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Neue Trainerdiskussion bei der Hertha?

Neue Trainerdiskussion bei der Hertha?

Leipzig lässt Hertha nicht den Hauch einer Chance. Die Sachsen schießen sich mit einem Kantersieg den Frust von der Seele. Bei den Berlinern herrscht dagegen Katerstimmung.
Pal Dardai hatte in Leipzig nichts zu lachen
Pal Dardai hatte in Leipzig nichts zu lachen
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
25.09.2021 | 23:13 Uhr

RB Leipzig hat sich gegen seinen Lieblingsgegner den Frust des schwachen Saisonstarts von der Seele geschossen.

Der drückend überlegene Vizemeister gewann sein Heimspiel gegen Hertha BSC mit 6:0 (3:0) und beendete die Ergebniskrise sowie die ersten Diskussionen um Trainer Jesse Marsch auf eindrucksvolle Weise. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

„Es war eine gute Leistung und eine Belohnung, die wir sicher gebraucht haben“, freute sich Marsch über den deutlichen Sieg. „Ich war sicher, dass unsere Jungs bereit sind. Es war ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, wir müssen das Momentum für das nächste Spiel in der Champions League gegen Brügge halten.“

Mehr Siege (9) und Tore (31) als gegen den Berliner Klub hat RB gegen keine andere Bundesliga-Mannschaft vorzuweisen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Überragender Nkunku trifft doppelt

Der überragende Christopher Nkunku (16. und 70.), Yussuf Poulsen (23.), Nordi Mukiele (45.+3), Emil Forsberg (60./Foulelfmeter) und Amadou Haidara (77.) krönten mit ihren Toren Leipzigs bislang beste Saisonleistung. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Es war zudem eine gelungene Generalprobe für das zweite Champions-League-Gruppenspiel am kommenden Dienstag zu Hause gegen Brügge.

Die Vorstellung der Berliner, die nach zuletzt zwei Siegen in Folge erstaunlich wenig Gegenwehr zeigten, erinnerte dagegen stark an das 0:5-Debakel gegen Bayern München. Insgesamt gaben die Gäste ganze zwei Torschüsse ab.

Selke: “Ein Tag zum Vergessen“

Dementsprechend bedient war Davie Selke bei Sky: „Es war ein Scheißtag für uns heute. Wir waren immer einen Schritt zu spät dran, haben billige Gegentore bekommen. Wir waren von A bis Z nicht gut, vorne nicht gut, hinten nicht gut. Es war ein Tag zum Vergessen. Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen, die heute mitgereist sind, so eine Leistung geht einfach nicht.“

Trainer Pal Dardai musste neidlos die Dominanz von Leipzig anerkennen: „Das ist nicht unsere Kategorie, Leipzig hat einen guten Tag erwischt. Zum Schluss ist es eine Niederlage, wo wir lernen und die wir vergessen müssen.“

Selke war darum bemüht, eine neuerliche Trainerdiskussion sofort im Keim zu ersticken: „Wir werden das ruhig aufarbeiten und brauchen die Erfahrung von Pal und seinem Trainerteam. Fangt mir bloß nicht an mit der Trainerdiskussion. Wir stehen hinter dem Trainerteam, das heute haben wir auf dem Platz verzockt.“

Wackelt jetzt Dardai?

Dardai hatte schon nach der Pleite bei den Bayern Ende August seinen Rücktritt angeboten: „Ich hänge nicht an meinem Sitz. Ich helfe gerade aus. Im Sommer hieß es auch nicht unbedingt, dass ich es weitermache.“

Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic erklärte nach der Leipzig-Klatsche, „direkt nach einem 0:6 brauchen wir nicht mit irgendwelchen Diskussionen kommen. Das war eine deftige Niederlage, da müssen wir aber auch nicht gleich in Panik verfallen. Sondern wir werden ganz in Ruhe unseren Job machen.“

RB-Trainer Marsch hatte seine Startelf auf vier Positionen verändert, unter anderem ersetzte Poulsen im Sturm den bislang glücklosen 23-Millionen-Euro-Zugang Andre Silva. Bei Hertha feierte Jurgen Ekkelenkamp, der im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth (2:1) als Joker seinen ersten Bundesligatreffer erzielt hatte, sein Startelf-Debüt.

Leipzig im Spielrausch - Hertha enttäuscht vollends

Leipzig schlug gleich zu Beginn ein hohes Tempo an. Schon nach drei Minuten hatte Forsberg das 1:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss aufs leere Hertha-Tor, das Keeper Alexander Schwolow bei einem unglücklichen Ausflug verlassen hatte, entschärfte Marton Dardai per Kopf. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

RB blieb am Drücker und belohnte sich mit der Führung: Nachdem Poulsen den Ball nach einem Pass von Lukas Klostermann geschickt durchgelassen hatte, setzte sich Nkunku kraftvoll gegen Marvin Plattenhardt durch und lupfte den Ball gefühlvoll über Schwolow.

Das Tor gab den Hausherren viel Rückenwind, nur sieben Minuten später legte Nkunku bei einem Konter quer auf Poulsen, der mit seinem ersten Saisontreffer auf 2:0 erhöhte.

Mukiele trifft kurz vor der Pause

Nach einer halben Stunde parierte der nicht immer sichere Schwolow gegen Nkunku, wenig später verhinderten die Latte (34./Forsberg) und eine Abseitsentscheidung (36./Klostermann) das längst fällige 3:0. Hertha taumelte - und kassierte durch Mukiele doch noch den dritten Gegentreffer vor dem Halbzeitpfiff.

Dardai reagierte, der Hertha-Trainer stellte zur zweiten Halbzeit auf Vierer-Abwehrkette um und brachte in Dennis Jastrzembski für Vladimir Darida einen linken Flügelspieler. Doch am Spiel änderte sich kaum etwas.

Leipzig blieb dominant und erspielte sich nahezu ohne Gegenwehr Chance um Chance. Nkunku, der mit den Berlinern Katz und Maus spielte, wurde bei seiner Auswechslung (74.) frenetisch gefeiert.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)