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Studie: Fans lehnen Pyrotechnik ab

Studie: Fans lehnen Pyrotechnik ab

Durch massiven Pyro-Einsatz sorgen Fans von Bayer Leverkusen in Berlin für einen Eklat. Eine neue Studie zeigt: Die Mehrheit der Fußballfans lehnt Pyro ab.
Seit Jahren ist die Fußballwelt um einen vernünftigen Umgang mit Pyrotechnik im Stadion bemüht. Nun äußert sich ein Fanforscher mit deutlichen Worten.
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von SPORT1

Der Einsatz von Pyrotechnik bleibt ein Aufreger-Thema!

Eine Woche nach dem erlaubten Abbrennen von Rauchtöpfen beim Hamburger SV sorgten Fans von Bayer Leverkusen mit dem massiven Einsatz bengalischer Feuer für einen Eklat.

"Es ist ein Störfaktor. 66 Prozent wollen es nicht haben und empfinden es als störend im Stadion. Aus verschiedenen Gründen", sagte Prof. Dr. Alfons Madeja im Gespräch mit SPORT1.

Studie zeigt: Fans lehnen Pyrotechnik ab

Seine SLC Management GmbH, die mit verschiedenen Vereinen zusammenarbeitet, hat die repräsentative Studie durchgeführt. Befragt wurden über 5.000 Fußballfans aus der Bundesliga und 2. Bundesliga.

Knallkörper stoßen bei den Fußballfans auf die größte Ablehnung
Knallkörper stoßen bei den Fußballfans auf die größte Ablehnung

Die Umfrage unter Fans verschiedener Vereine habe laut Madeja klar gezeigt, dass für die Mehrheit (75,8 Prozent) der Fans Pyrotechnik nicht zur Fan-Kultur gehört. Und damit noch nicht genug.

Exakt 66,8 Prozent der Befragten gaben an, dass sie das Abbrennen von Pyrotechnik sogar stört. Im Klartext: Zwei Drittel der Fans wollen keine Pyro in der Arena.

Da ist es auch egal, ob es sich bei der Pyrotechnik um "kalte Pyro", Bengalfackeln, Rauchkörper oder Knallkörper handelt. Während 45 Prozent bei "kalter" Pyrotechnik immerhin noch für eine Erlaubnis sind, wären es bei Knallkörpern gerade noch 1,3 Prozent.

Beim Thema Pyrotechnik sei besonders wichtig, dass immer deren Wirkung auf alle Fans berücksichtigt werden müsse, fordert "Bundesliga-Professor" Madeja. Das bedeute eben nicht nur die Fans aus den Nord- und Südkurven zu betrachten, sondern auch die restlichen Zuschauer im Stadion.

Bayer-Verantwortliche kritisieren eigene Fans

Nach dem 3:2-Erfolg bei Union Berlin hatten auch Verantwortliche von Bayer Leverkusen den eigenen Anhang kritisiert. "Das ist auch für mich etwas enttäuschend, das muss ich ganz ehrlich sagen. Warum das Ganze so ein Ausmaß angenommen hat, weiß ich gar nicht. Das spielt aber auch keine Rolle. Es ist nur schade, dass so etwas passiert", sagte Kapitän Lars Bender.

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Auch Stürmer Kevin Volland zeigte kein Verständnis für die Aktion der Anhänger, die eine siebenminütige Nachspielzeit nach sich zog. "Wenn es einmal passiert - okay. Aber wenn dann der Kapitän dort hingeht und sagt: 'Es schadet allen, auch unserem Spielfluss', und sie machen immer weiter und immer weiter und immer weiter - das ist natürlich Quatsch." 

Bayer-Trainer Peter Bosz nannte den Vorfall "scheiße", so etwas sei "nie gut, nicht für Union und nicht für uns." Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes lobte derweil das besonnene Handeln von Schiedsrichter Harm Osmers, der die Teams auch einmal an die Seitenlinie beordert hatte. "Der Schiedsrichter war ganz entspannt", sagte Rolfes.