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Bayern „enttäuscht, sauer, verärgert“

Bayern „enttäuscht, sauer, verärgert“

Julian Nagelsmann muss seine erste Niederlage als Bayern-Trainer verkraften. Auf der Gegenseite feiert Eintracht Frankfurt seinen ersten Erfolg in dieser Bundesliga-Saison.
Julian Nagelsmann muss seine erste Pflichtspielpleite als Bayern-Coach hinnehmen. Trotz der Niederlage zeigt er sich nicht völlig unzufrieden mit seinem Team.
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von SPORT1

Dicke Überraschung in München! (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Der Gala in der Champions League folgte eine Pleite in der Bundesliga: Bayern München hat nach einer Serie von neun Siegen seine erste Pflichtspiel-Niederlage unter Trainer Julian Nagelsmann kassiert.

Gegen eine freche Frankfurter Eintracht unterlag der deutsche Rekordmeister mit 1:2 (1:1). Vier Tage zuvor hatte der FCB gegen Dynamo Kiew in der Königsklasse noch geglänzt (5:0), nun verlor er erstmals seit dem 24. April (1:2 in Mainz). (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Niederlagen schmerzen immer. Die heute auch, weil es die erste ist und total vermeidbar war. Wir haben ähnliche Dinge nicht ganz richtig gemacht, wie schon in den vergangenen Wochen“, analysierte Nagelsmann nach der Partie bei DAZN. „Heute wurden wir bestraft, wir hatten eigentlich genügend Chancen Tore zu machen.“

„Wir sind natürlich enttäuscht, sauer, verärgert. Ich weiß nicht, was man am besten verwenden kann“, ergänzte Bayerns Thomas Müller: „Es ist ein Spiel, das wir auf keinen Fall verlieren müssen, es hat an der Effektivität gemangelt. Aber das wird uns jetzt nicht aus der Bahn werfen.“

Freude hingegen bei Eintracht-Trainer Oliver Glasner: „Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, wie sie heute gefightet hat. Wir haben im Vorfeld gesagt, wir brauchen eine Teamleistung von Spieler eins bis 20.“

Der bislang letzte Sieg bei den Bayern war den Frankfurtern am 18. November 2000 gelungen. „Es ist mein erster Sieg für Frankfurt und in München, und das erste Mal vergisst man bekanntlich nicht!“, stellte der Österreicher klar.

Hinteregger kontert Goretzka

Nach stürmischen Beginn gingen die Münchner vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick gegen die gut verteidigende und konterstarke Eintracht durch das erste Saisontor von Leon Goretzka in Führung (29.), kassierten aber fast postwendendend den Ausgleich durch Martin Hinteregger (32.).

Danach hatten zunächst beide Mannschaften Großchancen, in der zweiten Halbzeit dann vor allem die Bayern, die aber regelmäßig am herausragenden Keeper Kevin Trapp scheiterten. „Es war sehr viel Arbeit heute, aber wir haben es wirklich sehr gut gemacht. Ein bisschen Glück gehört dann auch dazu“, freute sich der SGE-Torhüter.

In der Schlussphase schlug Filip Kostic (83.) zu und bescherte den Hessen den ersten Bundesligasieg der Saison. Manuel Neuer sah bei dem Gegentor nicht ganz glücklich aus. Tabellenführer bleiben die Bayern dennoch. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Trapp zeichnet sich mehrfach aus

Tatsächlich spielte die Eintracht wie eine Mannschaft, die an ein Ende ihrer Sieglos-Serie glaubt: Konsequent mit einer Fünfer-Abwehr, blitzschnell im Umschaltspiel. Der starke Kristijan Jakic hätte jedoch beinahe früh alle Pläne der Gäste durchkreuzt, als er eine Hereingabe von Serge Gnabry auf das eigene Tor lenkte und Schlussmann Kevin Trapp zu einer Glanzparade zwang (13.).

Bei allem Elan taten sich die Bayern aber schwer. Die kampfstarke Eintracht ließ dem Rekordmeister kaum Raum für einen geordneten Spielaufbau, immer wieder blieben die Münchner bereits am Strafraum hängen.

Erst in der 25. Minute gab es eine Großchance, der aufgerückte Niklas Süle traf nach schönem Doppelpass mit Thomas Müller aber nur das Außennetz.

Es bedurfte eines haarsträubenden Ballverlustes von Hinteregger zur Führung der Münchner: Goretzka zog mit Dampf davon und schoss flach ein. Nur drei Minuten später parierte Trapp großartig gegen Leroy Sane (31.), im Gegenzug machte Hinteregger seinen Patzer wett, indem er im dichten Gedränge eine Ecke von Filip Kostic einköpfte.

Der Abwehrmann bezeichnete seinen Fehler später als „eine Art Weckruf“ und ergänzte: „Nachdem das 1:0 gefallen ist waren wir da und waren mutiger auch mal selbst Fußball zu spielen.“

Gnabry scheitert am Pfosten

Das Spiel wogte nun hin und her, dabei taten sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit wiederholt zum Teil große Lücken in der Münchner Abwehr auf: Manuel Neuer verhinderte per Fuß einen Treffer von Djibril Sow (42.), auf der Gegenseite stand Gnabry aus spitzem Winkel der Pfosten im Weg (44.).

Gleiches Bild nach der Pause: Die Eintracht verteidigte konsequent, immer bereit blitzschnell gegen die stets hoch aufgerückten Münchner zu kontern.

Die Bayern arbeiteten sich verbissen an der Frankfurter Abwehr ab, und vieles wäre leichter gewesen, hätte Robert Lewandowski einen Kopfball aus fünf Metern am herausragenden Trapp vorbeigebracht (56.).

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)