Bundesliga>

Hertha BSC: Zoff zwischen Boateng und Dardai - Rehmer findet es "sogar ganz gut"

Hertha-Zoff kommt „zur falschen Zeit“

Nach dem Trainingszoff zwischen Hertha-BSC-Trainer Pal Dardai und Kevin-Prince Boateng erklärt Klub-Ikone Marko Rehmer bei SPORT1, warum er das sogar ganz gut findet - und erinnert sich an den jungen Boateng.
Bei Hertha BSC hängt nach dem missratenen Saisonstart der Haussegen schief. Trainer Pal Dardai und Kevin-Prince Boateng stritten sich lautstark. Danach gab es Entwarnung vom Verein.
Nach dem Trainingszoff zwischen Hertha-BSC-Trainer Pal Dardai und Kevin-Prince Boateng erklärt Klub-Ikone Marko Rehmer bei SPORT1, warum er das sogar ganz gut findet - und erinnert sich an den jungen Boateng.

Sportlich läuft es in dieser Saison noch gar nicht bei Hertha BSC. Nur zwei Siege in acht Spielen stehen zu Buche. Platz 14. Zu wenig für die Ansprüche des „Big City Club“. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Jetzt sorgte ein Trainingszoff zwischen Trainer Pal Dardai und Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng für Wirbel. (BERICHT: Boateng zofft sich mit Dardai)

Demonstrativ postete der Verein am Mittwoch via Instagram ein Bild mit den Streithähnen, auf dem sich beide im Arm halten und in die Kamera lachen. Darunter der Satz: „Die Fahne auf der Brust, und im Herzen. Mehr weiß-blau geht nicht. Ein Team.“ Alles halb so wild also?

Wenn du hier klickst, siehst du Instagram-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Instagram dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

„Boateng hat eine starke Meinung, auf und neben dem Platz. Das wusste man. Aber das war ein ganz normales Trainings-Geplänkel“, sagt der frühere Hertha-Profi Marko Rehmer im Gespräch mit SPORT1. Der heute 49-Jährige spielte von 1999 bis 2005 für die Berliner und kann aus eigener Erfahrung berichten.

„Ich kenne solche Situationen aus meiner aktiven Zeit, da bin ich im Training auch mal mit dem Trainer aneinander gerasselt. Ich weiß noch, dass Frank Pagelsdorf zum Beispiel ein Trainer war, der sich nicht gerne etwas sagen ließ“, erinnert sich der ehemalige Nationalspieler. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Boateng vs. Dardai? “Leben in der Bude“

Der Zoff jetzt zwischen Boateng und Pal Dardai sei natürlich auch dem geschuldet, dass es sportlich bei der Alten Dame noch nicht läuft. „Ich finde das auch ganz gut, weil es zeigt, dass Leben in der Bude ist. Wenn man schon mit dem Schiedsrichter nicht so viel diskutieren darf, dann lässt man das eben mal am Trainer oder dem Schiedsrichter des Trainings aus“, meint Rehmer.

Und betont noch mal: „Es ist wirklich eine völlig normale Situation. Natürlich kommt so etwas in der jetzigen Lage von Hertha zur falschen Zeit.“

Boateng habe aber in den vergangenen Jahren gezeigt, „dass er gereift ist und aus Fehlern gelernt hat“. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Der 34-Jährige wurde im Sommer verpflichtet - nicht mit der Absicht, ihn auch in 34 Spielen einzusetzen.

Leader Boateng? „Konnte er bisher noch nicht zeigen“

„Er wurde als Kopf der Truppe geholt“, weiß Rehmer: „Er ist einer, der seine Meinung sagt und auf und neben dem Platz ein Leader sein soll. Auf dem Rasen konnte er das bisher aber noch nicht zeigen.“

Rehmer kennt Boateng aus der gemeinsamen Zeit, als er von der Hertha-Jugend zu den Profis kam. „Da war er schon sehr selbstbewusst, aber noch mehr der wilde Draufgänger. Er hat sich damals wenig sagen lassen. Daraus hat er aber gelernt.“

Rehmer nimmt Boateng heute in Schutz. „Ich würde die aktuelle sportliche Schieflage nicht nur an ihm festmachen“, stellt er klar: „Da sollten sich mehrere erfahrene Spieler mit einbringen, damit die Stimmung gut ist. Lediglich der Erfolg fehlt noch. Ich würde dem Ganzen allerdings noch etwas Zeit geben. In den zurückliegenden Jahren liefen viele Dinge nicht optimal.“

Rehmer glaubt an Dardai und Bobic

Der neue sportliche Geschäftsführer Fredi Bobic ist seit Sommer in der Hauptstadt - ihm sollte man Zeit geben, findet Rehmer.

„Fredi wird da schon neue Strukturen aufbauen. Aber die können nicht sofort greifen. Ich hoffe, dass sie die Länderspielpause nutzen, um neues Selbstvertrauen aufzubauen“, sagt der frühere Hertha-Star: „Nach dem 10. Spieltag würde ich ein Fazit ziehen.“

Rehmer will auch Dardai aus der Schusslinie nehmen. „Ich glaube, dass Pal der Richtige ist, habe gehört, dass das Verhältnis zur Mannschaft absolut intakt ist. Ich bin mir sicher, dass er die Kurve kriegt.“

Alles zur Bundesliga bei SPORT1: