Anzeige

Bobic nach Derbypleite genervt

Bobic nach Derbypleite genervt

Mit einem souveränen Sieg weist Union Berlin Hertha BSC im Stadtderby in die Schranken. Awoniyi und Trimmel bringen die Alte Försterei zum Beben.
Union Berlin untermauert den sportlichen Machtwechsel in der Hauptstadt: In einem einseitigen Stadtderby besiegen die Eisernen ihren Rivalen Hertha BSC völlig verdient mit 2:0.
. SPORT1
. SPORT1
von SPORT1

Union Berlin zementiert seinen Status als Nummer eins in der Stadt.

Das Team von Trainer Urs Fischer setzte sich im Stadtderby souverän mit 2:0 gegen Hertha BSC durch und vergrößerte den Abstand auf den Stadtrivalen auf sieben Zähler. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Bei der Hertha, nach eigenem Verständnis die Nummer in Berlin, lagen die Nerven nach der verdienten Niederlage teilweise blank.

Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic, angesprochen auf seine ältere Aussage, dass er Trainer Pal Dardai nach dem Start eigentlich entlassen hätte müssen, unterbrach Moderator Sebastian Hellmann im Sky-Interview : „Jetzt komm doch nicht mit dem Scheiß schon wieder.“

Hertha nur drei Punkte vor Relegationslatz

Bei der Gesamtbetrachtung von Herthas Entwicklung ist Bobic noch ambivalent „Gegen Leverkusen muss man erstmal 1:1 spielen, es war unglücklich, dass wir zum Schluss ein Gegentor bekommen. Für mich war das Spiel heute wichtig, ich habe unheimlich viele Erkenntnisse gewonnen, weil ich die Mannschaft noch viel tiefer kennen lernen muss.“

Taiwo Awoniyi brachte die Köpenicker mit seinem achten Saisontor früh in Führung (8.). Vorausgegangen war ein katastrophaler Fehler von Trainer-Sohn Marton Dardai, der bei einem eigentlich harmlosen Pass am Ball vorbeigeschlagen hatte. Kapitän Christopher Trimmel erhöhte mit einem Fernschuss auf 2:0 (30.). (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Hertha steckt nach dem dritten Spiel in Serie ohne Sieg weiter in der unteren Tabellenhälfte fest. Das Team von Pal Dardai hat als 13. nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Wir haben gut angefangen. Aber insgesamt hat Union verdient gewonnen“, analysierte Dardai die Partie bei Sky. Er monierte zudem die fehlenden Torchancen seines Teams. „Der Gegner war besser, dynamischer. Unsere Torschüsse waren harmlos.“

Alte Försterei erstmals seit 2020 ausverkauft

Union-Stürmer Kruse erklärte: „Ich glaube, man hat gesehen, wozu wir in der Lage sind, nicht nur spielerisch, sondern auch kämpferisch.“ Sie seien von Beginn an hellwach gewesen. „Mit den Fans im Rücken sind wir dann sehr schwer zu schlagen.“

„Es war nicht einstudiert. Ich habe eine gute Position für die zweiten Bälle und kann dann abziehen“, beschrieb Kapitän Trimmel seinen Treffer aus rund 20 Metern. Zum Höhenflug seines Teams sagte er: „Es macht den Fußball interessant, wenn auch kleinere Vereine erfolgreich sind.“

Das Stadion in der Alten Försterei war dank der 2G-Regelung mit 20.012 Zuschauern erstmals seit dem 1. März 2020 wieder komplett voll - trotz deutlich steigender Inzidenzzahlen in Berlin. Anders als beim bislang letzten Derby vor Fans vor zwei Jahren blieben schwere Ausschreitungen aus. Rund 900 Einsatzkräfte sicherten das Hochrisikospiel ab.

Bei Union lief Torjäger Max Kruse nach überstandenen Oberschenkelproblemen erstmals seit dem 8. Spieltag wieder auf. Der Hertha fehlte neben dem verletzten Vladimir Darida und dem rotgesperrten Kapitän Dedryck Boyata auch Stürmer Steven Jovetic. Der Montenegriner wurde nach Ablauf seiner Corona-Quarantäne erneut positiv auf das Virus getestet. Für Jovetic durfte der Pole Krzysztof Piatek von Beginn an auflaufen.

„Es gibt keine Ausreden“, hatte Hertha-Trainer Pal Dardai vor dem Spiel gesagt, „wir müssen spielerisch Leistung bringen.“ Doch kaum war das Derby angepfiffen, lag die Alte Dame auch schon zurück. Die Unioner verdienten sich die Führung, weil sie aggressiver im Zweikampf und zielstrebiger in der Offensive agierten.

Pekarik-Tor wird aberkannt

Mit dem 1:0 im Rücken drehten die Hausherren noch mehr auf und kamen zu Chancen durch Kruse (22.) und Trimmel (25.). Aus dem Hertha-Fanblock schallte es früh: „Wir woll‘n Euch kämpfen seh‘n!“ Es half nichts, nach einer halben Stunde flog der Ball nach einem Schuss von Trimmel an Freund und Feind vorbei ins Tor.

Danach wachte Hertha etwas auf und kam durch Rechtsverteidiger Peter Pekarik zu seiner ersten Torchance (37.). Der vermeintliche Anschlusstreffer durch Pekarik (45.+1.) wurde wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen.

Dardai reagierte auf die schwache Leistung und wechselte zur zweiten Hälfte in Ishak Belfodil einen zweiten Stürmer ein. Dadurch erhöhten die Gäste ihren Ballbesitz, die besseren Chancen hatten aber zunächst nach Kontern die Unioner durch Kruse (58.) und Genki Haraguchi (62.).

Alles zur Bundesliga bei SPORT1: