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Neuer nach Blamage bedient

Neuer nach Blamage bedient

Der FC Bayern patzt gegen den FC Augsburg und muss eine überraschende Niederlage hinnehmen. Torhüter Manuel Neuer nimmt im Anschluss seine Mitspieler in die Pflicht.
Der FC Bayern musste sich am 12. Spieltag dem FC Augsburg mit 1:2 geschlagen geben. Trainer Julian Nagelsmann erklärt, wieso seine Mannschaft die Partie verdient verloren haben.
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von SPORT1

Mit hängenden Köpfen schlurften die Spieler des FC Bayern nach Abpfiff vom Platz - und begaben sich umgehend in die Kabine.

Trainer Julian Nagelsmann wollte nach der Blamage gegen den FC Augsburg einige Worte an die Mannschaft richten, ehe sich einige Spieler für Interviews zurück auf den Platz begaben.

Besonders Torhüter Manuel Neuer wirkte nach der bitteren 1:2 (1:2)-Niederlage gegen den FC Augsburg konsterniert. (Hier das Spiel zum Nachlesen im Liveticker)

„Es war natürlich sehr enttäuschend. Wir müssen auf jeden Fall gegen so eine Mannschaft gewinnen, das steht fest. Wir haben die bessere Qualität. Wir waren in der ersten Halbzeit einfach nicht da, hatten zu wenig Aktivität und zu wenig Mut im Spiel nach vorne“, versuchte Neuer im Anschluss bei DAZN den Patzer zu erklären.

Neuer hadert mit Offensive

Nach Abpfiff haderte Neuer besonders mit der Offensive: „Was mir Sorgen macht, ist, dass wir zu wenig Torchancen hatten. Normalerweise haben wir gegen so eine Mannschaft, wie man schon in der Vergangenheit gesehen hat, fünf Tore erzielt und hatten Chancen „en masse“. Heute leider nicht.“

Auch Thomas Müller fand nach der empfindlichen Niederlage deutliche Worte. „Die erste Halbzeit war schlecht, sehr schlecht. Und in der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass wir es unbedingt drehen wollten. Vielleicht hat uns vor dem Tor dieses Quäntchen Glück gefehlt“, so Müller.

In jedem Fall sei dies „ein bitterer Rückschlag in unserem Selbstverständnis, mit dem wir eigentlich die Spiele bestreiten wollen.“

Der FC Bayern ging ersatzgeschwächt in die Partie: Neben dem angeschlagenen Kingsley Coman musste Bayern-Trainer Julian Nagelsmann auch auf die positiv auf Corona getesteten Niklas Süle und Josip Stanisic verzichten.

Zudem konnte der FC Bayern nicht auf Joshua Kimmich zurückgreifen, der sich als ungeimpfte Kontaktperson eines Corona-Infizierten erneut in Corona-Quarantäne begeben musste.

Trotz der zahlreichen Ausfälle starteten die Münchner in den ersten Minuten druckvoll - nach stürmischen Anfangsminuten ließ die Intensität allerdings schnell wieder nach. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Mitte der ersten Halbzeit sorgte Augsburg-Keeper Rafael Gikiewicz für einen kurzen Schockmoment, als er einen Rückpass verstolperte und der Ball beinahe über die eigene Linie gerollt wäre (18.)

Bayern geschockt von FCA-Doppelschlag

Zum Glück der Augsburg-Fans kullerte die Kugel jedoch knapp am Tor vorbei, die daraus resultierende Ecke brachte dem FC Bayern nichts ein.

Der FC Augsburg versteckte sich jedoch keineswegs und spielte selbst engagiert nach vorne.

Dieser Mut sollte sich auszahlen: Nach einer scharfen Hereingabe von Iago klärte Lucas Hernandez zunächst, legte den Ball dabei aber unfreiwillig vor für Pedersen, der den Abpraller mit vollem Risiko nahm und die Kugel unten links im Eck versenkte (24.) (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Der FC Bayern erhöhte daraufhin den Druck, verzweifelte aber zunächst an der Kompaktheit der Augsburger Defensive.

Dies sollte sich rächen: Nach einer schönen Flanke von Iago überlistete André Hahn mit einem platzierten Kopfball Manuel Neuer und erhöhte auf 2:0. (38.).

Besonders die Umstände, unter denen die Tore fielen, verärgerte Bayern-Trainer Nagelsmann.

„Die Tore, die wir kriegen, bekommen wir die ganze Saison über eigentlich auf die gleiche Art und Weise. Das haben wir vorgestern auch besprochen: Heute kriegen wir wieder zwei Tore auf praktisch identische Art und Weise. Das ist ein bisschen sorglos, wie wir verteidigen“, kritisierte Nagelsmann die Defensivarbeit.

Lewandowski hält München im Spiel

Kurz darauf zeigte sich allerdings, warum man den FC Bayern niemals abschreiben sollte. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nur wenige Minuten nach dem zweiten Treffer der Augsburger verlängerte Thomas Müller mit der Hacke eine halbhohe Flanke in den Strafraum. Robert Lewandowski fackelte nicht lange und versenkte den Ball per Direktabnahme (38.)

Gikiewicz war am Ball noch dran und machte keine glückliche Figur.

Nach dem Anschlusstreffer des Polen legte der Rekordmeister noch einmal einen Gang zu.

Auch die zur Halbzeit eingewechselten Alphonso Davies (für Richards) und Jamal Musiala (für Marcel Sabitzer) brachten noch einmal frischen Wind in die Partie.

Augsburg lauert auf Konter

Trotz drückender Überlegenheit im Mittelfeld fehlte dem FC Bayern jedoch der letzte Pass und die entscheidende Durchschlagskraft.

Der FC konnte sich nur selten aus den Fängen der Münchner befreien - sobald dies aber gelang, wurden die Fuggerstädter mit ihrem ansehnlichen Konterfußball umgehend gefährlich.

Nach einer Einzelaktion sorgte der eingewechselte Davies mit einem satten Flachschuss aus sechszehn Metern beinahe für den Ausgleich - der Ball verfehlte das Tor allerdings um wenige Zentimeter. (73.)

Zweite Saisonniederlage für Bayern

Eine Mega-Chance vergab Lewandowski rund zehn Minuten vor Schluss. Nach einem traumhaften Diagonalball von Müller zog der Pole umgehend ab, scheiterte jedoch am starken Gikiewicz (80.) Den Nachschuss setzte Davies deutlich drüber.

Trotz einer drückenden Überlegenheit in der Schlussphase konnte der FCB den „Lucky Punch“ nicht mehr setzen. Der Rekordmeister musste damit die zweite Saisonniederlage hinnehmen.

Der FC Augsburg konnte sich dagegen drei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf sichern. „Grandios. Freitagabendspiel. Volle Hütte. Wir konnten unseren Fan etwas Gutes tun, uns etwas Gutes tun. Wir haben den FC Bayern geschlagen und uns gut verkauft. Das fühlt sich grandios an.“, jubelte Augsburg-Torschütze André Hahn.

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