Anzeige

Traumtor stellt Barkok in den Fokus

Traumtor stellt Barkok in den Fokus

Vorlage gegeben, Traumtor erzielt und am Ende den Elfmeter verursacht. Aymen Barkok ist dennoch ein Gewinner bei Frankfurt und hochattraktiv für den Markt.
Aymen Barkok (M.) verlud bei seinem Sololauf die gesamte Frankfurter Abwehr
Aymen Barkok (M.) verlud bei seinem Sololauf die gesamte Frankfurter Abwehr
© Imago
Christopher Michel
Christopher Michel
von Christopher Michel

Es lief die 32. Minute im hochspannenden Duell zwischen den Tabellennachbarn aus Frankfurt und Gladbach, als Aymen Barkok den Ball von André Silva etwas in den Rücken gespielt bekam.

Was dann folgte, hätte die Fans in einem vollen Stadion von den Sitzen gerissen. Barkok ließ technisch fein erst Nico Elvedi aussteigen, dann Matthias Ginter, anschließend kam auch Christoph Kramer einen Schritt zu spät und Schlussmann Yann Sommer war chancenlos beim präzisen Abschluss ins lange Eck.

Ein Hauch von Jay-Jay Okocha, der im Herbst 1993 Oliver Kahn zum Tanz einlud, wehte durch die Arena. "Ganz großes Kompliment an Aymen. Er hat nicht nur ein wunderbares Tor erzielt, sondern auch gefightet", lobte sein Trainer Adi Hütter auf Nachfrage von SPORT1. (Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach zum Nachlesen im TICKER)

Barkok startet bei Eintracht durch

Barkok befindet sich auf dem Weg, seinen großen Traum zu erfüllen und endgültig bei der Eintracht in der Bundesliga anzukommen. "Ich will mich reinhauen, alles geben, alles versuchen, um dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen, wen er aufstellt – mehr kann ich nicht tun", sagte er vor Beginn der aktuell laufenden Spielzeit.

Nach zwölf Spieltagen stehen acht Einwechslungen und zwei Startelfeinsätze mit zwei Treffern und drei Vorlagen auf der Habenseite. Er ließ sich auch von einer Corona-Erkrankung nicht aus der Bahn werfen. Barkok ist voll da und in dieser Verfassung kaum noch aus der ersten Elf wegzudenken. (Tabelle der Bundesliga)

Es ist ein überraschender Aufstieg des gebürtigen Frankfurters, der im Nordwesten der Stadt aufgewachsen ist und eine Bolzplatz- und Käfigkicker-Mentalität mitbringt. In den vergangenen beiden Jahren war der Nationalspieler Marokkos, dessen Eltern aus Casablanca stammen, an Fortuna Düsseldorf verliehen, wo seine Entwicklung auch verletzungsbedingt stagnierte.

Arsenal hatte Barkok 2016 auf dem Zettel

Die Skepsis bei Beobachtern war daher groß, ob er an seinen Raketenstart als Profi anknüpfen könnte. Im Winter 2016 zog der damalige Coach Niko Kovac das Eigengewächs in die erste Mannschaft. Barkok gelangen in seinen ersten fünf Bundesligapartien auf Anhieb zwei Tore und ein Assist. Es dauerte daher nur wenige Wochen, bis Arsène Wenger anklopfte und Barkok zu Arsenal holen wollte.

Obwohl er beinahe vier Jahre lang nicht mehr im Fokus stand, erkannte Hütter etwas Besonderes in dem 22-Jährigen. Der Österreicher steht auf Spieler dieser Art, Barkoks Unbekümmertheit, Lauffreude und Ballbehandlung fallen stets ins Auge. Neben dem Treffer kam gegen die Borussia auch ein toller Assist auf das Konto, seinen Traumpass hinter die Viererkette der Fohlenelf verwertete Silva eiskalt.

Barkok verpasst den perfekten Abend

Und doch verpasste er im Frankfurter Stadtwald den perfekten Dienstagabend. Barkok, dessen Konzentration in der Schlussphase nach 51 Ballaktionen und 11,18 gelaufenen Kilometern etwas nachließ, verursachte in der 89. Minute einen unnötigen Strafstoß an Breel Embolo und leitete somit unfreiwillig das dramatische Finish ein.

"Schade, dass er in dieser Situation den Ball nicht wegschießt. Er ist ein kreativer Spieler und wollte eine spielerische Lösung finden. Der Ball springt ihm dann zu weit weg und er geht ungestüm in den Zweikampf", beschrieb Hütter diesen Schlüsselmoment.

Lars Stindl ließ sich die Chance nicht nehmen und gab der Partie so eine Kehrtwende, die sich trotz Überzahl nicht mehr angedeutet hatte. Beinahe mit dem Abpfiff erzielte Stindl noch seinen dritten Treffer und sorgte für das insgesamt glückliche 3:3. Hütter blieb trotz dieser Aktion nachsichtig mit Barkok, der ein Wechselbad der Gefühle erlebte: "Die positive, sehr gute Leistung überwiegt deutlich." (Spielplan der Bundesliga)

Vertrag bis 2022: Barkok-Zukunft im Blick

Barkoks Leistungssteigerung bleibt auch anderen Klubs nicht verborgen. Nach SPORT1-Informationen haben diverse Vereine ihre Fühler nach ihm ausgestreckt. Der Vertrag läuft im Juni 2022 aus. Das bedeutet: Ab Januar 2022 wäre der Offensivmann somit berechtigt, einen Kontrakt bei einem neuen Verein zu unterschreiben und ablösefrei zu wechseln.

Auf SPORT1-Anfrage zur Vertragskonstellation spielte Barkok-Berater Florian Goll die Situation aber herunter: "Aymen ist ein echter Frankfurter Bub, er fühlt sich im Team und unter dem Trainer sehr gut aufgehoben. Da gibt es null Druck. Aymen hat noch über die Saison hinaus Vertrag und den plant er definitiv zu erfüllen. Er denkt keine Sekunde über einen Wechsel nach. Aymen weiß ganz genau, was er an der Eintracht und an Frankfurt hat. Er lebt gerade seinen Traum, da möchte ich auch keine Störgeräusche von außen."

Jetzt will Barkok nur fit bleiben und seinen starken Leistungen weitere folgen lassen.