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Borussia Mönchengladbach: Trainer Adi Hütter nach 1:4 in Leipzig angezählt

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Borussia Mönchengladbach: Trainer Adi Hütter nach 1:4 in Leipzig angezählt

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„Absolut crazy“ - verkennt Hütter die Lage?

„Absolut crazy“ - verkennt Hütter die Lage?

Gladbach geht zum dritten Mal in Folge unter. Die Verantwortlichen gehen auf Ursachenforschung. Für Dietmar Hamann wird für Trainer Adi Hütter die Luft langsam dünn.
Mit einer Gala-Vorstellung springt der SC Freiburg auf Platz vier. Bereits nach 25 Minuten führte das Team von Christian Streich mit 5:0 gegen desolate Gladbacher.
. SPORT1
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von SPORT1

Bei Borussia Mönchengladbach herrscht Alarmstufe rot.

Unglaubliche 14 Gegentore kassierte die Elf von Trainer Adi Hütter in den vergangenen drei Bundesligaspielen. Einem 1:4 in Köln folgte das 0:6 zu Hause gegen Freiburg, bevor die Fohlen mit dem 1:4 in Leipzig die „14 Tage des Grauens“ vollendeten.

Wer vor zwei Wochen noch von Europa geträumt hatte, muss sich nun völlig neu orientieren. Angesichts von nur 18 Zählern und Tabellenplatz 13 geht der Blick so langsam sogar Richtung Abstiegsplätze. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Die Frage ist, wie wir gemeinsam da wieder rauskommen“, sagte Hütter nachdem seine Mannschaft mit den vier Gegentoren in Leipzig noch gut bedient war. Der Trainer, der vor der Saison für 7,5 Millionen Euro aus seinem Vertrag in Frankfurt gekauft wurde, scheint derzeit völlig ratlos zu sein.

Sommer: „Absolut crazy“

„Wir haben in den letzten drei Spielen 14 Gegentore bekommen, was absolut crazy ist - viele davon Standardtore“, redete Keeper Yann Sommer dagegen Tacheles. „Wir müssen uns diese Situationen anschauen, weil wir nicht nah genug an unseren Gegenspielen stehen und nicht aggressiv genug in den Duellen sind. So machen wir es dem Gegner es einfach, Tore zu schießen und so kannst du kein Spiel gewinnen.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Dabei ist die Verunsicherung der Gladbacher Protagonisten, die im Oktober den FC Bayern im Pokal noch mit 5:0 abgefertigt hatten, nicht mehr wegzudiskutieren. Einzelaktionen dominieren, ein echter Spielfluss ist dagegen nicht mehr zu erkennen.

„Spielerisch kommt bei uns momentan nicht viel zusammen, das müssen wir uns erarbeiten“, sagte Kapitän Lars Stindl bei Sky. „Hinten raus kriegst du noch zwei Dinger und gehst mit 1:4 nach Hause. Jeder hat etwas für sich gemacht und nicht zusammen als Team.“

Während die Gladbacher Spieler durchaus den Finger in die Wunde legten, versuchte Hütter händeringend das Positive hervorzuheben. „Der Anfang war nicht gut und auch hintenraus - das geht einfach nicht und dieser Kritik müssen wir uns stellen“, sagte er zwar. Man müsse aber „trotzdem versuchen, uns an gewisse Grashalme zu klammern. Als wir das Spiel angenommen haben und in die Zweikämpfe gekommen sind, hatten wir viel bessere Momente.“

Dass derzeit keine echte Mannschaft auf dem Platz stehe, stritt Hütter vehement ab. Dass Einzelaktionen dominierten könne man auch anders sehen, sagte der Österreicher - „dass jeder einzelne in dieser Situation vielleicht etwas Besonderes machen will“.

Hamann zählt Hütter an

Für Hütter ist klar: „Die Mannschaft ist eine Mannschaft, sie hat einfach gerade eine sehr schwierige und unangenehme Situation. Wir müssen trotz allem positiv bleiben.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Sky-Experte Dietmar Hamann ist ganz anderer Meinung: „Für mich steht keine Mannschaft auf dem Platz, das hat Stindl ja auch angedeutet. Inwieweit Hütter die Schuld trägt, das muss Max Eberl entscheiden.“

Der Gladbacher Sportdirektor wird am Sonntagmittag möglicherweise eine Antwort darauf geben - denn Eberl wird im Rahmen des STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 zugeschaltet.

Im Aktuellen Sportstudio im ZDF hatte er sich bereits am späten Samstagabend das Herauspicken eines Sündenbocks verbeten: „Ich möchte keinen sehen, der auf irgendeinen anderen zeigt, sondern dass alle diesen Griff machen, sich selber an die Nase packen!“

Hamann macht die Gladbacher Krise auch an der Laufleistung fest, die schon in den vergangenen Partien weit unterdurchschnittlich war: „Heute sind sie wieder fünf Kilometer weniger gelaufen als der Gegner - und das nach einem 0:6 und der desolaten Leistung gegen Freiburg. Wenn du drei Spiele so verlierst, dann kann etwas nicht stimmen.“

Dass es für den Gladbach-Coach langsam eng werden könnte, davon ist Hamann überzeugt: „Du kannst dich nicht so abfertigen lassen. Die Trainerdiskussion wird nicht leiser werden.“

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