Schalke: Neururer wartet auf Signal

Schalke: Neururer wartet auf Signal

Schalke 04 schmeißt an einem denkwürdigen Sonntag gleich fünf Mitarbeiter raus. Trainer-Legende Peter Neururer ist stinksauer - bietet aber seine Hilfe an.
Welcher Trainer folgt beim FC Schalke auf Christian Gross? Die Experten der Doppelpassrunde gehen von einer internen Lösung aus.
Schalker Trainerfrage: "Wer tut sich das überhaupt an?"
02:15
Reinhard Franke
von Reinhard Franke
am 1. März

Für Peter Neururer war der große Knall auf Schalke keine Überraschung.

"Dass einige Leute entlassen werden, wusste ich eigenartigerweise schon vor einigen Tagen", sagt der 65-Jährige, der von April 1989 bis November 1990 S04-Trainer war, im Gespräch mit SPORT1. "Ob es die richtigen Entscheidungen sind, werde ich nicht bewerten. Ich finde es nur traurig, dass ich von dieser Aktion schon vorher gewusst habe. Da kann etwas nicht stimmen im Verein und das sagt ganz klar etwas über die Führungsschwäche im Klub aus."

Der FC Schalke hatte einen Tag nach dem 1:5 beim VfB Stuttgart und im Angesicht des kaum noch abwendbaren Abstiegsdrastische personelle Konsequenzen gezogen. (Die Tabelle der Bundesliga)

Die Königsblauen stellten am Sonntag Sportvorstand Jochen Schneider, Teammanager Sascha Riether, Cheftrainer Christian Gross sowie dessen Assistenten Rainer Widmayer und Athletik- und Fitness-Chef Werner Leuthard frei.

Neururer wäre bereit für Job bei Schalke

Noch ist nicht klar, wer neuer Trainer werden wird. Der Name Neururer wird gerade in Fankreisen immer wieder genannt.

Und der SPORT1-Experte wäre bereit. "Ich habe 1000 Mal gesagt, dass ich helfe, wenn Schalke mich braucht. Dann werde ich mich mit Sicherheit mit den handelnden Personen unterhalten. Das ist für mich gar keine Frage, aber ich werde nicht Einfluss nehmen auf irgendwelche Entscheidungen."

Signale gebe es, meint Neururer, "es müssen aber Signale von den richtigen Leuten sein", und es hänge davon ab, "unter welchen Umständen ich das machen würde".

Neururer stellt klar: "Es müssen Gespräche geführt werden, irgendwelche Wildwest-Geschichten mache ich nicht." Und das sei das Hauptproblem auf Schalke, findet Neururer: "Da weiß ja keiner, wer eine Entscheidung zu treffen hat."

Neururer stocksauer: "Grauenhaft und schlecht"

Der Abschied von Sportvorstand Schneider zum Saisonende hatte schon länger festgestanden.

Seinen Aufgabenbereich soll nun "bis auf Weiteres" Peter Knäbel übernehmen. Das gaben die Schalker am Sonntagmittag in einer Pressemitteilung bekannt und bestätigten damit entsprechende SPORT1-Informationen.

Shkodran Mustafi, Klaas Jan Huntelaar und Sead Kolasinac sollen sich auf Schalke für die Entlassung von Christian Gross eingesetzt haben. Stefan Effenberg fällt im Doppelpass ein vernichtendes Urteil.
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"Messer im Rücken!" Effenberg zerlegt Schalke-Profis

Neururer nimmt Schneider in Schutz. "Er ist nicht alleine schuld. Nochmal: Dass ich drei Tage vorher weiß, dass da am Sonntagmorgen so ein Ding hochgeht, ist ein Zeichen für die Schwäche dieses Klubs", schimpft er. 

Auch die Spieler-Revolte, über die spekuliert wurde, ist für Neururer ein Unding. "Grauenhaft und schlecht, dass so etwas an die Öffentlichkeit kommt, wenn es so war. Das war ein Schlag ins Gesicht. Gegen das Profigeschäft, gegen Schalke, gegen alles."

Für ihn ist es der "absolute Tiefpunkt von Schalke". Und er ergänzt: "Der Abstieg gehört leider mit dazu, aber Schalke ist schon drei Mal abgestiegen, doch das jetzt ist der Tiefpunkt. Das ist unvorstellbar."

Neururer: "Ein bisschen helfen geht nicht"

Gross hatte die Königsblauen erst am 27. Dezember von Interimstrainer Huub Stevens übernommen. Nach nur zwei Monaten ist die Mission des Schweizers, den Schneider unter Berufung auf die guten persönlichen Erfahrungen mit Gross beim VfB Stuttgart 2009/10 in den Pott geholt hatte, krachend gescheitert.

Neururer will Gross nicht zum Hauptschuldigen abstempeln, denn "auch andere Trainer haben mit Schalke in dieser Saison keine Punkte geholt". (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Was muss jetzt passieren? Für Neururer steht eines fest: "Ein bisschen helfen geht nicht. Es weiß keiner im Verein, ob ein Mann wie Peter Knäbel gut oder schlecht ist. Und wenn jemand ein bisschen helfen soll, dann ist er der Falsche."