Ortega schließt FCB-Wechsel nicht aus

Ortega schließt FCB-Wechsel nicht aus

Bielefelds Torhüter Stefan Ortega schließt einem Wechsel zum FC Bayern nicht aus. Außerdem verrät er, was ihn mit Real Madrid verbindet.
Torhüter Stefan Ortega ist nach seinen starken Leistungen für Arminia Bielefeld offen für den nächsten Karriereschritt und wäre auch einem Wechsel als Vertreter von Manuel Neuer beim FC Bayern nicht abgeneigt.
Ortega über Gerüchte: "Wir reden von Bayern München"
00:46
Lisa Obst
von SPORT1
am 1. Juni

Torhüter Stefan Ortega von Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld liebäugelt weiter mit einem Wechsel zu Rekordmeister FC Bayern München. (BERICHT: Bayern? Das sagt Ortega zu seiner Zukunft)

Im SPORT1-Podcast "Lieber Fußball" spricht er außerdem über seine herausragende Bundesliga-Saison mit Arminia Bielefeld, den Anruf des Bundestorwarttrainers Andreas Köpke sowie seine persönlichen Ziele für die Zukunft.

Die neue Folge von "Lieber Fußball" gibt es seit dem heutigen Dienstag auf podcast.sport1.de und in der SPORT1 App sowie aufden gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Amazon Music und Podigee

SPORT1 fasst Ortegas wichtigste Aussagen zusammen.

Stefan Ortega über...

... seinen Lieblingsklub: "Mein Verein war immer Real Madrid, ist es auch nach wie vor. Mein Vater ist Spanier, der hatte ein Faible für den Verein. Damals war Iker Casillas im Tor, in Sachen Körperlänge ja auch nicht der Größte. Irgendwann war es auch um mich geschehen, ich versuche bis heute alle Spiele von Real zu gucken. Ab und zu gibt es Ärger von meiner Freundin, weil sie Barcelona-Fan ist. Sie hat da zwei Jahre gelebt und gearbeitet."

... sein Vorbild: "Mein Vater ist in vielerlei Hinsicht mein Vorbild. Wer ihn nicht kennt, er ist ungefähr so groß wie der Tisch hier (lacht). Man käme nicht drauf, dass er auch Torwart gewesen ist. Der hat bei uns auf den Dörfern gespielt und ich war immer dabei. Ich saß neben seinem Tor und habe ihn beobachtet, so bin ich dazu gekommen, auch ins Tor zu gehen. Die Meise, die Torhüter ja oft haben, habe ich auch von ihm bekommen. Er ist noch mal eine Spur temperamentvoller als ich auf dem Platz, 100 Prozent spanisches Feuer. Den Mut zum Risiko, sich vor nichts zu scheuen – das habe ich von ihm."

Bayern? "Es wäre doof zu sagen, das höre ich mir nicht an"

... den Trainerwechsel von Uwe Neuhaus zu Frank Kramer während der Saison: "Wenn ich ehrlich bin, hätte ich es in dem Moment nicht gemacht. Wir waren alle sehr überrascht. Aber am Ende des Tages sind wir Spieler auch nur Angestellte. Die, die das zu entscheiden haben, haben einen anderen Blick darauf. Und auch wenn es emotional schwer ist, gehen sie noch mal objektiver an die Geschichte heran. Bei uns Spielern ist vielleicht das Gegenteil der Fall. Wir haben mit Uwe und Peter (Co-Trainer, Anm. d. Red.) Großartiges geschafft. So etwas gehört zum Geschäft dann aber dazu, und im Nachhinein ist der Plan aufgegangen. [...] Aber dass wir es geschafft haben, ist auch ein Verdienst dessen, was Uwe und Peter mit uns als Mannschaft gemacht haben, und was sie uns in den Jahren eingetrichtert haben."

... das Interesse anderer Vereine: "Allein die Tatsache, dass ein Verein wie Bayern München sich vielleicht mit einem beschäftigt, bestätigt ja, dass man nicht so viel verkehrt gemacht haben kann. [...] Das ist der FC Bayern München, der beste deutsche Verein, einer der besten Vereine der Welt. Es wäre doof zu sagen, das höre ich mir nicht an. [...] Und was man ja auch nicht von der Hand weisen darf, ist, dass es finanziell eine andere Kragenweite ist als vielleicht in Bielefeld. Dazu das internationale Geschäft, in dem man relativ weit kommt, das kann man alles mitnehmen."

Torhüter Stefan Ortega ist nach seinen starken Leistungen für Arminia Bielefeld offen für den nächsten Karriereschritt und wäre auch einem Wechsel als Vertreter von Manuel Neuer beim FC Bayern nicht abgeneigt.
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Ortega über Gerüchte: "Wir reden von Bayern München"

.... einen möglichen Wechsel im Sommer: "Ich habe meinem Berater gesagt, ich möchte das jetzt erst einmal mit der Arminia schaffen und dann haben wir ein paar Wochen Zeit, um uns zu sammeln und so eine Entscheidung, die ich jetzt treffe, nicht einfach aus dem Bauch heraus zu treffen. Da muss ich mir etwas Zeit nehmen und das auch mit meiner Freundin und der Familie besprechen. Ich gehe davon aus, dass Arminia auch noch mal über eine Ausdehnung des Vertrages sprechen will. Das höre ich mir genauso an. Ich weiß, was ich hier in Bielefeld habe."

... eine mögliche Vertragsverlängerung mit Fabian Klos: "Wir spielen schon lange zusammen. Ich weiß, was er für ein Typ ist, wie wichtig er auch für den Verein und die Region ist. Bei uns beiden ist es so, dass ein Blickkontakt reicht, um zu wissen, was der andere plant. Wir hatten viele gefährliche Aktionen dadurch. Es würde mich wundern, wenn sie nicht zu einer Einigung kommen sollten."

Ortega von Köpke-Anruf völlig überrascht

... den Anruf von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke: "Ich hatte gerade meine Freundin dran, da klopfte eine unbekannte Nummer an. Ich habe gesagt: ‚Schatz, ich rufe gleich noch mal an, ich glaube, da ruft jemand wegen der neuen Wohnung an‘. Und dann: ‚Hallo, Andy Köpke hier!‘ Ich nur so: ‚Was? Wer?‘ und habe erst einmal schlucken müssen. [...] Das ist wohl mit das Größte, das so kommen kann. Und es zeigt, dass ein Verein wie Arminia Bielefeld mittlerweile anders wahrgenommen wird. Das ist eine Belohnung für alle hier."

Arminia Bielefeld rettet sich am letzten Spieltag und bleibt der Bundesliga erhalten. Auf der Pressekonferenz folgt für Coach Frank Kramer die obligatorische Bierdusche.
01:38
Bierdusche für Retter Kramer: Arminia-Spieler crashen PK

... Ziele für die Zukunft: "Es wäre schön, wenn noch internationale Spiele dazukämen. Ich möchte nach der Karriere sagen können, dass ich wirklich alles herausgeholt und die richtigen Entscheidungen getroffen habe und meine Familie und ich gesund sind. Es kann wirklich viel passieren, noch viele Jahre bis zum Ende in Bielefeld, mal ein Jahr in Amerika oder vielleicht noch achtmal den Verein wechseln. Dafür ist das Geschäft einfach nicht berechenbar genug. Internationale Spiele wären das Sahnehäubchen."