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RB zeigt Bayern die Grenzen auf

RB zeigt Bayern die Grenzen auf

RB Leipzig fordert eine Rekord-Ablöse für Julian Nagelsmann. Es wurde Zeit, dass den Bayern jemand die Grenzen aufzeigt, meint SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk.
Geht es jetzt ganz schnell? Die Bayern verhandeln bereits mit RB Leipzig über eine mögliche Verpflichtung von Trainer Julian Nagelsmann
Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
von Pit Gottschalk

Seit Sonntagabend ist klar: Bayern München hat eine offizielle Anfrage an RB Leipzig gestellt und möchte Trainer Julian Nagelsmann vorzeitig aus dem Arbeitsvertrag kaufen. Einfach wird das Pokerspiel zwischen den beiden Bundesliga-Klubs nicht. Im Raum steht eine Ablösesumme, wie sie Deutschland noch bei keinem Trainer erlebt hat.

Ob RB Leipzig am Ende 15 bis 20 Millionen Euro für Julian Nagelsmann fordert oder doch 30 Millionen Euro, wie es anderswo heißt, ist völlig gleichgültig. Die Botschaft, die RB Leipzig an Bayern München sendet, ist unmissverständlich: Wenn ihr unseren Trainer haben wollt, um eure eigenen Probleme auf der Trainerbank zu lösen, stürzen wir euch in einen brutalen Gewissenskonflikt.

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Leipzig bei Nagelsmann in komfortabler Lage

Die Frage ist nämlich: Ist der Rekordmeister zu einer Rekord-Ablöse für einen 33 Jahren alten Trainer bereit? Kein Prophet dieser Welt kann Bayern München garantieren, dass man - anders als bei Spielern - dieses Geld jemals wieder von einem dritten Verein erlöst. Und keiner der vergangenen fünf Trainer hielt sich länger als zwei Jahre bei Bayern auf der Bank. Was also tun? (Bayerns ewiges Trainerproblem)

Bei RB Leipzig fühlen sie sich in komfortabler Lage. Von Julian Nagelsmann wissen sie einerseits, dass er dem Bayern-Angebot durchaus zugeneigt ist. Sollten die Verhandlungen mit Bayern München aber scheitern, wissen sie andererseits auch: Nagelsmann kann sich ein drittes und viertes Jahr in Leipzig sehr gut vorstellen. Er ist jung. Er muss jetzt noch nicht wechseln.

FC Bayern spürt ernsthaft Gegenwind

Die Leipziger sitzen deshalb am längeren Hebel und werden ihre bessere Verhandlungsposition weidlich ausnutzen. Erstmals seit dem Transferpoker um Robert Lewandowski vor acht Jahren spürt Bayern München bei einem Mega-Transfer wieder ernsthaften Widerstand. Damals von Borussia Dortmund, heute von RB Leipzig. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Bei Lewandowski mussten die Bayern 2013 nur ein Jahr warten, bis sie den Polen sogar ablösefrei bekamen. Das Spielen auf Zeit hilft diesmal nicht. Erstens brauchen sie Nagelsmann sofort, um Hansi Flick zu ersetzen. Zweitens kann man bei einem Trainer nicht zwei Jahre überbrücken. Lieber nimmt man die zweitbeste Lösung. Aber will Bayern das?

Es wurde höchste Zeit, dass mal wieder jemand Bayern die Grenzen aufzeigt. Jahrzehntelang hat Bayern die größten Rivalen mit gezielten Verpflichtungen von Spielern und Trainern geschwächt und damit immer wieder Langeweile in der Liga provoziert. Die können sie auch diesmal wieder haben - aber nur für einem verdammt hohen Preis.

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