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Bayern-Star hatte Angst in der Schule

Bayern-Star hatte Angst in der Schule

Dayot Upamecano spricht über Probleme in der Kindheit, Duelle mit Ousmane Dembele und Vergleiche mit ehemaligen Stars des FC Bayern.
Dayot Upamecano glänzt gegen Union Berlin mit einem Sololauf, der Erinnerungen an Bayerns legendären Lucio erinnert.
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von SPORT1

Dayot Upamecano steht in seinen ersten Monaten beim FC Bayern häufig im Mittelpunkt.

Weil auf gute auch ein paar Mal weniger erbauliche Leistungen folgen, steht der neue Abwehr-Star des deutschen Rekordmeisters unter besonderer Beobachtung. Der französische Nationalspieler hat nach den Abgängen der beiden langjährigen Leistungsträger David Alaba und Jérôme Boateng zudem äußerst große Fußstapfen zu füllen.

Nun hat sich der 23-Jährige ausführlich über seinen Werdegang geäußert. Im Interview in Bayerns Mitgliedermagazins 51 sprach Upamecano über seine Wurzeln, seine Durchsetzungskraft, Vergleiche mit ehemaligen Bayern-Größen und Duelle mit Ousmane Dembélé.

SPORT1 hat die besten Aussagen des Verteidigers zusammengefasst.

Upamecano über Duelle in den Fußballkäfigen seiner Heimatstadt Évreux als Jugendlicher: „Du musst auch Schmerzen ertragen können, wenn du gewinnen willst. Bei uns ging es immer um den Willen, alle Spiele zu gewinnen. Es war uns wichtig, am Ende sagen zu können: „Wir haben gewonnen!“ Ich bin seit dieser Zeit mental sehr stark. Ich denke, diese Aggressivität, diese Mentalität, die für uns damals ganz normal gewesen ist, charakterisiert mich bis heute auf dem Spielfeld.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Upamecano: Ab da wollte ich mehr

... über Spiele gegen Barca-Star Ousmane Dembélé in der Schule: „In unserer Schule ging Ousmane in die fünfte Klasse, ich war eine Jahrgangsstufe unter ihm, und in der Pause spielten wir auf dem Schulhof natürlich immer Fußball. Jeder Jahrgang hatte seine eigene Mannschaft, wir waren also Gegner. Ich war der Kapitän der vierten Klasse, er der Kapitän der fünften Klasse. Leider habe ich oft gegen ihn verloren – weil die anderen eben älter waren. Ich habe damals immer als Stürmer gespielt, später wurde ich Mittelfeldspieler und dann immer weiter nach hinten geschoben … Ich hatte schon Angst, plötzlich Torwart zu sein (lacht)!“

„Mit Ousmane bin ich immer in Kontakt, und es gibt noch einen anderen ehemaligen Kameraden: Rafik Guitane, er spielt jetzt in Portugal. Mit ihm zusammen habe ich die französische Futsal-Schulmeisterschaft gewonnen. Damit hat alles angefangen: Wir brachten diesen großen Titel in unsere Schule zurück, alle waren glücklich, sogar die Lehrer, es war beeindruckend. Ab da wollte ich immer mehr.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Dayot Upamecano unterliefen in den letzten Spielen immer wieder schlimme Abwehrfehler. Die Runde im Fantalk zweifelt an der Qualität des Bayern-Verteidigers.
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„Unfassbare Fehler!“ Fantalk zweifelt an Bayern-Star

... über die Aussprache seines Namens: „Es heißt „Dayo“, also bitte ohne das „t“. Ich sage das immer wieder, auch in Frankreich, aber die wenigsten sprechen es korrekt aus.“

... über seine angeblich schüchterne Art: „Ich würde nicht sagen, dass ich schüchtern bin. Menschen verwechseln schüchtern oft mit ruhig. Ich denke einfach nach, bevor ich antworte, und manche Leute leiten dann daraus ab, dass ich eben schüchtern bin. Dabei möchte ich nur keinen Unsinn reden, das ist alles.“

Bayern-Star über Angst in der Schulzeit

... über Häme der anderen Kinder in der Schulzeit, weil er stotterte: „Es war eine schwierige Zeit. In der Schule hatte ich Angst, etwas zu sagen, weil ich immer erst ein wenig Zeit zum Überlegen gebraucht habe und die anderen Kinder sich dann deshalb über mich lustig gemacht haben. Das hat wehgetan. Ich habe mir aber immer gesagt, dass ich einfach weiterreden muss und mich nicht irritieren lassen darf – diese Menschen werden mein Leben nicht beeinflussen. Nach und nach hörte es auf. Ich war auch oft bei einer Logopädin. Heute sage ich allen Kindern, die stottern, dass sie sich niemals schämen ­müssen.“(NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

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03:38
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... über die Sprachprobleme und den Fußball: „Ich war sogar Kapitän, das war schon ein bisschen komisch, wenn man meine Probleme neben dem Platz betrachtet. Ich habe auf dem Spielfeld immer laut gesprochen – und dort habe ich auch nie gestottert. Vielleicht hatte ich in der Schule eine gewisse Blockade, weil die anderen Kinder mich so oft ausgelacht haben. Was Franck Ribéry hier für Bayern geleistet hat, ist auf jeden Fall bewundernswert.

Upamcano will sich nicht mit Vorgängern vergleichen

... über Vergleiche mit Alaba und Boateng: „Ich setze mich nicht unter Druck, denn ich möchte einfach meinen eigenen Weg gehen, so wie sie ja auch ihren Weg gegangen sind. Sie haben hier viele Titel gewonnen – Chapeau! Aber ich werde mich nicht mit ihnen vergleichen, sondern auf mich selbst konzentrieren, denn es bringt einen nie weiter, auf andere zu schauen. Man hat alles immer selbst in der Hand.“

... über Emil Forsberg, der ihn bei RB Leipzig einst als „Biest“ bezeichnet hatte: „Ich sehe das als Kompliment, weil das ja auf das Spielfeld bezogen ist. Ich gebe immer alles für meine Mitspieler, das ist meine Mentalität.“

... über seine Ziele mit dem FCB: „Ich möchte gesund bleiben und so viele Spiele wie möglich spielen. Dann möchte ich alles dafür tun, dass wir keine Gegentore bekommen. Denn ich hasse es, Gegentore zu kassieren. Und wenn das alles gut funktioniert, holen wir auch viele Titel.“

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