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„Woanders ist man dann beleidigt“

„Woanders ist man dann beleidigt“

SPORT1-Experte Stefan Effenberg beurteilt die Impfverweigerung von Joshua Kimmich. Auch zur Dominanz des FC Bayern und der Mentalität der Konkurrenz um den BVB spricht er Klartext.
Joshua Kimmich sorgt für Wirbel. Felix Magath stellt sich vor den ungeimpften Bayern-Profi.
Stefan Effenberg
Stefan Effenberg
von Stefan Effenberg

Hallo Fußball-Freunde,

zum Geständnis von Joshua Kimmich beim FC Bayern, sich nicht gegen Corona impfen lassen zu wollen, ist zunächst einmal festzuhalten: Es ist sein gutes Recht, es ist seine freie Entscheidung, und er hat dazu Stellung genommen.

Ich gehe aber davon aus, dass er kurzfristig die Impfung machen wird. Es wäre fatal für Kimmich, wenn er nämlich mal ausfallen würde für die Bayern. Das sollte sich Kimmich gut überlegen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

FC Bayern: Effenberg zur Causa Kimmich und Corona-Impfung

Und natürlich hat er eine große Vorbildfunktion, zu ihm schauen viele auf - ich war nach seinem Statement auch überrascht.

Ich hoffe, dass die Bayern-Bosse jetzt auf Kimmich Einfluss nehmen können. Kimmich muss überlegen, dass er ja auch in die Kabine geht, wenn er sagt, er übe seinen Job an der frischen Luft aus.

Ich gehe davon aus, dass er sich nun intensiv Gedanken macht. (NEWS: Rummenigge nimmt zu Kimmich Stellung)

Karl Lauterbach gibt im STAHLWERK Doppelpass seine Meinung über den ungeimpften Joshua Kimmich kund.
04:29
Lauterbach: Kimmich kann nicht zu 2G gezwungen werden

Was die sportliche Dominanz der Bayern angeht und deren Konkurrenz: Auf Strecke kann der BVB die Leistung nicht bringen, um den Bayern gefährlich zu werden.

Was mich nervt wie beim 0:4 der Dortmunder gegen Ajax Amsterdam in der Champions League: Du hast nichts gehört von den Verantwortlichen wie Watzke, Zorc oder Watzke, dass die da mal dazwischenhauen, um ein Zeichen zu setzen.

BVB: Warum hauen Watzke und Zorc nicht dazwischen?

Nur mal zur Erinnerung: Als wir damals 2001 mit den Bayern 0:3 in Lyon verloren hatten, wurden wir von Franz Beckenbauer und anderen zusammengefaltet.

Da hieß es: Altherren-Fußballer, das hat ausgesehen wie bei einem Benefizspiel. Und das trifft dich als Spieler! Manchmal brauchst du solche Ansagen, um zu begreifen, du musst mehr investieren, um wieder in die Spur zu kommen.

In Dortmund dagegen heißt es: Naja, das war ja gegen Amsterdam, die sind ja nicht so schlecht.

Wenn Bayern allerdings so verliert, dann kriegst du es richtig ab, und dann reagieren die Bayern. Das ist eben der Unterschied zum Rest der Liga.

Stefan Effenberg fordert im STAHLWERK Doppelpass klarere Ansagen der BVB-Bosse nach deutlichen Niederlagen. Für ihn ist das ein deutlicher Unterschied zum FC Bayern.
02:08
Effenberg fordert BVB-Ansage: "Habe nichts gehört von Watzke und Zorc!"

Und das hat auch BVB-Coach Marco Rose gemeint mit seiner Aussage direkt nach dem Spiel bei Ajax: Wenn ein Kimmich bei Bayern sein Team zusammenscheißt, dann passiert auch was.

Bayern-Konkurrenz um Dortmund fehlt Mentalität

Wenn du die Bayern-Spieler kritisiert, dann nehmen die sich das zu Herzen. Woanders ist man dann beleidigt und sagt: Jetzt hört auf mit dem Thema Mentalität!

Ich will deshalb trotzdem nicht sagen, dass es gerade die besten Bayern aller Zeiten sind, denn dafür brauchen sie den maximalen Erfolg, und wir stehen noch mitten in der Saison.

Außerdem hat jede Generation seine eigenen Hauptdarsteller: Früher waren es Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller, die waren genauso einzigartig wie die Generation um Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner, später dann auch die Mannschaft mit einem Philipp Lahm (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Felix Magath ärgert sich im STAHLWERK Doppelpass über die fehlende Gier der Dortmunder Titel gewinnen zu wollen.
00:48
Magath: "Haaland hat die dreifache Gier von Reus!"

Keine Weiterentwicklung beim FC Augsburg

Abschließend noch eine Einschätzung zur Krisensituation beim FC Augsburg und der Aussage von FCA-Präsident Klaus Hofmann, es gebe seit Jahren Stagnation in der Entwicklung der Mannschaft. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Felix Magath spricht im STAHLWERK Doppelpass über seine Zeit als Trainer beim FC Bayern und VfL Wolfsburg. Dabei gibt es eine Sache, die ihm Mark van Bommel bis heute nicht verziehen hat.
01:28
Magath: Das wirft mir van Bommel bis heute noch vor

Die Worte sind hart, aber auch offen und ehrlich, den Schuh muss sich Stefan Reuter als Manager dann eben doch anziehen, weil er verantwortlich dafür ist, neue Trainer zu installieren und auch den Kader zusammenstellt.

Aber was gibt dieser Kader denn schon her gerade? Du kannst nicht immer nur vom Prinzip Hoffnung leben.

Augsburg hat sich in den letzten Jahren immer mit Hängen und Würgen gerettet, da siehst du wirklich keine Weiterentwicklung.

Bis bald

Euer Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 gehört der 52-Jährige zum festen Experten-Team des STAHLWERK Doppelpass.

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