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Polster rüffelt Kramer vor Derby

Polster rüffelt Kramer vor Derby

Toni Polster, Ex-Spieler vom 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach, spricht bei SPORT1 über das Rheinderby, Christoph Kramer und die neuen Trainer beider Klubs.
Bundesliga-Legende Toni Polster (r.) blickt auf das Rheinische Derby 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach voraus
Bundesliga-Legende Toni Polster (r.) blickt auf das Rheinische Derby 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach voraus
© SPORT1-Montage/Getty Images
Reinhard Franke
Reinhard Franke
Lisa Ramuschkat
Lisa Ramuschkat
von Reinhard Franke, Lisa Ramuschkat

Schon am vierten Spieltag steht für die Fans des 1. FC Köln und von Borussia Mönchengladbach am Samstag eines von zwei echten Saison-Highlights an. Dann nämlich empfangen die Geißböcke die Fohlen zum Rheinischen Derby (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER).

BUENOS AIRES, ARGENTINA - OCTOBER 01: Ignacio Fernandez of River Plate fights for the ball with Ivan Marcone of Boca Juniors  during the semi final first leg match between River Plate and Boca Juniors as part of Copa CONMEBOL Libertadores 2019  at Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti on October 1, 2019 in Buenos Aires, Argentina. (Photo by Amilcar Orfali/Getty Images)
Supporters of Boca Juniors light flares
FBL-LIBERTADORES-RIVER-BOCA
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Einer, der das heiße Duell zu seiner aktiven Zeit schon einige Male miterlebte, ist Toni Polster, der Rekordtorschütze der österreichischen Nationalmannschaft.

Der heute 55-Jährige spielte von 1993 bis 1998 für die Kölner (165 Einsätze) und von 1998 bis 2000 für die Borussia (43 Spiele).

"Das Spiel weckt natürlich schöne Erinnerungen bei mir, Derbys sind immer klasse. Da kommen viele Fans, es knistert im Stadion und man redet eine Woche davor und eine Woche danach von nichts anderem. Es wird wieder eine herrliche Kulisse geben und erneut etwas ganz Besonderes werden", sagt Polster im Gespräch mit SPORT1.

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Seit 2014 ist er Trainer des SC Wiener Viktoria, doch vor einem solchen Duell denkt Polster natürlich an seine Zeit als Profi zurück und redet nicht lange um den heißen Brei herum.

"Ich habe lieber in Köln gespielt. In Gladbach war es sportlich schwierig, weil der Erfolg ausblieb und wir mit Stefan Effenberg auch noch den Leader verloren haben."

Der Wechsel nach Gladbach sei ohnehin ein "mutiger Schritt" gewesen.

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Polster blickt enttäuscht zurück

Diesen erklärt Polster und blickt dabei auch ein wenig enttäuscht zurück. "Es war immer geplant, dass ich nach meiner aktiven Zeit in Köln eine Funktion im Klub übernehmen sollte, doch dann hat sich keiner im Klub mehr daran erinnern können. Deshalb war ich lange sehr enttäuscht vom FC."

Und weiter: "Aber das Geschäft war damals schon so, dass Zusagen auch mal nicht eingehalten wurden. Schriftlich hatte ich nichts in der Hand und Gladbach hat mir dann die Möglichkeit gegeben, nach der Karriere im Fußball weiter tätig zu sein. Das, was man mir in Köln nicht zugestanden hat."

Der damalige Manager Rolf Rüssmann, der 2009 verstarb, holte Polster nach Mönchengladbach.

"Da habe ich die Chance genutzt, so musste ich auch meine Kinder nicht auf eine andere Schule schicken", erinnert sich Polster. "Die Kölner hätten mich nicht verkaufen müssen. Ich hatte noch einen Vertrag und hätte auch in der 2. Liga gespielt. Der FC hat schließlich für einen 34-Jährigen noch rund drei Millionen Mark bekommen."

Kramer stichelt gegen Köln

Vor einem Derby gibt es bekanntlich oft das eine oder andere Verbal-Duell, so auch vor dem Spiel am Samstag.

"Ich bin mir sehr sicher, dass wir gewinnen, aber in welcher Form, das werden wir dann sehen", sagt etwa Gladbachs Mittelfeldspieler Christoph Kramer beim SPORT1-Social-Format "Split It!". In der Sport Bild meinte der 28-Jährige gar, dass er nie für Köln spielen werde.

Das kann Polster nicht nachvollziehen und rüffelt Kramer: "Wenn ich mich recht erinnere, hat Kramer auch schon in Leverkusen gespielt. Das ist nicht so weit weg von Köln. Der Junge sollte sich überlegen, was er sagt. So eine Aussage ist lächerlich. Vor allem vor so einem Derby. Im Fußball weiß man schließlich nie, was passiert."

Und was könnte im Derby passieren? Für Polster wird es "ein spannendes Spiel auf Augenhöhe".

Es sei aber noch etwas früh, um eine genaue Analyse abzugeben, meint er "und auch die Neuzugänge genau zu klassifizieren. Man muss abwarten, ob der eine oder andere Volltreffer dabei ist."

Lob für Rose und Beierlorzer

Bei den beiden Trainern legt er sich dagegen fest. "Ich fand beide Verpflichtungen im Sommer richtig gut. Marco Rose (Gladbachs Coach, d. Red.) und Achim Beierlorzer (Kölns Trainer, d. Red.) haben nachgewiesen, dass sie sehr gute Fußballlehrer sind. Ich denke auch, dass beide menschlich absolut zu ihren Klubs passen."

Steigen mit ihnen auch die Erwartungen? Bei der Borussia wurde in den vergangenen Jahren oft auf Understatement gemacht. Polster findet dies gut, denkt aber auch, dass die Verantwortlichen in Gladbach "aus der Vergangenheit vielleicht gelernt" haben, "dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen". Polster meint außerdem: "Understatement nach außen schön und gut, aber ich denke intern wird da anders gesprochen."

Was die Saisonziele betrifft, gehe es für die Kölner "nur um den Klassenerhalt", glaubt Polster, "die Gladbacher werden versuchen, wieder international dabei zu sein. Wobei das Minimalziel bei beiden nicht irgendetwas anderes ausschließt."

Champions League für Gladbach?

Und weiter: "Damit meine ich, dass der FC nicht doch auch überraschen kann und im gesicherten Mittelfeld landen könnte und bei einem Lauf ist es durchaus möglich, dass Gladbach auch mal in die Champions League reinrutscht."

Polster ist gerade nur Beobachter seiner beiden Ex-Klubs, doch wenn es nach ihm geht, dann hätte er nichts dagegen, wenn er in der Zukunft mal wieder in verantwortungsvoller Position bei einem Verein arbeiten würde.

"Ich habe immer gesagt, dass ich zurück in die Bundesliga will. Gerne als Trainer oder auch als Sportchef." Durch seine Tätigkeit nach der Karriere in Gladbach könne er "alle Tätigkeiten im Management" ausfüllen. Bei Köln oder Gladbach? Prioritäten habe er da nicht, bei wem er lieber wäre. "Ich bin beiden Klubs sehr dankbar, dass ich dort sein konnte."