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Verkabelte Spieler: Nagelsmann erklärt Idee

Verkabelte Spieler: Nagelsmann erklärt Idee

Julian Nagelsmann schaut beeindruckt auf das Coaching beim Football. Der Trainer des FC Bayern würde gerne einiges vom US-Sport übernehmen.
Julian Nagelsmann möchte vom Football einige Technologien übernehmen
Julian Nagelsmann möchte vom Football einige Technologien übernehmen
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
am 17. Sept

Bayern Münchens Cheftrainer Julian Nagelsmann wünscht sich mehr moderne Kommunikation im Fußball. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Als Beispiel für seine Vorstellungen nannte er Football. Dort sei man bereits „unglaublich weit“ bei der Technologie in der Kommunikation mit Spielern. „Sprich: Der Quarterback hört den Trainer auf dem Feld“, erklärte Nagelsmann im Interview mit Münchner Merkur/tz.

Football sei „unglaublich weit in der Spezialisierung von Trainern auf Mannschaftsteile“, ergänzte Nagelsmann, „als Fußball kannst du da unglaublich viel rausziehen.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nagelsmann: Fußball kann vom Football lernen

Seiner Meinung nach sei der Fußball zu sehr traditionsbewusst und lasse keine Neuerungen zu. "Ich finde, dass wir in bestimmten Bereichen im Fußball manchmal Chancen verpassen, aber natürlich auch Chancen für die Zukunft haben, unseren Sport etwas moderner zu gestalten."

Vor allem die Kommunikation zwischen Spielern und Trainer sei etwas, „was wir im Fußball unbedingt brauchen, idealerweise auch mit einer Verbindung zurück, dass der Spieler mit den Trainern kommunizieren kann.“

Nagelsmann: „Win-Win-Situation“

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfL Bochum präzisierte er seinen Vorschlag: „In allererster Linie denke ich an eine Verbesserung der Kommunikation mit den Spielern. Ich denke aber auch an Instagram-Kommentare von Fans, die sich über mein Geschrei aufregen. Das wird dann vielleicht ein bisschen weniger werden. Das wäre eine sogenannte Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Er selbst müsse dann weniger schreien, die Fans seien weniger genervt und die Spieler verstünden ihn besser. Ins Detail gehen wollte Nagelsmann allerdings nicht. „Ich weiß, dass Menschen schon daran arbeiten - und will somit nicht deren Ideen veröffentlichen und andere schlaue Ingenieure auf den Plan rufen, die Ideen klauen.“

Allerdings stellte der 34-Jährige klar: „Es ist technisch möglich. Es gibt Mikrofone, die kein Gewicht haben. Es gibt auch schon Sender, die Laufdaten erfassen. Es wäre im Interesse des Fußballs, sofern der Trainer überwiegend gute Sachen erzählt.“

Aktuell sei die Kommunikation sehr eingeschränkt, er würde sich wünschen, dass sich das ändert. "Du musst auch mal den Vorstoß machen und sagen: Wir wollen das aber! Wir wollen etwas im Trikot haben, dass Spieler und Trainer kommunizieren können."

Von vielen Dingen aus dem Football könne der Fußball lernen, glaubt Nagelsmann. „Football ist zwar krass technologisiert, aber auch eine Sportart mit einer langen Tradition. Und der Fußball versteckt sich zu oft noch immer hinter dieser Tradition - und das muss aufgebrochen werden!“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)