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Verwirrung um RB-Coach Marsch

Verwirrung um RB-Coach Marsch

RB Leipzig kassiert bei Eintracht Frankfurt einen Last-Minute-Ausgleich und verpasst damit den Sprung auf Rang vier. Yussuf Poulsen hatte zuvor irregulär getroffen.
Jesse Marsch geht nach dem späten Remis gegen Eintracht Frankfurt mit sich und der Mannschaft hart ins Gericht. Der RB-Trainer äußert deutliche und ehrliche Worte nach dem Spiel.
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von SPORT1

Last-Minute-Wahnsinn in Frankfurt!

RB Leipzig hat bei der Eintracht den Ausgleich zum 1:1-Endstand erst in der vierten Minute der Nachspielzeit kassiert. Das Tor erzielte Verteidiger Tuta. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga).

In der ersten Hälfte hatte Yussuf Poulsen die Leipziger durch ein irreguläres Tor in Führung gebracht. RB verpasste durch den späten Ausgleich den Sprung auf Champions-League-Platz vier, muss sich stattdessen mit Mittelfeld-Rang acht begnügen.

„Wir haben ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht. In Frankfurt ist es immer schwer. Trotzdem haben wir es sehr, sehr gut gemacht“, erklärte Poulsen nach der Partie bei Sky. „Die letzten drei Sekunden haben wir nicht aufgepasst. Da bleiben zu viele Leute stehen, da müssen alle verteidigen.“

Verwirrung um Marsch

Trainer Jesse Marsch zeigte sich derweil „nicht glücklich. Wir hätten das zweite Tor machen müssen. Dann machen wir es nicht und dann ist es immer gefährlich. Wir sind beim Gegentor nicht richtig mitgelaufen - Wahnsinn!“, brachte der US-Amerikaner seine Unzufriedenheit zum Ausdruck.

Angesprochen darauf, ob es in der Kabine laut geworden sei, sagte Marsch trocken: „Ich war nicht in der Kabine. Ich war in der Trainerkabine. Da war es nicht laut. Wir machen zu viele Fehler, ich habe es schon vor Wochen gesagt. Das ist gerade unsere Art. Wir machen vorne nicht die Tore und machen hinten die Fehler. Wir müssen jetzt reagieren.“

Das 1:0-Führungstor der Leipziger sorgt für Aufregung, denn es hätte nicht zählen dürfen. Trotzdem gab es keinen VAR-Einsatz, was Frankfurts Trainer Oliver Glasner hinterfragt.
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Aufreger-Szene: Glasner kritisiert fehlenden VAR-Einsatz

Immerhin blieben die Sachsen auch im sechsten Spiel nacheinander ungeschlagen. Die Eintracht wiederum verharrt auf dem 15. Platz, lediglich drei Punkte vor dem FC Augsburg, der erst am Sonntag den VfB Stuttgart empfängt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Glasner: „Gefühlter Sieg“

Für die Unentschiedenkönige der Eintracht war das bereits sechste Remis der Saison nicht mehr als ein Achtungszeichen.

„Es ist selbstverständlich, dass bei uns nicht alle vor Selbstvertrauen strotzen“. sagte Eintracht-Coach Oliver Glasner. „Es ist vieles nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Trotzdem gibt die Mannschaft nie auf. Es geht nur über Siege. Aber so ein später Ausgleich ist gut für die Moral, ein gefühlter Sieg für uns.“

Beide Teams sind unter der Woche im Europapokal gefordert. Während die Eintracht am Donnerstag auswärts bei Olympiakos Piräus antreten muss, wartet auf Leipzig am Mittwoch der Königsklassen-Kracher gegen Paris St. Germain. (Bundesliga: Die Torjägerliste)

In Frankfurt schmerzlich vermisst, bei RB bislang unglücklich - viele Blicke waren im Deutsche Bank Park auf Rückkehrer Andre Silva gerichtet.

„Ich bin etwas aufgeregt und freue mich auf meine Rückkehr“, hatte der für 23 Millionen nach Sachsen gewechselte Portugiese vor der Partie gesagt. Bislang gelangen ihm in der Bundesliga erst zwei Treffer, noch laufe die Suche nach seiner „richtigen Position“, erklärte Trainer Jesse Marsch.

In seiner Startelf fand er am Samstag gar keine Position für Silva, Poulsen erhielt in der Sturmspitze den Vorzug. Und der Däne hatte vor 31.000 Zuschauern auch gleich die erste Großchance, scheiterte aber freistehend aus fünf Metern an Kevin Trapp (10.).

Generell entwickelte sich zunächst allerdings eine ausgeglichene Partie, in der die Eintracht das Fehlen des Mittelfeldherzstücks Sebastian Rode und Kristijan Jakic zumindest defensiv gut kompensierte.

Offensivgefahr entwickelte die SGE aber nur über Filip Kostic, eine abgerutschte Flanke des Serben segelte an die Latte (18.). RB leistete sich in dieser Phase viele einfache Fehler, bekam so kaum einmal Tempo in seine Angriffsaktionen.

Bezeichnenderweise brauchte es einen Standard als Dosenöffner. Eine unberechtigte Ecke verlängerte Orban am kurzen Pfosten, Poulsen musste nur noch einschieben.

Die Eintracht wirkte geschockt, Dominik Szoboszlai ließ noch vor der Pause zwei weitere Hochkaräter liegen (38., 44.). Auch nach dem Wechsel zeigte Leipzig die reifere Spielanlage, hatte die Partie ohne zu glänzen im Griff. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nach 65 Minuten kam dann auch Silva begleitet von Pfiffen in die Begegnung, doch erstmal musste Trapp gegen Christopher Nkunku (69.) mit einer Glanzparade die frühe Entscheidung verhindern.

Von Frankfurt kam offensiv weiter zu wenig, ein Distanzschuss des eingewechselten Sam Lammers (74.) war noch das Gefährlichste. Emil Forsberg (88.) verpasste freistehend die endgültige Entscheidung - und das sollte sich rächen, Tuta war nach einem Freistoß per Kopf zur Stelle.

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