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Eintracht-Fans: Bobic „flennt keiner nach“

Eintracht-Fans: Bobic „flennt keiner nach“

Fredi Bobic kehrt als Sportvorstand von Hertha BSC für einen Tag zum alten Arbeitgeber nach Frankfurt zurück. Der zu erwartende Empfang der Eintracht-Fans? Eher reserviert.
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Christopher Michel
Christopher Michel
von Christopher Michel

Es sind solche Geschichten, die im Fußball immer wieder eine gewisse Brisanz mit sich bringen: Wie reagieren die Fans darauf, wenn frühere Spieler oder handelnde Personen mit neuem Verein an alte Wirkungsstätte zurückkehren? (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Fredi Bobic hat im vergangenen Sommer den Standort gewechselt. Nach fünf Jahren als Sportvorstand zu Eintracht Frankfurt zog er weiter zu Hertha BSC. Gibt es warmen Applaus von den Rängen – oder hat Bobic doch Pfiffe zu erwarten?

„Das Thema Bobic ist überhaupt nicht mehr relevant“, sagte Ina Kobuschinski, erste Vorsitzende des Eintracht Frankfurt Fanclubverband e.V. - den Vertretern aller Eintracht-Fanclubs – im Gespräch mit SPORT1: „Vielleicht gibt es vereinzelte Pfiffe. Das kann ich mir aber nicht vorstellen, weil es schon längst abgehakt ist.“

Die Anhängerschaft der Eintracht ist nie vollständig warm geworden mit Bobic. Der Europameister von 1996 war zwar fünf Jahre lang der Architekt des Erfolgs, doch eine Liebesbeziehung bauten die Fans und der ehemalige Klassestürmer nie auf. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Bobic-Abgang mit fadem Beigeschmack – Genugtuung bei Eintracht-Fans

Natürlich hat das Umfeld die Erfolge nicht vergessen: Pokalsieg, Europa-League-Halbfinale, drei internationale Teilnahmen.

Der Abgang allerdings hinterließ einen faden Beigeschmack. Erst der öffentliche Vorstoß, die Eintracht verlassen zu wollen, während der Klub um die Champions League-Qualifikation kämpfte.

Nach Saisonende Interviews, in denen er kaum Selbstkritik zeigte und aus Fan-Sicht fehlendes Gespür bei der Bewertung der Spielzeit vermissen ließ.

„Fredi Bobic hat viel kaputtgemacht in den letzten Monaten, man kann auch anders gehen. Es gab Querelen, die Fans ganz genau wahrnehmen“, kritisierte Kobuschinski. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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Den Wechsel von Bobic nach Berlin konnte die Anhänger zudem kaum nachvollziehen. „Die Leute sehen die jetzige Situation mit Genugtuung. Bei uns flennt ihm jedenfalls keiner mehr hinterher“, wurde Kobuschinski deutlich und ging noch einen Schritt weiter: „Die meisten haben von vornherein gesagt, wie es laufen wird und deshalb nicht verstanden, wie man nach Berlin gehen kann. Wenn man sieht, was in Berlin passiert, dann war es eine falsche Entscheidung.“

Eintracht-Fans haben die Erfolge nicht vergessen

In der Tat erlebte Bobic einen äußerst schwierigen Beginn in der Hauptstadt. Zwei mühsame Siege gegen die Aufsteiger aus Bochum (3:1) und Fürth (2:1), ansonsten nur Niederlagen und zwei üble Klatschen in München (0:5) und Leipzig (0:6). Der Start ist somit überhaupt nicht geglückt.

Kobuschinski hat trotz allem nicht vergessen, wo die Eintracht vor der Bobic-Ära stand und was er für einen Klub hinterlassen hat: „Sportlich gesehen war die Entscheidung für Bobic mit das beste überhaupt für den Klub. Wir waren international dabei und haben den Pokalsieg gefeiert.“

Umso bitterer das Ende, das die vielen guten Zeiten so in den Hintergrund rücken ließ: „Man hat gut in Frankfurt zusammengearbeitet. Deshalb war es so unverständlich, dass Fredi Bobic so gegangen ist.“

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