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Breitenreiter macht Schalke schwere Vorwürfe

Breitenreiter macht Schalke schwere Vorwürfe

André Breitenreiter war beim FC Schalke erfolgreicher als seine zahlreichen Nachfolger. Nun spricht er über sein Aus bei Königsblau - und darüber, was er mit Leroy Sanés Transfer zu Manchester City zu tun hatte.
Werder Bremen kommt gegen den FC Schalke in letzter Minute dank eines höchst schmeichelhaften Elfmeters zum Ausgleich. Auf köngisblauer Seite sind die Gemüter erhitzt.
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von SPORT1

André Breitenreiter blickt nicht nur mit Freude auf seine Zeit beim FC Schalke zurück - im Gegenteil.

Dabei leistete der 48-Jährige im Ruhrpott solide Arbeit. Er holte im Schnitt mehr Punkte als alle sieben seiner Nachfolger und qualifizierte sich für die Europa League. Der ehemalige Bundesliga-Trainer behauptet aber jetzt dennoch, dass ihm seit dem Karriereabschnitt bei den Königsblauen ein Makel anhaftet. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Wenn einige meinen Namen hören, dann sagen sie: Der André Breitenreiter war doch Trainer auf Schalke“, sagte der Coach, der mittlerweile erfolgreich für den FC Zürich arbeitet, im Interview mit der Sportbild - und ergänzte:Durch die Schalke-Zeit ist vielleicht ein schlechtes Image entstanden, warum auch immer.“

Bei seinen anderen Trainerstationen wie Havelse, dem SC Paderborn und selbst Hannover 96 „spricht keiner schlecht über mich“. Nur auf Schalke, „wo ich klar Missstände angesprochen hatte, ist es für mich zum Bumerang geworden.“

„Man verlor den Blick für die Realität“

Breitenreiter war 2015 vom damaligen Schalke-Manager Horst Heldt nach Schalke geholt worden, musste unter dessen Nachfolger Christian Heidel aber rund ein Jahr später wieder gehen. Dieser habe sich einen Neuanfang gewünscht - nachdem man bei Saisonbeginn noch „fünf, sechs Stunden“ über die gemeinsame Vision für Schalke gesprochen habe. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Der Klub sei zwar eine super Station für ihn gewesen, aber: „Was dort störte, war die überzogene Erwartungshaltung nach dem besten Saisonstart seit 45 Jahren. Man verlor intern den Blick für die Realität, als Ziel ging es nicht mehr um Platz drei bis sechs, sondern man glaubte, Schalke wird Deutscher Meister.“

Am Ende des Tages sei es im Verein „um Eitelkeiten und um Politik, die im Hintergrund gemacht wurde“ gegangen. Es habe keine „sportlichen Gründe“ gegeben, ihn freizustellen.

Zu seinen Schützlingen zählte in Schalke-Tagen auch der heutige Bayern-Profi Leroy Sané. Dieser war von S04 zu Manchester City gegangen - woran Breitenreiter alles andere als unbeteiligt war.

Breitenreiter vergleicht Sané mit Hambüchen

„Dazu gibt es eine schöne Anekdote: Als wir damals mit Schalke in der Rückrunde der Saison 2015/16 bei Bayern München spielten, bat mich der damalige Bayern-Trainer Pep Guardiola nach dem Spiel in seiner Kabine lange zum Gespräch“, sagte Breitenreiter. Unterhalten habe man sich über Sané. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Guardiola habe ihn gefragt, ob er den deutschen Nationalspieler an seiner Stelle verpflichten würde: „Ich antwortete: Auf jeden Fall, auch wenn ich so einen Spieler niemals verlieren möchte. Von da an war mir klar, dass Pep Leroy Sané holen würde. Denn er ist ein Ausnahme-Fußballer. Er macht jede Mannschaft besser. Man muss ihn nur richtig an die Hand nehmen.“

Sané stehe vor einer großen Karriere, auch weil er einen Vorteil habe. Er ist körperlich aufgrund der Gene seiner Mutter und seines Vaters (Mutter Regina Weber war eine Rhythmische Sport-Gymnastin, Vater Souleymane Sané selber Fuball-Profi, Anm. d. Red.) so konzipiert, dass er von vielen schweren Verletzungen wahrscheinlich verschont bleiben wird.“

Im Schalker Kraftraum sei Sané regelmäßig an den Ringen gewesen, „er konnte alles. Ich dachte, ich sehe Fabian Hambüchen vor mir.“

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