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FC Bayern: Niko Kovac wird von Eintracht-Boss Peter Fischer gelobt

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FC Bayern: Niko Kovac wird von Eintracht-Boss Peter Fischer gelobt

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Eintracht-Boss Fischer stützt Kovac

Eintracht-Boss Fischer stützt Kovac

Peter Fischer ist davon überzeugt, dass Niko Kovac und die Bayern noch viele Jahre erfolgreich sein werden. Der Eintracht-Präsident erklärt, warum das so ist.
Eintracht-Präsident Peter Fischer ist weiter voll des Lobes über Bayern-Trainer Niko Kovac
Eintracht-Präsident Peter Fischer ist weiter voll des Lobes über Bayern-Trainer Niko Kovac
© SPORT1-Grafik: Getty Images/ Imago
Florian Plettenberg
Florian Plettenberg

Welch besondere Beziehung Niko Kovac mit Eintracht Frankfurt Frankfurt verbindet, ließ sich beim letzten Spiel des Bayern-Jahres 2018 noch einmal gut beobachten.

Nach dem 3:0-Sieg des FC Bayern in der Commerzbank-Arena, wo Kovac in der vergangenen Saison noch zu Hause war, suchte Eintracht-Präsident Peter Fischer in den Katakomben ganz bewusst den Weg zum Trainer der Münchner.

Als "Herr Presidente" begrüßte Kovac den 62-Jährigen, ehe sich die beiden herzlich in den Arm nahmen. Sie führten ein kurzes Gespräch, bevor Fischer seinen Ex-Trainer an beiden Armen fasste und zu ihm sagte: "Ich wünsche dir viel Glück. Toi, toi, toi."

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Kovac bedankte sich - und verabschiedete sich wenig später in die Winterpause. Dass eben jene nach zuletzt fünf Bundesliga-Siegen in Folge am Ende einer turbulenten Hinrunde für Kovac und die Bayern doch noch einigermaßen ruhig ablaufen kann, daran hatte Fischer keinen Zweifel. Denn von den Fähigkeiten des früheren Trainers seiner Eintracht ist er überzeugt.

Eintracht-Boss: Kovac "fair und fleißig"

"Niko ist ein unglaublich besessener, fairer und fleißiger Mensch", charakterisiert er Kovac im Gespräch mit SPORT1 und erklärt: "Das kommt auch viel aus seinem Glauben heraus. Der Glaube balanciert ihn. Er ist daher auch kein ungerechter Mensch, mit Ungerechtigkeiten kann er wahnsinnig schlecht umgehen."

Peter Fischer ist davon überzeugt, dass Niko Kovac und die Bayern noch viele Jahre erfolgreich sein werden.
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Eintracht-Boss Fischer stützt Kovac

Kovac sei ein Trainer, "dem man folgt und dem man vertrauen kann. Bei ihm ist ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein. Das ist nicht bei jedem Trainer so."

Dass etliche Bayern-Stars in den vergangenen sechs Monaten nicht immer den Ideen von Kovac folgten, ist für Fischer dennoch keine Überraschung. Im Gegensatz zu seiner Zeit in Frankfurt, "wo kaum ein Spieler etwas gewonnen hat", arbeite Kovac in München mit einem Kader, der gespickt ist mit "Alles-Gewinnern", wie Fischer es ausdrückt.

Die Bayern-Spieler seien aufgrund ihrer Erfolge "mit einem hohen Selbstbewusstsein und hohem Selbstverständnis" ausgestattet - und hätten nun im Sommer einen Trainer bekommen, "der eine Menge anders macht".

Der SGE-Präsident weiß, wovon er spricht. Er weiß, wie Kovac arbeitet. Was dem 47-Jährigen wichtig ist. Wie seine Ansprachen an die Mannschaft aussehen. 

Bayern für Kovac komplizierter als Frankfurt

In Frankfurt hat Kovac damit eindrucksvolle Spuren hinterlassen, das Team nach seiner Übernahme im März 2016 vor dem Abstieg bewahrt, die Eintracht in der vergangenen Saison sogar zum DFB-Pokalsieg geführt.

"Bei uns war es sicher etwas einfacher - wenn du einem 19-Jährigen etwas gesagt hast, als wenn du zu einem Franck Ribery gehst, und ihm erklärst, was er machen muss, damit er besser wird. Ich denke, das hat sich gerieben", sagt Fischer, in dessen Worten keinesfalls Häme steckt, sondern vielmehr Beachtung.

Denn er betont auch: "Ich habe vollkommen verstanden, dass ein Trainer zu Bayern München geht, wenn er von dort ein Angebot hat." Dass Kovac' Entscheidung in Frankfurt nicht von allen derart gönnerhaft aufgenommen wurde, kann er gerade mit Blick auf die emotionalen Fans allerdings auch verstehen.

Inzwischen aber geht nicht nur Fischers Blick auch dank des Erfolges unter Kovac-Nachfolger Adi Hütter längst nach vorne - und für die zweite Saisonhälfte traut er dem ehemaligen Eintracht-Coach so einiges zu.

Fischer glaubt, dass Kovac mit den Bayern den "spielerischen Turnaround geschafft" hat, die Zusammenarbeit sich eingespielt hat - und er stellt sogar eine mutige These auf: "Ich denke, Borussia Dortmund ist noch nicht Deutscher Meister!"

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Mit sechs Punkten Vorsprung überwintert Dortmund als Tabellenführer der Bundesliga. In der Hinrunde spielte der BVB konstanter als die Bayern, oftmals erfrischender und kreativer.

Dass die Münchner keine einfache Saison vor der Brust haben würden, sah Fischer kommen - aus einem bestimmten Grund.

Transferpolitik des FC Bayern als Knackpunkt?

"Das hat nichts mit Niko Kovac zu tun. Es war aus meiner Sicht auch wegen der Transferpolitik, bei der ich dachte: 'Uiuiui!' Dann schicken sie auch noch den Krieger (Arturo Vidal, Anm. d. Red.) weg. Um Jerome Boateng gab es ja auch Wechselgerüchte. Ich dachte mir, dass das kein besonders guter Start für Niko ist", erklärt Fischer.

Das Thema etlicher Personaldiskussionen war für Kovac in der Hinrunde tatsächlich eine große Herausforderung.

Immer wieder drangen Interna nach außen, noch immer gibt es auch zahlreiche unzufriedene Spieler im Kader der Münchner - und auch in Frankfurt weiß man, dass die Bayern spätestens im Sommer einen Umbruch vollziehen werden. Und dass dieser für Kovac erneut nicht einfach wird.

"Wenn sie sich im nächsten Jahr aber sinnvoll und cool verstärken - und das haben die Bayern schon immer geschafft - dann ist Niko Kovac ein Trainer, der die Mannschaft und Spieler besser macht", ist sich Fischer sicher: "Deswegen kann ich mir vorstellen, dass wir uns in vier Jahren treffen und sagen: Der Kovac ist immer noch da."