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„Kotzt mich an“: Derby-Frust bei Bayer

„Kotzt mich an“: Derby-Frust bei Bayer

Der 1. FC Köln läuft im Rhein-Derby gegen Bayer Leverkusen lange einem frühen Rückstand hinterher. Doch am Ende ist auf Doppelpacker Anthony Modeste Verlass.
Steffen Baumgart ist bekannt für seine Schlagfertigkeit. Nun wurde der Trainer des 1. FC Köln von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur für den Fußball-Spruch des Jahres 2021 ausgezeichnet.
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von SPORT1

Happy End für den 1. FC Köln im Rhein-Derby!

Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart hat fahrlässige Gäste bestraft und im Aufeinandertreffen mit Bayer Leverkusen ein 2:2 (0:2) erkämpft. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Held des FC war der seit Saisonbeginn wiedererstarkte Anthony Modeste, der den frühen Rückstand mit seinen Toren in der 63. und 82. Minute ausglich.

„Wir haben das Spiel umgedreht, das ist unsere Stärke in dieser Saison. Das ist unser Wohnzimmer, da kann man eben nicht so einfach gewinnen“, sagte Torjäger Modeste, der auf seiner Ehrenrunde mit Standing Ovations und Sprechchören gefeiert wurde, bei DAZN: „Wenn du viel investierst, kriegst du eben viel zurück.“

Leverkusen-Traumstart dank Schick und Bellarabi

Für Leverkusen, das beinahe über die gesamte Spielzeit auf Konter setzte und zahlreiche davon schlecht zu Ende brachte, hatten Patrik Schick (15. Minute) und Karim Bellarabi (17.) für einen Traumstart gesorgt.

Doch die Kölner - angetrieben von einer fantastischen Kulisse in der erstmals seit 603 Tagen ausverkauften heimischen Arena - glaubten immer an ihre Chance und belohnten sich in der Schlussphase für ihr vorbildliches Kämpferherz.

„Genau auf die Tugenden kam es heute an. Wir haben am Anfang Fehler im spielerischen Bereich gemacht. Nach der Pause haben wir das geändert, deswegen sind wir wieder rangekommen“, erklärte Kölns Kapitän Jonas Hector bei DAZN.

Bayer verpasst Anschluss an Bayern und BVB

Durch das Remis verbesserte sich der FC auf Platz acht, Leverkusen verpasste es, Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Angesichts des Spielverlaufs herrschte bei Bayer Ernüchterung. „Schade war, dass wir bei so vielen Möglichkeiten in der ersten Halbzeit fahrlässig waren und sie nicht gut zu Ende gespielt haben“, konstatierte Gerardo Seoane bei DAZN.

Torwart Lukas Hradecky wurde sogar noch deutlicher. „Wenn man im Derby nach 2:0-Führung nur 2:2 spielt, fühlt es sich wie eine Niederlage an. Wir müssen das 3:0 und 4:0 mit Kontern machen, aber dann schalten wir ab“, kritisierte der Finne seine Vorderleute und fügte wütend hinzu: „Wir verlieren den Kopf in der zweiten Halbzeit, Köln kommt verdient zurück. Es kotzt mich an.“

Insbesondere der Chancenwucher ließ Hradecky sauer zurück. „Wir haben fünf, sechs (Konterchancen, Anm. d. Red.) davon. Wenn es 3:0 steht, kommen die nicht mehr zurück“, sagte er.

Schick (15.) brachte die Gäste nach schnellen Umschalten nach einem Ballverlust von Modeste in Führung. „In der ersten Halbzeit habe ich ein Tor hergeschenkt, das war meine Schuld“, gab der Franzose nach dem Spiel zu.

Bellarabi (17.), der aufgrund von muskulären Problemen bereits in der 36. Minute ausgewechselt werden musste, erhöhte nur 100 Sekunden später mit seinem ersten Saisontor in einer Drangphase der Werkself. Modeste (63./83.) versetzte das Kölner Stadion in einen Freudentaumel.

Karim Bellarabi traf - und musste kurze Zeit später verletzt vom Platz
Karim Bellarabi traf - und musste kurze Zeit später verletzt vom Platz

Baumgart kündigt Attacke an

„Unsere Ausrichtung wird sich nicht ändern. Wir wollen vorne attackieren“, kündigte FC-Coach Baumgart, dem Hector wieder in der Startelf zur Verfügung stand, vor dem Derby an.

Vorne attackierte zu Beginn aber nur Bayer, Köln hatte zwischen den Ketten und im Umschaltspiel massive Probleme. Den ersten Schuss von Schick hielt Kölns Torhüter Timo Horn sicher fest (4.). Den zweiten Versuch setzte der Ex-Kölner Florian Wirtz, der bei jedem Ballkontakt von einem Pfeifkonzert begleitet wurde, neben das Tor (7.).

Im Gegensatz zum 1:1 am Donnerstag in der Europa League bei Betis Sevilla münzte Leverkusen die deutliche Überlegenheit früh in Tore um. Erst spitzelte Schick nach schönem Pass in den Lauf von Flügelflitzer Moussa Diaby den Ball an Horn vorbei.

Dann landete der Ball zwei Minuten später vor den Füßen von Bellarabi, der aus kurzer Distanz einnetzte. Der erneut auffällige Jeremie Frimpong traf in der Folge nur die Latte (25.). (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Hector scheitert an Hradecky

Die Stimmung bei den FC-Fans wurde unruhiger, bei Ballverlusten und Fehlpässen ging mehrfach ein genervtes Raunen durchs Stadion.

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„Die ersten zwei Dinger legen wir uns selbst vor, das war unnötig“, haderte Baumgart am DAZN-Mikrofon mit den Fehlern seines Teams.

Die erste ansatzweise gefährliche Aktion im gegnerischen Strafraum hatte Hector, der aber am gewohnt souveränen Bayer-Kapitän Hradecky scheiterte (33.). (Bundesliga: 1. FC Köln - Bayer Leverkusen zum Nachlesen im Ticker)

Fast im Gegenzug hätte ein Konter die frühe Vorentscheidung bedeuten müssen, doch Schick vertändelte den Ball fahrlässig in Überzahl.

Nach der Pause lief Köln zunächst immer wieder in schnelle Konter der Leverkusener rein, Horn war gegen Wirtz zur Stelle (62.). Dann sorgte Modeste völlig freistehend am langen Pfosten noch einmal für Spannung, setzte neue Kräfte für die Schlussphase frei und traf erneut.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)