analyse auch den Rückhalt der Fans ein: "Wir müssen zusammen aus dieser Situation rauskommen - und das geht nur, wenn wir es gemeinsam anpacken und uns nicht zu schade sind, dieser Situation so in die Augen zu schauen, wie sie tatsächlich ist."

Nämlich düster.

"Im Moment gibt es wenig Argumente, warum der HSV vor anderen Vereinen stehen sollte", konstatierte der Ex-Hamburger Jansen: "Man muss ehrlicherweise sagen: Was die anderen machen, das hat schon mehr Konzept, das lebt mehr, das hat mehr Körpersprache und auch mehr Philosophie."