Anzeige

Hainer: Nicht der Weg des FC Bayern

Hainer: Nicht der Weg des FC Bayern

Der designierte Nachfolger von Uli Hoeneß als Bayern-Präsident spricht über seinen Vorgänger, die Zukunft des Rekordmeisters und lobt Oliver Kahn.
Herbert Hainer wird als Bayern-Präsident auf Uli Hoeneß folgen sein. SPORT1 stellt den 65-Jährigem vor.
Sportinformationsdienst
. SPORT1
von SPORT1, Sportinformationsdienst
am 4. Okt

Am 15. November will der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer Nachfolger von Bayern-Präsident Uli Hoeneß werden. 

Hoeneß
+28
Hoeneß vs. Rummenigge: Die wechselhafte Beziehung zwischen den Bossen des FC Bayern

Für Vorgänger Hoeneß hat Hainer nur lobende Worte parat. "Natürlich hinterlässt Uli Hoeneß riesige Fußspuren. Wie er die Dinge angepackt hat, ist einzigartig", sagte Hainer dem klubeigenen Magazin 51.

Beide verbindet auch eine besondere Freundschaft, die auch die jeweiligen Krisen überstand. Hainer erklärt den Grund dafür: "Entscheidend ist nicht, wer mit dir lacht, wenn es dir gutgeht. Da hat man viele Freunde. Entscheidend ist, wer mit dir weint, wenn es dir schlecht geht."

Die Vorwürfe, das Hoeneß über ihn weiterhin den FC Bayern steuern wolle, entkräftigte Hainer: "Zum einen habe ich sehr wohl bewiesen, dass ich einen international agierenden DAX-Konzern erfolgreich führen kann. Zum anderen sind wir zwar befreundet – aber das heißt ja nicht, dass wir immer zu jedem Thema gleicher Meinung sind." Dennoch, so Hainer, "wäre es klug von mir, wenn ich auf seinen Rat hören würde."

Jetzt das aktuelle Trikot des FC Bayern bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Hainer über Stadion-Besuch bei 1860: "Hat nicht gefunkt"

Als ihm Hoeneß seine Nachfolge anbot, sei er "überrascht" gewesen, meinte Hainer: "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er aufhört. Für mich ist Uli Hoeneß der FC Bayern und der FC Bayern Uli Hoeneß. Ich dachte, er macht das gefühlt bis zu seinem Lebensende." Er habe sich aber geehrt gefühlt und nach dem Okay seiner Frau zugesagt.

"Ich wäre sehr stolz, wenn ich dieses Amt ausführen dürfte", betonte Hainer, der seit seiner Kindheit Bayern-Fan ist, Franz Beckenbauer sein Idol nennt und seit 18 Jahren im Aufsichtsrat des deutschen Rekordmeisters sitzt.

Erstmals in einem Fußballstadion war er allerdings beim Lokalrivalen TSV 1860 München, wo auch sein Bruder Walter später spielte. "Aber irgendwie hat es nicht gefunkt", sagte Hainer.

Herbert Hainer soll Hoeneß' absoluter Wunschkandidat für seine Nachfolge als Bayern-Präsident sein. SPORT1 stellt den großen Unbekannten vor.
02:10
Hoeneß-Nachfolger? Das ist Herbert Hainer

Vorfreude auf Zusammenarbeit mit Kahn

Ab dem 1. Januar wird auch Oliver Kahn im Bayern-Vorstand zugegen sein. Für Hainer passt der ehemalige Bayern-Keeper "hervorragend" zum FC Bayern: "Er war als Spieler eine absolute Identifikationsfigur, hat das Bayern-Gen gelebt wie kaum ein Zweiter, er kennt den Klub. Das ist eine klasse Besetzung."

Kahn bringe "extrem viel Fußballsachverstand auf höchstem Niveau ein", ergänzte der 65-Jährige. "Ich bin überzeugt, dass diese Kombination aus fußballerischem und wirtschaftlichem Background sehr gut funktionieren wird", meinte Hainer zur Zusammenarbeit mit Kahn, der als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge aufgebaut wird. 

Zusammengekaufter Haufen? "Nicht der Weg des FC Bayern"

Abschließend nannte Hainer die größten Herausforderungen des FC Bayern in den nächsten Jahren: "Ich würde natürlich auch gerne mal die Champions League gewinnen. Den Antrieb sollten wir beim FC Bayern haben."

Er mahnte aber auch, dass der Klub nicht die Identität verlieren dürfe. "Viele internationale Klubs sind heute kickende Konzerne, zusammengekaufte Haufen. Das kann nicht der Weg des FC Bayern sein", erklärte Hainer. 

"Wir werden nicht jeden finanziellen Wahnsinn mitmachen", kündigte er an. Sollte Hainer auf der Bayern-Jahreshauptversammlung gewählt werden, wäre er in den kommenden drei Jahren Präsident beim FC Bayern - und dann? "Nach drei Jahren gibt es die Bestandsaufnahme. Dann sehen wir weiter. Ich schließe im Leben nur ganz wenige Dinge aus", sagte Hainer auf die Frage, ob eine zweite Amtszeit vorstellbar ist.