Anzeige

Salihamidzics ungewöhnliche Bitte

Salihamidzics ungewöhnliche Bitte

Hasan Salihamidzic bittet Julian Nagelsmann, Abstriche beim Gehalt zu machen - nachdem er sich mit dem Trainer auf einen Vertrag geeinigt hatte.
Ist der FC Bayern München zu stark für die Bundesliga? Laut Julian Nagelsmann sollten die Konkurrenten den "Jammer-Modus" ablegen und sich auf sich konzentrieren.
. SPORT1
. SPORT1
von SPORT1

Das Fußball-Geschäft ist ja bekanntlich ein „schnelllebiges“ - die Geschwindigkeit beim Transfer von Julian Nagelsmann zum FC Bayern war dennoch außergewöhnlich.

Innerhalb von nur drei Tagen mussten sich der Trainer, die Bayern und mit RB Leipzig auch der abgebende Verein einig werden. Die Roten Bullen selbst hatten sich diese Frist gesetzt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Volker Struth, Berater von Julian Nagelsmann, hat nun verraten, wie der beachtliche Deal über die Bühne ging - und warum es erst nach der Einigung zu einer ungewöhnlichen Bitte von Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic kam.

„Das Ganze muss bis Sonntag abgewickelt sein. Ich werde nicht zulassen, dass sich die Verhandlungen ziehen“: Dies waren die Worte von Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, wie Struth in seinem Buch „Meine Spielzüge. Aus der Kohlensiedlung zum erfolgreichsten Spielerberater Deutschlands“ berichtet. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Kahn: „Das ist ja Waaahnsinn“

Die Bild hatte aus dem Werk, in dem auch viele Details zu Mario Götzes Bayern-Wechsel preisgegeben wurden, erste Auszüge veröffentlicht.

Bei Nagelsmann habe RB Druck gemacht, weil sie „selbst einen Trainernachfolger bestimmen“ mussten. Mintzlaff sagte daher laut Struth: „Das muss alles schnell gehen, damit keine Ungewissheit in der Mannschaft aufkommt. Bis Sonntag steht der Deal, oder ich blase alles ab.“

Bei Bayern sei man davon nicht besonders begeistert gewesen - genauso wenig wie über die Forderung nach einer Ablöse in Höhe von 30 Millionen Euro. Entsprechend lief Struths Gespräch mit Oliver Kahn, dem Vorstandsvorsitzenden der Münchner.

„Das Nächste, was ich hörte, war: ‚Das ist ja Waaahnsinn!‘“, sagte Struth über das Telefonat. Bayern habe neun Millionen Euro geboten , Struth plädierte für 15.

„Herr Mintzlaff, jetzt, wo Sie das Buch aufgeschlagen haben, müssen wir zu einer Einigung kommen. Sie können Julian nicht mehr halten“, meinte Struth. Letztlich habe die Ablöse bei „etwas mehr als 20 Millionen Euro“ gelegen - Bonuszahlungen exklusive. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Salihamidzic ungewöhnliche Bitte an Nagelsmann

Weil der Deal in so kurzer Zeit über die Bühne ging, kam es wenig später zudem zu einem ungewöhnlichen Vorgang. Obwohl sich Bayern und Nagelsmann ebenso wie die Vereine bereits vertraglich geeinigt hatten, meldete sich Salihamidzic mit einer Bitte bei Struth.

„Kannst du vielleicht noch mal mit ihm reden, ob er bei seinem Gehalt Abstriche macht?“, fragte der Bayern-Boss mit Blick auf seinen zukünftigen Coach.

Die Antwort von Struth war klar: „Damit kommst du früh um die Ecke, Hasan. Alles ist fest vereinbart!

Was Salihamidzic natürlich klar gewesen sei, „aber als sie Julian das Angebot machten, waren sie nicht davon ausgegangen, über 20 Millionen an Leipzig entrichten zu müssen.“ Fragen könne er Nagelsmann ja, sagte Struth: „Ob er auf deine Bitte eingeht, liegt allein an ihm.“

Nagelsmann, der unbedingt zum FCB wollte, stimmte auch tatsächlich zu. Verdienen soll er laut Medienberichten immer noch knapp acht Millionen Euro pro Jahr.

Alles zur Bundesliga bei SPORT1: