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Watzke kritisiert Aytekin: „Wie ein Kapellmeister“

Watzke kritisiert Aytekin: „Wie ein Kapellmeister“

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht im STAHLWERK Doppelpass über den Platzverweis von Mo Dahoud. Er wünscht sich eine andere Körpersprache des Schiedsrichters.
Borussia Dortmunds Geschäftsführer geht beim Thema Erling Haaland und seiner potenziellen Ausstiegsklausel im STAHLWERK Doppelpass aus dem Sattel.
. SPORT1
von SPORT1
26.09.2021 | 11:32 Uhr

Es war die vielleicht spielentscheidende Szene im Spiel zwischen dem BVB und Borussia Mönchengladbach. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Der bereits verwarnte BVB-Profi Mahmoud Dahoud leistete sich drei Minuten nach dem Gegentreffer kurz vor der Pause ein Foul und winkte danach in Richtung von Schiedsrichter Deniz Aytekin ab. Der ließ sich diese Unsportlichkeit nicht gefallen und stellte den Mittelfeldspieler vom Platz. In Unterzahl verlor Dortmund mit 0:1 in Gladbach. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

War die Entscheidung des Schiedsrichters zu hart? „Die Hauptschuld hat natürlich Dahoud, da müssen wir nicht drüber reden. Er reklamiert da ein bisschen zu deutlich“, sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1.

Allerdings vermisste Watzke Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters. „Gräfe wäre jetzt hingegangen und hätte ihm die Hand auf die Schulter gelegt und gesagt: ‚Halt jetzt die Klappe!“‘, machte der 62-Jährige deutlich.

Watzke über Aytekin: „Bringt zusätzlich Hektik rein“

Watzke missfiel vor allem die Körpersprache des Schiedsrichters, der Dahoud gestenreich erklärte, weshalb er ihn vorzeitig zum Duschen schickte. „Diese Gestik und Mimik bringt zusätzlich Hektik rein“, kritisierte er.

Er nannte auch ein anderes Beispiel: „Da gab es auch so eine Szene mit Lars Stindl (Gladbacher Spieler, Anm. d. Red.) – der machte drei Fouls, bis er auch mal Gelb kriegte. Und dann stellt er (Aytekin, Anm. d. Red.) sich da hin und macht: Eins, zwei, drei! Wie so ein Kapellmeister. Das ist nicht, wie ich mir einen Schiedsrichter wünsche. In so einem Spiel muss man beruhigend auf die Spieler wirken.“

Aytekin rechtfertigte seine Entscheidung nach dem Spiel so: „Bei der ersten Aktion von Raphaël Guerreiro, der mehrfach abgewunken hat, habe ich unmissverständlich erklärt, dass ich solche Verhaltenswiesen einfach nicht dulde und nicht möchte. Das ist einfach ein sehr unschönes Bild für den Fußball. Wir haben auch ein Mindestmaß an Respekt verdient.“

BVB-Boss: „Wir haben doch keine Kollektivstrafen“

Watzke konterte: „Wenn er der Meinung ist, dass an der Haltung von Guerreiro etwas falsch ist, dann muss er dem Guerreiro Gelb zeigen und nicht Dahoud – wir haben doch keine Kollektivstrafen, Guerreiro war nicht vorbelastet. Das gehört für mich auch zum Fingerspitzengefühl.“

Allerdings erklärte der BVB-Boss auch: „Er hat ja nicht ganz unrecht. Der Mo Dahoud hat ja auch seinen Anteil dran, das weiß er auch, das müssen wir nicht kleinreden. Aber der Schiedsrichter pfeift ja nicht Kreisliga. Und so geht dann die Statik in dem Spiel verloren. Und Mo hat den Schiri ja nicht beleidigt und gesagt: ‚Du Idiot!‘“.

Effenberg: „Damit habe ich ein Problem“

Der Protest sei nicht außergewöhnlich schlimm und total respektlos gewesen. „Glaubt wirklich einer, Manuel Gräfe hätte das auch so gelöst in diese Szene? Never ever!“, meinte Watzke.

„Du musst heute doch als Schiedsrichter wissen, in welches Spiel du da hineingehst. Da kannst du durch Gestik und Mimik nicht noch mehr Druck reinbringen.“

Kritik an der Entscheidung gab es auch aus der Runde des STAHLWERK Doppelpass. „Für mich ist die Gelb-Rote-Karte zu hart. Das hätte man anders lösen müssen in so einem aufgeheizten Duell“, erklärte SPORT1-Experte Stefan Effenberg.

Es sei ein Allerweltsfoul gewesen, „aber du darfst halt nicht diskutieren und abwinken, dagegen sind die Schiedsrichter allergisch.“

Aytekins Argumentation konnte der ehemalige Bundesliga-Spieler nicht nachvollziehen. „Damit habe ich ein Problem. Denn Guerrero hat vorher drei-, viermal abgewunken, und dann geht es gegen Dahoud. Das passt einfach nicht.“

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