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Bayerns Kaderplan geht auf

Bayerns Kaderplan geht auf

Der FC Bayern marschiert bereits. Auffällig: Die vermeintliche zweite Reihe geht das Tempo mit und erweitert die Möglichkeiten von Trainer Julian Nagelsmann.
Aufsteiger VfL Bochum kommt beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München deutlich unter die Räder und kassiert eine 0:7-Klatsche. Leroy Sané bestätigt auf bayerischer Seite sein aktuelles Form-Hoch.
Vincent Wuttke
von Vincent Wuttke
am 20. Sept

Oliver Kahn saß beim 7:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum zufrieden auf der Tribüne und beklatschte die Treffer genüsslich.

Der neue Vorstandsvorsitzende dürfte auch deshalb zufrieden sein, weil er sich in seiner Transferpolitik bestätigt fühlen dürfte. (SERVICE: Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken)

Neben Dayot Upamecano (kam für 42,5 Millionen von Leipzig) und Marcel Sabitzer (wechselte für 15 Millionen Euro von Leipzig) verzichtete der Rekordmeister im Gegensatz zur internationalen Konkurrenz auf große Ausgaben.

Kahn verteidigte sparsame Transferpolitik

„Ich denke, wir sind sehr sehr gut aufgestellt in allen Mannschaftsteilen“, verteidigte Kahn im Sommer immer wieder den Sparkurs. Er fand den Kader trotzdem „exzellent“. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Kritik gab es dennoch.

Die Sorge: Die Mannschaft sei nicht breit genug aufgestellt und könne Ausfälle von Leistungsträgern nicht kompensieren - wie in der vergangenen Saison beim Champions-League-Aus gegen Paris. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Salihamidzic: Kader mit 25 Weltklassespielern nicht möglich

„Man kann nicht jede Position doppelt und dreifach absichern. Ein Kader mit 25 Weltklassespielern ist nicht möglich“, hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic bereits im Sommer gesagt.

„Wir können nicht nur sogenannte Toptransfers machen, sondern müssen Kaderspieler verpflichten, in denen wir spezifische Entwicklungspotenziale sehen, und wir müssen den von Jochen Sauer sehr gut geführten Campus noch intensiver einbeziehen.“

Inzwischen gibt die vermeintliche zweite Reihe beim FC Bayern keinerlei Anlass zur Sorge. Im Gegenteil! Neu-Trainer Julian Nagelsmann gibt immer wieder seinen vermeintlichen Ersatzleuten Chancen - und die überzeugen.

Stanisic und Nianzou als Defensiv-Alternativen

In der Defensive erweitert mit Tanguy Nianzou und Josip Stanisic ein Duo Nagelsmanns Auswahl neben den Stars Upamecano, Lucas Hernandez, Niklas Süle, Alphonso Davies und Benjamin Pavard.

Nach einer Debütsaison voller Verletzungen kommt Nianzou immer näher heran an die erste Elf.

„Er ist ein Riesen-Talent, das sich noch entwickeln wird. Da bin ich mir hundertprozentig sicher“, sagte Nagelsmann zuletzt: „Er wird ein Top-Bundesligaspieler.“

Stanisic war bereits mehrfach Teil der Startelf und machte fünf Spiele in dieser Bundesliga-Saison. Gegen Bochum rechtfertigte der Rechtsverteidiger erneut das Vertrauen und agierte stark.

Nagelsmann beschrieb den 21-Jährigen als „sehr verlässlich“, „ordentlich“, ohne Ausschläge „in Richtung Weltklasse“ oder nach unten.

Sabitzer und Musiala als Mittelfeld-Backups

Auch im Mittelfeld ist von Personalnot nichts zu merken.

Im Zentrum steht hinter den gesetzten Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Thomas Müller immerhin Sabitzer bereit.

Der ehemalige Leipzig-Kapitän kam zwar bisher nur als Joker, bringt aber Erfahrung aus der Champions League und der österreichischen Nationalmannschaft als Führungsspieler mit und wird helfen, den stark belasteten Münchner Achsenspielern Verschnaufpausen zu verschaffen.

Auf dem Flügel sorgt zudem Supertalent Jamal Musiala für Furore. Der 18-Jährige traf bereits vier mal in Pflichtspielen und legte drei weitere Treffer auf. Er ist bereits mit Serge Gnabry, Leroy Sané und Kingsley Coman auf Augenhöhe. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nach der Herz-OP von Coman wird Musiala sogar noch wichtiger, wenn seine Knöchelverletzung aus dem Montagstraining sich nicht als schwerwiegender herausstellt.

„Er ist sehr demütig, will arbeiten und hört zu“, sagte Trainer Nagelsmann begeistert: „Du hast nie das Gefühl, dass er abgehoben sei.“

Choupo-Moting der ideale Lewandowski-Ersatz?

Im Angriff verfügt der FC Bayern hinter Robert Lewandowski zudem mit Eric Maxim Choupo-Moting über den offenbar perfekten Ersatz.

Satte sechs Treffer hat der 32-Jährige in dieser Spielzeit schon erzielt. Gegen Bochum war der Joker ebenfalls mal wieder zur Stelle.

„Ich finde es immer sehr lobenswert, wenn einer mit dem Status, den er schon hat – er ist ein erfahrener Bundesliga-Spieler, er hat bei Paris gespielt und jetzt bei Bayern – so Gas gibt“, schwärmte Nagelsmann.

Auffällig: Bei dem neuen Coach spielen in der Rotation nur Michael Cuisance, Bouna Sarr und Omar Richards bisher kaum eine Rolle.

Nagelsmann lobt Richards

Letzterer kann aber laut dem Trainer schon bald mehr Spielzeit bekommen.

„Er ist total offen, will lernen. Er macht das Dribbling gut, er hat einen guten Abschluss. Aber es geht um die Entscheidung: Wo es ist sinnvoll oder wo nicht? Und wenn er das hinbekommt, wird er auch mehr Spielzeit bekommen“, sagte Nagelsmann.

Kahn wird das gefallen.

Er hatte direkt bei der ersten Pressekonferenz gesagt: „Wir erwarten vom Trainer, dass er viele junge Spieler nach vorn bringt, die wir vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm haben.“

Auch damit hatte der Vorstandsvorsitzende bisher recht.

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