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Kimmich: „Schwer begreifliche Lücke“

Kimmich: „Schwer begreifliche Lücke“

Die Personalie Joshua Kimmich wird zum Streitfall: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wünscht sich ein Umdenken von dem Bayern-Star. Auch Felix Magath äußert sich.
Karl Lauterbach gibt im STAHLWERK Doppelpass seine Meinung über den ungeimpften Joshua Kimmich kund.
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von SPORT1

Auch am Tag nach seinem kontroversen Statement erhitzt Joshua Kimmich noch die Gemüter.

Im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 hat sich der Politiker und Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, zu der Debatte um den Superstar des FC Bayern geäußert. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Er sei davon ausgegangen, dass Kimmich „selbstverständlich geimpft ist.“ Es wäre am Besten, wenn bei Kimmich „jetzt die Impfung noch käme und man keinen großen Druck aufbaut.“

Gerade bei einem Fußballer mit seinem Bekanntheitsgrad wäre eine Impfung „wertvoll, denn davon geht eine enorme Symbolwirkung aus für junge Leute, die epidemiologisch ein Problem darstellen.“

Lauterbach: Diese Lücke ist schwer begreiflich

Fußballer seien zudem nicht anders zu bewerten, als andere Arbeitnehmer.

„Die Fußballer sind am Ende nichts anderes als – wenn auch gut bezahlte – Beschäftigte“, erklärte Lauterbach: „Der Zuschauer muss 2G nachweisen, derjenige aber, der für das Entertainment zuständig ist, der also bei der Arbeit ist, der kann zu 2G nicht gezwungen werden. Da ist als eine Lücke, die ist für den normalen Zuschauer schwer begreiflich.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Allerdings verbiete es sich auch, Druck auf Kimmich, den er als Fußballer gerne sieht, auszubauen: „Das wäre nämlich falsch, denn wir haben keine Impfpflicht, es ist Joshua Kimmichs eigene Entscheidung.“

Laut Lauterbach gibt es „aus wissenschaftlich und epidemiologisch aber keine Notwendigkeit zur Impfpflicht, denn wir können mit der Freiwilligkeit die notwendige Impfquote erreichen, zweitens würden wir damit auch einen Widerstand produzieren, den wir sehr schwer beherrschen können.“

Magath: Warum ist Kimmich jetzt kein Vorbild mehr?

Neben Lauterbach meldete sich auch der ehemalige Bundesliga-Trainer Felix Magath in der Diskussion um Kimmich zu Wort. Dieser plädierte dafür, die Entscheidung Kimmichs zu akzeptieren. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Ich weiß nicht, warum wir einem Menschen nicht seine Meinung gönnen. Ich kann damit gut leben, dass er sagt, er lässt sich nicht impfen“, sagte der einstige Meistercoach und fügte an: „Was mich nur stört: Warum kann man das nicht offen sagen? (..) Aber warum soll er denn jetzt kein Vorbild mehr sein, nur weil er seine Meinung hat?“

Am Samstag war bekannt geworden, dass Kimmich bisher nicht geimpft ist. Der Bayern-Spieler hatte nach dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim (4:0) Stellung bezogen, und sein Zögern mit fehlenden Studien zu den Langzeitfolgen einer Impfung begründet.

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