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Kahn für neues Transfer-Modell

Kahn für neues Transfer-Modell

Oliver Kahn hält die Millionensummen auf dem Transfermarkt nicht für verwerflich. Allerdings plädiert der ehemalige Torhüter für neue Methoden bei Spieler-Wechseln.
Ex-Welttorhüter Oliver Kahn arbeitet inzwischen als TV-Experte
Ex-Welttorhüter Oliver Kahn arbeitet inzwischen als TV-Experte
© Getty Images

Oliver Kahn hat ein neues Modell für Millionen-Transfers im Fußball vorgeschlagen. 

Der ehemalige Welttorhüter des FC Bayern plädiert dafür, die finanzielle Gefahr der immer höher werdenden Ablösesummen mit neuen Mitteln zu entschärfen. "Denkbar wäre durchaus eine wie auch immer geartete Beteiligung des Spielers am Klub, um die Risiken besser zu verteilen", erklärte Kahn im Interview mit dem kicker.

Ex-Bayern-Keeper Oliver Kahn will die Vereine bei  Transfers mehr schützen und hat sich deshalb für ein neues Transfermodell ausgesprochen.
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Kahn schlägt neues Transfermodell vor

Es stelle für Klubs ein enormes Risiko dar, einen Spieler für 60 oder 70 Millionen Euro zu verpflichten: "Bisher tragen die Vereine das Transferrisiko allein, was nicht ausgewogen ist."

Mega-Summen für Kahn kein Problem

Dass mit dem Transfer von Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain eine neue Dimension auf dem Transfermarkt erreicht wurde, hält Kahn generell nicht für problematisch. 

"Bei solchen Transfers wird ja immer reflexartig behauptet, diese Entwicklungen zerstörten den Fußball, weil er sich dadurch von seiner Basis entferne. Bereits 2001 wechselte Zinedine Zidane für 75 Millionen Euro zu Real. Bis heute kann ich nicht erkennen, dass diese Summe dem Fußball geschadet hätte." 

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Im Gegenteil: Kahn kann dem Transfer-Wahnsinn sogar positives abgewinnen: "Wie groß war der Jubel bei den Fans, als ManCity auch dank der Investitionen eines Scheichs aus Abu Dhabi 2012 Englischer Meister wurde! Und was ist das jetzt in Paris für eine Euphorie!" 

Schlupflöcher im Financial Fairplay

Und die Spitze ist laut Kahn noch lange nicht erreicht. Hohe Fernsehgelder und das steigende Interesse von Investoren spüle eine enorme Liquidität auf den Markt: "Für absolute Superstars werden wohl auch die 222 Millionen für Neymar nicht die Grenze sein." Auch wenn Deals dieser Größenordnung als absolute Ausnahme zu betrachten seien. 

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Dass die astronomische Ausstiegsklausel für Neymar überhaupt gezogen werden konnte, liege auch an Problemen in den Regeln des Financial Fairplays. Die Vorschriften der UEFA, die vorsehen, dass Vereine nicht signifikant mehr für Transfers ausgeben, als sie einnehmen, hätten bisher nicht den erwünschen Effekt gehabt. 

"Diese Regelungen können genauso umgangen werden, sie bieten viele Schlupflöcher, die der Neymar-Transfer gezeigt hat", sagte Kahn.