FCB-Legende holte Randalierer in Bus

FCB-Legende holte Randalierer in Bus

Karl-Heinz Rummenigge erzählt eine unglaubliche Anekdote aus aktiven Zeiten: Franz "Bulle" Roth erteilte einem gegnerischen Fan eine denkwürdige Lektion.
Franz "Bulle" Roth (M.) machte über 300 Spiele für den FC Bayern
Franz "Bulle" Roth (M.) machte über 300 Spiele für den FC Bayern
© Imago
Martin Hoffmann
von M. Hoffmann
am 20. Aug

Der Mannschaftsbus des FC Bayern wird mit Steinen beworfen.

Plötzlich hält der Bus an. Ein Spieler stürmt heraus - und fordert einen der Randalierer auf, zu den Spielern in den Bus zu steigen.

Unvorstellbar? Heute bestimmt. Aber die Geschichte ist genau so passiert, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview verraten hat.

In der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) erinnert Rummenigge sich an das Vorkommnis nach einem Pokalspiel bei Werder Bremen in den siebziger Jahren: "Wir stiegen in den Bus, dann sind Ultras neben dem Bus hergelaufen und haben Steine geschmissen, reingetreten."

Ein legendärer Teamkollege hätte sich dann zu einer ungewohnten Maßnahme entschlossen: "Irgendwann hat unser Spieler Bulle Roth dem Busfahrer gesagt: 'Mach die Tür auf.' Bulle ist raus, hat einen reingezogen, der war völlig verschreckt und hat gemeint, er kriege fürchterliche Prügel."

Bulle Roth "bekehrte" Werder-Ultra

Tatsächlich hatte Franz Roth - berühmt vor allem für seine entscheidenden Tore in den Europokal-Finals 1975 und 1976 - andere Pläne: "Bulle hat gesagt: 'Jetzt setzt du dich dahin und schaust erst mal zu, wie eine glückliche Mannschaft aussieht!' Der musste dann bis zum Hotel mitfahren, dann durfte er aussteigen. Bulle sagte ihm: 'So, jetzt bist du bekehrt.'"

Die unglaubliche Anekdote muss sich im Dezember 1973 zugetragen haben, Bayern gewann damals das Achtelfinale bei Werder mit 2:1, die Tore schossen Hans-Georg Schwarzenbeck und der schwedische Stürmer Conny Torstensson.

Bayern schied im Jahr darauf im Halbfinale gegen den späteren Pokalsieger Eintracht Frankfurt aus. Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein und Co. bezwangen im Finale den HSV mit dem soeben verstorbenen Stürmer Georg Volkert.