Schiri-Wut: Kramer profitierte einst

Schiri-Wut: Kramer profitierte einst

Gladbachs Christoph Kramer ist trotz des Last-Minute-Remis wegen einer vermeintlichen Fehlentscheidung bedient. Einst profitierte er aber vor einer solchen Situation.
Vor dem 2:1 der Frankfurter ruht der Ball bei einem Standard nicht. Marco Rose diskutiert die Szene nach Spielende mit dem Schiedsrichter.
"Es gibt Regeln": Das sagt Rose zu Gladbachs Gegentor-Ärger
01:18
. SPORT1
von SPORT1
am 16. Dez

Nach dem 3:3 von Borussia Mönchengladbach bei Eintracht Frankfurt ist Christoph Kramer der Kragen geplatzt.

Der Weltmeister, der als äußerst besonnen gilt, lederte gegen Schiedsrichter Benjamin Cortus los.

Was Kramer auf die Palme brachte, war der Treffer zum 2:1, den André Silva in der 24. Minute nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld erzielt hatte. Das Tor war aus einem Freistoß der Eintracht aus der eigenen Hälfte entstanden, bei dem der Ball sichtbar noch rollte. 

"Ich finde es eine Katastrophe. Unentschieden nach dem Spielverlauf. Ich will heute nicht zu viel über den Schiedsrichter meckern, er darf auch nie eine Ausrede sein", sagte der sichtlich erregte Kramer bei Sky. "Aber das sehe ich wirklich anders heute. Mir wurde die Szene zwei Millionen Mal in meiner Karriere abgepfiffen, bei uns hören zwei Spieler auf zu laufen."

Kramer profitierte einst von falscher Ausführung

Es mag durchaus sein, dass Kramer diese Aktion häufig abgepfiffen wurde - allerdings nicht immer. Zumindest einmal profitierte der Mittelfeldmann von einer ähnlichen Situation (Die Tabelle der Bundesliga).

Im Bundesliga-Spiel zwischen Gladbach und Leverkusen am 27. August 2016 lief die Nachspielzeit der ersten Hälfte, als die Borussia einen Freistoß nahe der Seitenlinie zugesprochen bekam. Kramer, im Sommer erst von Bayer zu Gladbach zurückgekehrt, führte diesen schnell aus, André Hahn nutzte eine unglückliche Kopfballabwehr von Jonathan Tah und schoss Gladbach in Führung.

Christoph Kramer jubelte mit Torschütze André Hahn
Christoph Kramer jubelte mit Torschütze André Hahn

Das Problem: Der Ball lag bei Kramers Pass nicht ganz ruhig. So ist es aber vorgeschrieben. Das Tor zählte trotzdem, Gladbach gewann am Ende mit 2:1. Gleicht sich im Fußball also doch alles am Ende aus?

Darum schaltete sich der VAR nicht ein

Warum der VAR nun am Dienstag gegen Frankfurt nicht eingeschaltet wurde, erklären die Schiedsrichter-Experten "Collinas Erben": "Der VAR darf nicht eingreifen, wenn eine Spielfortsetzung, aus der ein Tor resultiert, inkorrekt ausgeführt worden ist."

Für Kramer war es dennoch "eine ganz klare Fehlentscheidung. Ich sage es ihm noch, 'bitte guck es dir an, der Ball rollt'. Er hat es nicht gemacht - und ein Tor gegen die Frankfurter Mannschaft, das stellt den kompletten Spielverlauf sowas von auf den Kopf. Dass der VAR nicht eingreifen darf, ist ja der absolute Wahnsinn."

Kramer: "Das ist brutal ärgerlich"

Der 29-Jährige war aber nicht nur wegen des zweiten Silva-Tores bedient - auch dessen Ausgleich per Handelfmeter zum 1:1 sorgte bei Kramer für Ärger. 

"Wir kriegen Gegentore heute! Aus einem Zentimeter kriegt er (Stefan Lainer, d.R.) den Ball an die Hand, das ist brutal ärgerlich, auch wenn es ein Elfmeter ist. Nach der unfassbaren Fehlentscheidung hast du das Gefühl, du musst, handelst überstürzt und machst einen katastrophalen Fehler, dann steht's 3:1 und kannst im Endeffekt froh sein, dass du unentschieden spielst."

Kramers Fazit zu den turbulenten 96 Minuten: "Das war für mich heute Wahnsinn, wirklich Wahnsinn, wie das zustande gekommen ist."