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Rose duscht nach „Spektakel“ - und ist sauer!

Rose duscht nach „Spektakel“ - und ist sauer!

Das Spiel gegen Leverkusen hat Marco Rose mit seiner Mannschaft gewonnen. Trotzdem ist er mit der Leistung seiner Jungs nicht ganz zufrieden.
Der BVB feiert in einem Sieben-Tore-Krimi den Auswärtssieg in Leverkusen. Nach langer Zeit trifft auch mal wieder Julian Brandt.
Patrick Berger
von Patrick Berger
12.09.2021 | 09:52 Uhr

Erst lang, dann kurz! Der Trainer des BVB ist trotz des Sieges seiner Mannschaft nicht glücklich. Eine Sache störte ihn am Samstag gewaltig. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Marco Rose musste sich nach dem verrückten 4:3-Sieg gegen Bayer Leverkusen dringend umziehen. Zu schweißtreibend und nervenaufreibend war das Spitzenspiel, das der erleichtert wirkende BVB-Trainer als „wildes Spektakel“ bezeichnete.

Und so sprang Rose nach dem dritten Sieg in dieser noch jungen Bundesliga-Saison schnell noch unter die Dusche und führte erst danach die TV-Interviews. „War ein anstrengendes Spiel“, sagte das Geburtstagskind (wurde am Samstag 45) grinsend. „Ich habe mich deshalb unter der Dusche frisch gemacht.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

In den vorangegangenen 90 Minuten hatte der BVB-Trainer bei Temperaturen von 24 Grad noch mit langer Hose und Kapuzenpullover gecoacht, anschließend stand er in Shorts und T-Shirt da. Nicht alles hatte Rose an diesem außergewöhnlichen Spitzenspiel gefallen.

Zwar hat seine Mannschaft gegen temporeiche und offensivstarke Leverkusener gleich drei (!) Mal einen Rückstand aufgeholt und Mentalität gezeigt, allerdings konnte der BVBV die Flut an Gegentoren auch im vierten Spiel nicht stoppen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

5:2 gegen Frankfurt, 1:2 in Freiburg, 3:2 gegen Hoffenheim und jetzt ein 4:3 in Leverkusen – neun Gegentore sind auch für Rose „too much“. Entsprechend bedient war der 45 Jahre alte Borusse trotz des Sieges: „Vier Gegentore – das ist zu viel“, monierte der Ex-Gladbacher. „Es ärgert mich natürlich, wie wir diese Gegentore bekommen. Das macht mich sauer!“

Rose möchte Gegentor-Flut von Dortmund stoppen

Natürlich könne man auf der anderen Seite die Mentalität um Doppeltorschütze Erling Haaland und Kapitän Marco Reus hervorheben, die ihre Mannschaft immer wieder pushten. „Aber wir können nicht immer drei, vier Tore schießen“, monierte Rose.

Gegen Leverkusen hielt Rose an seinem Lieblingssystem fest – einem 4-4-2 mit Raute. In der Abwehr feierte Leih-Zugang Marin Pongracic (kam aus Wolfsburg) an der Seite von Manuel Akanji sein BVB-Debüt. Allen voran im Mittelfeld-Zentrum wirkte die Mannschaft zu löchrig, wurde von den pfeilschnellen Bayer-Angreifern oft überspielt.

Wie will Rose die Gegentor-Flut künftig stoppen? „Wir müssen einfach in vielen Dingen besser werden“, meint er. „Es geht vorne los im Reagieren auf Ballverluste. Die Kette muss die Räume besser schließen, ansonsten brauchst du kein Gegenpressing spielen.“

Vor Champions League Start: Rose mit klarer Ansage

Roses Forderung: „Wir müssen endlich mal anfangen, zu Null zu spielen!“ Das sei vor allem für den neuen Torwart Gregor Kobel (kam aus Stuttgart) und die Abwehr enorm wichtig.

„An unserer Haltung muss sich etwas ändern.“ Es gehe auch darum, resümierte Rose, „wie bereit ich als Spieler bin, gewisse Dinge umzusetzen“. Grundlegende Dinge im Übrigen, an denen sich auch schon Roses Vorgänger die Zähne ausbissen.

Mit Blick auf das Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Besiktas Istanbul (18.45 Uhr) und das anschließende Heimspiel am Sonntag gegen Union Berlin (17.30 Uhr) fordert Rose: „Wir müssen die Sinne schärfen.“

Nach den Interviews nahm das Geburtstagskind dann auf dem Weg in den Bus Glückwünsche von Fans entgegen. Gegen 18.45 Uhr verließ Rose die Leverkusener BayArena in Richtung Dortmund. Zuhause ging die Party dann weiter. Die Familie war extra aus Leipzig angereist.

„Wenn du gewinnst, Geburtstag hast und weißt, dass deine Familie wartet, ist das noch viel schöner“, sagte Rose auf SPORT1-Nachfrage. „Ich werde meine Tochter treffen und wir gehen gemeinsam was essen.“ Anschließend werde er mit Co-Trainer Alexander Zickler, mit dem er gemeinsam in einer WG wohnt, „vielleicht nochmal ein Bier trinken“.

Alles frisch geduscht natürlich.

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