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Trotz Rose-Rekord: Hamann sieht schwarz

Trotz Rose-Rekord: Hamann sieht schwarz

Borussia Dortmund ringt den VfB Stuttgart mit einer Energieleistung nieder und rückt dem FC Bayern auf die Pelle. Dietmar Hamann sieht trotzdem schwarz für den BVB.
"Zieht den Bayern die Lederhosen aus" hallte es nach dem 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart durch den Signal-Iduna-Park. BVB-Trainer Marco Rose lobt die Fans und die tolle Stadionatmosphäre.
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von SPORT1

Großer Erleichterung bei Borussia Dortmund: Dank eines späten Treffers durch Marco Reus haben die Schwarz-Gelben den VfB Stuttgart mit 2:1 niedergerungen und sich bis auf einen Punkt an den FC Bayern herangeschoben.

Der Rekordmeister hatte am Freitag eine 1:2-Schlappe beim FC Augsburg kassiert. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Es war eine gute Leistung gegen einen schwierigen Gegner“, meinte BVB-Trainer Marco Rose bei Sky. „Mit dem Ball war es in der ersten Halbzeit teilweise zu fehlerhaft. Wir sind trotzdem drangeblieben. Wir haben uns am Ende belohnt mit einem passenden Tor.“

Das entscheidende Reus-Tor fiel erst in der 85. Minute. Zuvor hatte Roberto Massimo die Führung durch Donyall Malen ausgeglichen.

Dortmund hat durch den Sieg alle 7 Bundesliga-Heimspiele unter Marco Rose gewonnen. Der BVB hatte nie zuvor die ersten 7 Heimspiele einer Bundesliga-Saison siegreich gestaltet.

Viel Positives konnte Sky-Experte Dietmar Hamann dem Dortmunter Auftritt trotz diese Rekordes nicht abgewinnen. Der 48-Jährige übte schwere Kritik an den Schwarz-Gelben - und malte ein dunkles Szenario für die Zukunft.

„Irgendwann müssen sie anfangen, besser Fußball zu spielen. Die Mannschaft, die heute besser Fußball gespielt hat, waren die Stuttgarter“, erklärte Hamann bei Sky. „Einen Punkt hinter den Bayern zu stehen, schaut wunderbar aus, in der Champions League haben sie alles noch selbst in der Hand. Von der Punkteausbeute ist das alles okay.“

Wenn die Borussen nicht aber „schleunigst anfangen, besser Fußball zu spielen, dann wird der Abstand zu den Bayern bis Weihnachten größer sein und dann werden sie auch in der Champions League nicht mehr dabei sein. Wo jetzt dieser Umschwung herkommen soll innerhalb von ein, zwei Wochen – ich weiß es nicht.“

So würde Dortmund die engen Spiele zwar gewinnen, „aber wie sie Fußball spielen, reicht es nicht.“

BVB vor „Endspiel“

Der BVB hat am kommenden Mittwich ein„Endspiel“ in der Champions League bei Sporting Lissabon.

„Wir haben jetzt andere Aufgaben. Es war ein wichtiger Sieg, weil wir die drei verlorenen Punkte vom letzten Spieltag direkt wieder aufholen konnten“, erklärte Mats Hummels. „Aber wir haben jetzt fast schon ein K.O.-Spiel in der Champions League, dann dürfen wir nach Wolfsburg reisen nächsten Samstag.“

Bei den Gastgebern hatte sich die personelle Lage etwas entspannt. Raphael Guerreiro rückte sofort in die Startformation, Emre Can und Mahmoud Dahoud nahmen zumindest wieder auf der Bank Platz.

Von dort sahen sie einen spielbestimmenden BVB. In einer druckvollen Anfangsphase verpasste Kapitän Marco Reus mit seinem Freistoß nur knapp die Führung (7.). (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Sechs Minuten später köpfte Malen nach einer Flanke des agilen Julian Brandt aus guter Position weit vorbei. Es sollte für längere Zeit die letzte gefährliche Aktion der Dortmunder bleiben.

„Wir haben das Spiel einfach angenommen, waren sehr gut drin im Gegenpressing“, sagte Hummels. „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir viele gute Ballgewinne gehabt. Wir waren giftig, nicht super torgefährlich die ganze Zeit, aber in einem guten Maß. Wir haben nicht groß geglänzt, aber gekämpft.“

Der BVB hatte vor 57.900 Zuschauern zwar auch in der Folge die Spielkontrolle, ohne Erling Haaland fehlte aber der Zielspieler.

So kombinierten die Dortmunder teilweise zwar ansehnlich, doch der letzte Pass kam nicht an. Die Flanken in den Strafraum stellte die VfB-Defensive zunächst vor keine größeren Probleme.

Stuttgart mutig

Die Schwaben wurden mit zunehmender Dauer auch im Spiel nach vorne mutiger und hatten die größte Möglichkeit der ersten Halbzeit zur Führung.

Tanguy Coulibaly scheiterte aber an seinem stark reagierenden ehemaligen Teamkollegen Gregor Kobel im BVB-Tor.

Der Favorit tat sich auch zu Beginn des zweiten Durchgangs schwer. Zu unpräzise, zu ideenlos war das Dortmunder Spiel. Stuttgart verteidigte weiter aufmerksam und war bemüht, Nadelstiche zu setzen.

Die Führung durch das erste Saisontor des 30-Millionen-Neuzugangs Malen fiel überraschend. Hiroki Ito fälschte den Schuss des Niederländers unhaltbar für seinen Torhüter Florian Müller ab.

Doch das Spiel des BVB wurde auch mit der Führung im Rücken nicht besser. Manuel Akanji verlor gegen Philipp Förster den Ball.

Über Atakan Karazor landete der Ball bei Massimo, der Mats Hummels aussteigen ließ und vor Kobel die Nerven behielt.

Akanji hätte seinen Fehler fast wieder gutgemacht. Doch Müller lenkte seinen Distanzschuss an die Latte (67.). Das 2:1 fiel nach einem Stuttgarter Eckball und einem blitzschnellen Konter.

Mit SID

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