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Lahm verlässt den FC Bayern

Lahm verlässt den FC Bayern

Das ist ein Hammer! Philipp Lahm hört im Sommer bei den Münchnern auf, übernimmt jedoch auch kein Funktionärsamt. Einen neuen Favorit für den Sportvorstand gibt es bereits.
Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga
Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga
© Getty Images
Andreas Kloo
Christian Ortlepp
von Christian Ortlepp, Andreas Kloo
am 8. Feb

Es hatte sich abgezeichnet, jetzt ist es perfekt: Philipp Lahm beendet nach dieser Saison vorzeitig seine Karriere - und wird danach keinen Posten beim FC Bayern München übernehmen.

Ein Rücktritt als Spieler stand zwar schon lange im Raum. Aber es sah danach aus, dass Lahm dann den Posten des Sportdirektors übernehmen würde.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Wolfsburg im DFB-Pokal machte Lahm seinen Entschluss offiziell: "Ich habe den Verantwortlichen Bescheid gesagt, dass ich am Ende der Saison aufhöre Fußball zu spielen. Für mich steht fest, dass ich ab Sommer Privatier bin."

Das hatten SportBild und auch SPORT1 bereits während des Spiels berichtet. SPORT1 hatte aus dem Umfeld von Lahm dafür die Bestätigung bekommen.

Lahm: Nicht sofort Sportdirektor

"Jeden Tag alles zu geben - ich glaube, dass ich fähig bin, das noch bis zum Ende der Saison abzuliefern", sagte Lahm. "Aber nicht darüber hinaus. Deshalb war für mich klar, dass ich nach der Saison aufhören werde."

Zur Absage für den Sportdirektorposten sagte er auf SPORT1-Nachfrage: "Ich habe am Ende der Gespräche beschlossen, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist, nach der Saison einzusteigen. Mir war klar: Ich hätte nicht sofort angefangen."

Bayern-Präsident Uli Hoeneß mauerte da zeitgleich noch in der ARD: "Wir können das jetzt nicht bestätigen. Ich muss mich an das halten, was wir in den Gesprächen mit ihm und seinem Berater festgelegt haben." Hat Lahm die Bayern-Bosse über seinen endgültigen Entschluss nicht informiert?

"Ich kann nur sagen, dass er mir das nicht mitgeteilt hat und deshalb kann ich jetzt dazu nichts sagen", erklärte Hoeneß später bei Sky.

Erst um 0.04 Uhr bestätigte der FC Bayern schließlich auch selbst auf seiner Homepage: "Kapitän Philipp Lahm kündigt Karriereende an."

Eberl nun Topfavorit

Ob Lahm nach seiner Zeit als Privatier wieder zum FC Bayern zurückkehren wird, steht nicht fest. "Es gibt jetzt gar keine Planung, ich kann mich jetzt um andere Dinge kümmern. Ich kann mich auch selbst ein bisschen umschauen und mit anderen Leuten sprechen", sagte der 33-Jährige.

Möglich ist, dass Lahm 2019 den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernimmt, wenn Karl-Heinz Rummenigge nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht.

Kurzfristig aber brauchen die Bayern dringend einen Sportdirektor. Seit dem Abschied von Matthias Sammer im Sommer 2016 ist der Posten vakant. "Es wird sicherlich alles dafür getan, dass am 1. Juli ein Sportmanager, Sportdirektor, Sportvorstand - wie auch immer - da ist", erklärte Hoeneß.

Nach SPORT1-Informationen ist - nicht erst seit der Lahm-Absage - Max Eberl großer Favorit für den Job des Sportdirektors. Vor allem Hoeneß favorisiert schon länger den Gladbacher Manager.

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Dagegen hatte sich der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge zuletzt immer wieder für Lahm stark gemacht.

Scholl adelt Lahm, Matthäus kritisiert

Seit 1995 spielt Lahm beim FC Bayern, abgesehen von einem kurzen Intermezzo beim VfB Stuttgart. Im Sommer 2017 endet die Ära Lahm beim FCB nun.

Mehmet Scholl bedauerte Lahms Entscheidung in der ARD: "Als Fußballfan finde ich es schade. Er hat in seiner Karriere 70 Prozent überragend gespielt und die restlichen 30 Prozent Weltklasse. Er steht in Deutschland in einer Reihe mit Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Lothar Matthäus - also den ganz Großen."

Dennoch zeigte Scholl auch Verständnis: "Menschlich kann man sich auf seine Entscheidung immer verlassen. Es war auch nach der WM eine richtige Entscheidung, dass er zurücktritt. Er ist jemand, der seinen Körper kennt. Er wird jetzt auch nicht mehr schneller werden. Er tritt jetzt erhobenen Hauptes ab."

Lothar Matthäus dagegen konnte Lahms Entscheidung nicht nur Positives abgewinnen. "Ich kann Philipp Lahm nicht ganz verstehen. Wenn man vom FC Bayern ein Angebot als Sportdirektor bekommt, dann sollte man sich das mehr als überlegen. Das kommt vielleicht nur einmal im Leben und bis 2019 warten?", so der Rekordnationalspieler bei Sky.

Und weiter: "Oliver Kahn hat in diese Richtung auch etwas spekuliert gehabt und der Fußball ist schnelllebig, ein Tagesgeschäft. Wer weiß, ob 2019 die Karten nicht total neu gemischt werden und Lahm dann überhaupt nicht mehr im Stapel der Karten vorhanden ist."