Corona-Folgen: Bobic sieht schwarz

Corona-Folgen: Bobic sieht schwarz

Fredi Bobic sieht wegen der Folgen von Corona für viele Spieler auf dem Transfermarkt schwarz. Seiner Eintracht traut der Sportvorstand wieder eine gute Rolle zu.
Fredi Bobic und Thomas Tuchel waren von 1992-94 Teamkameraden bei den Stuttgarter Kickers. So tickte der PSG-Coach als Spieler.
Bobic verrät: So tickte Tuchel als Spieler
03:26
von Martin Quast
am 29. Aug

Am Donnerstag wurde es Gewissheit: Die Bundesliga muss mindestens bis Ende Oktober auf Zuschauer verzichten. Entsprechend blickt Fredi Bobic mit einer gewissen Skepsis auf die kommende Saison.

"Emotional gesehen ist es schwierig", sagte der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt bei SPORT1. Dennoch überwiegt bei Bobic die Erleichterung: "Ich freue mich erstmal, dass wir auf jeden Fall spielen, dass wir das hinbekommen. Wir haben das ja auch beim Re-Start geschafft, wo wir sehr stark kritisiert wurden - und uns dann aber die ganze Welt gelobt hat."

Dass es weiterhin Geisterspiele geben wird, daran mag sich der Eintracht-Boss nicht gewöhnen. "Ich hoffe, dass wir die Möglichkeit haben werden, wieder Fans in die Stadien zu bringen. Das macht einfach den Sport aus, da rede ich nicht nur für den Fußball."

Für Bobic wäre eine Rückkehr der Fans in die Stadien auch deshalb wichtig, um die Emotionen der Anhänger zu kanalisieren. "Der Mensch braucht Emotionen. Und wenn wir ihm diese Emotionen wegnehmen, dann werden wir es vielleicht woanders sehen. Dann entzündet es sich in der Öffentlichkeit irgendwo, wo es vielleicht nicht so schön ist."

Bobic: "Jetzt aktuell ist es sehr ruhig und zäh"

Entsprechend fordert der 48-Jährige "kluge Konzepte, um den Leuten wieder eine Hoffnung zu geben, dass sie zurück ins Stadion können".

Auch über die sportliche Zukunft der Eintracht äußert sich Bobic - und er ist optimistisch, dass die Hessen in der kommenden Spielzeit wieder eine gute Figur abgeben werden. "Wenn ich jetzt die Mannschaft anschaue, dann sind wir in der Rückrunde Sechster geworden. So schlecht ist die Mannschaft nicht", sagt der frühere Stürmer. "Wir wollen eine gute Saison spielen, und das ist mit dieser Mannschaft absolut möglich. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft so an den Start gehen kann."

Allerdings ist Bobic davon überzeugt, dass sich auf dem Transfermarkt noch einiges tun wird - wenn auch erst im kommenden Monat: "Dass wir natürlich den ein oder anderen Transfer noch machen werden, das wird man im September sehen. Jetzt aktuell ist es sehr ruhig und zäh, aber im September wird glaube ich nochmal richtig etwas los sein."  

Bobics klare Ansage: "Wenn wir nachlegen müssen, legen wir nach."

Corona: Bobic sieht schwarz für viele Spieler

Schwarz sieht Bobic dennoch für etliche Spieler, die jetzt noch auf der Suche nach einem neuen Klub sind.

"Der Markt wird gerade überschwemmt mit sehr vielen Spielern, die im Hintergrund angeboten werden", verrät er.

"Man wird sehen, dass viele Spieler am Ende keinen Verein haben, das habe ich schon früher gesagt. Das wird das große Problem für viele Spieler sein. Darüber freue ich mich gar nicht, im Gegenteil: Es ist schade, dass es so ist, aber das sind die Folgen der Pandemie."